Magisterarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Thema der Arbeit
1.2. Thesen der Arbeit
1.3. Angewandte Methoden
1.4. Danksagung
2. Historischer Überblick
2.1. Textgeschichte des YS und der Kommentare
3. Überblick über den Forschungsstand
3.1. Der Samādhi in der indologischen und religionswissenschaftlichen Literatur
3.1.1. Hauer: Der Yoga (1958)
3.1.2. Lindquist: Methoden des Yoga (1932)
3.1.3. Eliade: Yoga. Unsterblichkeit und Freiheit (1985)
3.1.4. Feuerstein: The Philosophy of Yoga (1980)
3.1.5. Tola und Dragonetti: The Yogasūtras of Patañjali (1987)
3.1.6. Oberhammer: Strukturen yogischer Meditation (1977)
3.1.7. Whicher: The Integrity of the Yoga Darśana. (1998)
3.2. Diskussion des Forschungsstandes
4. Übersetzung
4.1. Benutzte Texteditionen
4.2. Kontext der übersetzten Sūtren
4.3. Übersetzung der Sūtren I.12-20 und I.41-51
5. Eigene Schlußfolgerungen über den Samādhi
5.1. Das Konzept des Samādhi
5.1.1. Der Samādhi als Bewußtseinszustand
5.1.2. Der Samādhi als Prozeß
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Glossar
8. Bibliographie
Die Arbeit untersucht das zentrale Konzept des Samādhi im Yoga-Sūtra des Patañjali sowie dessen Auslegung in der klassischen Kommentarliteratur. Das primäre Ziel ist es, den Samādhi sowohl als Bewußtseinszustand als auch als strukturierten Meditationsprozeß zu differenzieren und die interne Logik des Textes unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Sekundärliteratur zu analysieren.
1.1. Thema der Arbeit
Vyāsa stellt in seinem Kommentar zu YS I.1 folgende Formel auf: Yoga ist samādhi. Damit gibt er vor, worum es im YS maßgeblich geht. Der Yoga des Patañjali setzt am Bewußtsein des Menschen an, welches er durch yogische Übungen, ontologische Erkenntnisse und andere Methoden verändern möchte. Ziel dieser Veränderungen ist die Beherrschung des Bewußtseins durch den Yogin und der Gewinn von Erkenntnissen. Dies zieht die vollkommene Kontrolle des Bewußtsein nach sich, welche auch die Kontrolle jeglicher Körperfunktionen miteinschließt und schließlich zur Erkenntnis der Verschiedenheit von Selbst (puruṣa) und Bewußtsein (citta) führt. Der samādhi ist im System des Patañjali die letzte und wichtigste Station auf dem Weg zu dieser umfassenden Erkenntnis, die den Yogin von den Qualen der Welt erlösen und ihm ermöglich soll, den Zustand der Isolation (kaivalya) zu erreichen.
1. Einleitung: Einführung in das Yoga-Sūtra, dessen Bedeutung in der Tradition und die methodische Herangehensweise der Arbeit zur Untersuchung des Samādhi-Konzepts.
2. Historischer Überblick: Darstellung der Entstehungsgeschichte des Yoga-Sūtra und der verschiedenen Theorien zur Datierung und Einordnung des Textes innerhalb der indischen Kulturgeschichte.
3. Überblick über den Forschungsstand: Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen indologischen Ansätzen zur Interpretation des Samādhi bei maßgeblichen Autoren wie Hauer, Eliade und Oberhammer.
4. Übersetzung: Dokumentation der verwendeten Texteditionen und kontextuelle Einbettung der neu übersetzten Sūtren zur Fundierung der eigenen Argumentation.
5. Eigene Schlußfolgerungen über den Samādhi: Zusammenführung der Erkenntnisse zur Dualität des Samādhi als Bewußtseinszustand und als strukturierter Prozeß im System des Patañjali.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse, die den Samādhi als komplexen, vielschichtigen und zentralen Bestandteil des yogischen Weges zur Isolation bestätigt.
7. Glossar: Verzeichnis der wichtigsten Sanskrit-Termini und ihrer deutschen Entsprechungen zur Erleichterung der Begriffsbestimmung.
8. Bibliographie: Auflistung der herangezogenen Primär- und Sekundärquellen für die wissenschaftliche Untersuchung.
Yoga-Sūtra, Patañjali, Samādhi, Vyāsa, Vācaspatimiśra, Isolation, Kaivalya, Bewußtsein, Citta, Puruṣa, Meditation, Samāpatti, Nirodha, Indologie, Religionswissenschaft
Die Arbeit behandelt die Interpretation des Samādhi-Konzepts im Yoga-Sūtra des Patañjali und dessen maßgeblicher Kommentarliteratur.
Zentrale Felder sind die historische Einordnung des Yoga-Sūtra, die Analyse der klassischen Kommentare, die Übersetzung zentraler Sūtren und die Differenzierung des Samādhi-Begriffs.
Ziel ist es, den Samādhi als sowohl als meditativen Prozeß als auch als spezifischen Bewußtseinszustand innerhalb des Systems des Patañjali präzise zu definieren.
Der Autor nutzt die Sichtung der Sekundärliteratur in Kombination mit einer eigenen, philologisch orientierten Übersetzung und Exegese des Yoga-Sūtra und der Kommentare.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Diskussion des Forschungsstandes, eine sorgfältig kontextualisierte Übersetzung und eine eigenständige, philosophische Ausarbeitung des Samādhi-Konzepts.
Wesentliche Begriffe sind Samādhi, Yoga-Sūtra, Patañjali, Kaivalya, Citta und die Auseinandersetzung mit der klassischen Exegese durch Vyāsa.
Der Autor stützt sich maßgeblich auf den Kommentar des Vyāsa, da er diesen als historisch und inhaltlich am besten geeignet ansieht, um die interne Logik des Yoga-Sūtra zu erhellen.
Der Prozeß beschreibt die reinigungsorientierte meditative Technik und Meditationsstruktur, während der Zustand das resultierende Bewußtseinsphänomen markiert, das schließlich in die Isolation (Kaivalya) mündet.
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