Diplomarbeit, 2003
86 Seiten, Note: 1.0
1. EINLEITUNG
2. AUSWIRKUNGEN DER PSYCHISCHEN ERKRANKUNG EINES ELTERNTEILS AUF DIE FAMILIE
2.1. Funktionen der Familie und Funktionsverluste der Familie durch die psychische Erkrankung eines Elternteils
2.2. Die Auswirkungen der psychischen Erkrankung auf die einzelnen Mitglieder der Familie
2.2.1. Der psychoseerkrankte Elternteil
2.2.1.1. Die Folgen einer akuten psychotischen Erkrankung
2.2.1.2. Die chronisch psychische Erkrankung und ihre Bedeutung für die Familie
2.3.1. Die Folgen für die Kinder
2.3.1.1. Unmittelbare Reaktionen der Kinder auf den veränderten erkrankten Elternteil
2.3.1.2. Folgeprobleme für die Kinder
2.4.1. Auswirkungen auf den Partner
2.4.1.1. Die Belastungen für den Partner in der psychotischen Krise
2.4.1.2. Auswirkung auf den Beziehungsalltag des Paares
3. AUFGABEN, ANGEBOTE UND ZUSAMMENARBEIT DER ERWACHSENEN-PSYCHIATRIE UND JUGENDHILFE IN DER FAMILIENARBEIT
3.1. Aufgaben und Angebote einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung
3.1.1. Aufgaben einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung
3.1.2. Angebote einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung
3.1.2.1. Stationäre Angebote
3.1.2.2. Komplementäre Angebote
3.1.2.3. Ambulante Angebote
3.2. Aufgaben und Leistungen der Jugendhilfe
3.2.1. Aufgaben der Jugendhilfe
3.2.2. Leistungen der Jugendhilfe
3.2.2.1. Hilfen zur Förderung der Erziehung in der Familie
3.2.2.2. Hilfen zur Erziehung
3.2.3. Zwischenergebnis
3.3. Zusammenarbeit der beiden Handlungssysteme Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe in der Praxis
3.3.1. Spannungsfelder der beiden Handlungssysteme
3.3.1.1. Parteilichkeit der beiden Institutionen
3.3.1.2. Selbstbestimmung des Erkrankten kontra mögliche Gefährdung des Kindes
3.3.1.3. Unterschiedliche Bearbeitungszeiten der Institutionen
3.3.1.4. Unterschiedliche zeitliche Maßstäbe in der Betreuung von Eltern und Kindern
3.3.2. Möglichkeiten einer gelingenden Kooperation
4. CASE MANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT
4.1. Die Entwicklung der Sozialen Einzelfallhilfe (Case Work) und ihre Verbindungslinien zum Case Management
4.2. Das Konzept des Case Management nach Neuffer
4.2.1. Leitlinien einer fallorientierten Sozialen Arbeit
4.2.2. Ablauf und Phasen des Case Management
5. EINSATZMÖGLICHKEITEN FÜR DAS CASE MANAGEMENT KONZEPT NACH NEUFFER IN DER SOZIALEN ARBEIT IM ARBEITSFELD PSYCHIATRIE
5.1. Parallelen des personenzentrierte Ansatzes zum Case Management-Konzept
5.2. Case Management im Sozialpsychiatrischen Dienst
6. RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Case Management nach Neuffer eine geeignete Arbeitsform in der Sozialen Arbeit darstellt, um Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil effektiv zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe zu verbessern.
2.2.1. Der psychoseerkrankte Elternteil
Eine psychische Erkrankung kann verschiedene Formen annehmen, wie z. B. Neurosen, Borderline, Persönlichkeitsstörungen usw. Ich beschränke mich jedoch auf Menschen, die an einer schizophrenen und affektiven Störung erkrankt sind. Dabei verwende ich den Begriff „Psychose“, auch wenn dieser im überarbeiteten ICD-10 (International Classification of Diseases der WHO) nicht mehr verwendet wird, da er neutraler, unbelasteter ist, als z. B. Schizophrenie oder schizophrene Störung. Psychosen sind schwerwiegende seelische Erkrankungen, die sich durch eine tiefgreifende Veränderung des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität auszeichnet. Bei den schizophrenen Psychosen, zum Teil auch bei den affektiven Psychosen, können noch akzessorische Symptome wie Wahnideen und Halluzinationen (akustische, optische und taktile) dazukommen (s. Finzen, 2003, S. 39ff.).
Um verstehen zu können, wie Patienten eine Psychose erleben, haben in den 60er bzw. 70er Jahren die Psychiater Huber und Gross und die Psychologin Süllwold das Basisstörungs-Konzept entwickelt. Demnach sind bei einer Psychose bei den Erkrankten grundsätzliche Störungen im Bereich des Denkens, der Sprache, der Wahrnehmung, der Gefühle und der Bewegung vorhanden (s. Tab.1, in Wienberg, 1995, S. 35). Die Betroffenen nehmen diese vor und nach einer akuten psychotischen Krise, oder auch in symptomfreien Zeiten bei sich wahr. Durchgehend im Erleben der Störungen ist die Erfahrung innerer Verwirrung und Desorientierung. Der Versuch mit diesen Störungen umzugehen, verlangt von den Betroffenen eine erhöhte Anstrengung und hat oft zur Folge, dass sie sich von der Umwelt zurückziehen müssen. Bestimmte Arten von Basisstörungen können schließlich in spezifische psychotische Symptome übergehen.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik von Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen und Einführung in die Fragestellung der Arbeit.
2. AUSWIRKUNGEN DER PSYCHISCHEN ERKRANKUNG EINES ELTERNTEILS AUF DIE FAMILIE: Analyse der Funktionsverluste innerhalb des Familiensystems sowie der Auswirkungen auf Kinder und Partner.
3. AUFGABEN, ANGEBOTE UND ZUSAMMENARBEIT DER ERWACHSENEN-PSYCHIATRIE UND JUGENDHILFE IN DER FAMILIENARBEIT: Untersuchung der institutionellen Strukturen, der Hilfsangebote sowie der Herausforderungen in der Kooperation beider Systeme.
4. CASE MANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT: Theoretische Einführung in das Case Management und dessen Entwicklung aus der sozialen Einzelfallhilfe.
5. EINSATZMÖGLICHKEITEN FÜR DAS CASE MANAGEMENT KONZEPT NACH NEUFFER IN DER SOZIALEN ARBEIT IM ARBEITSFELD PSYCHIATRIE: Erläuterung der Anwendungsmöglichkeiten und Anpassung des Konzepts an die Arbeit im Sozialpsychiatrischen Dienst.
6. RESÜMEE: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Reflexion über die Eignung des Case Management für die behandelten Zielgruppen.
Case Management, Sozialarbeit, Psychische Erkrankung, Elternschaft, Familie, Jugendhilfe, Erwachsenenpsychiatrie, Kooperation, Sozialpsychiatrischer Dienst, Ressourcenorientierung, Hilfeplanung, Systemische Beratung, Kindeswohl, Netzwerkarbeit, Fallorientierung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Situation von Familien, in denen ein Elternteil an einer psychischen Erkrankung leidet, und prüft Möglichkeiten der Unterstützung durch soziale Institutionen.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Krankheit auf Familienmitglieder, die bestehenden Hilfsangebote der Jugendhilfe und Psychiatrie sowie die Kooperation dieser Institutionen.
Das Ziel ist es, den Nutzen des Case Management Konzepts nach Neuffer als effektive Arbeitsform für diese Familien zu untersuchen und institutionelle Lösungsansätze aufzuzeigen.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zu bestehenden Ansätzen und Modellen sowie eine Auswertung von Daten zur Angebotsstruktur der Jugendhilfe, um die Anwendbarkeit des Case Management zu begründen.
Im Hauptteil werden die Folgen der Erkrankung auf Familie und Kinder analysiert, die Leistungen von Jugendhilfe und Psychiatrie gegenübergestellt und das Case Management Konzept theoretisch hergeleitet.
Zu den Schlüsselwörtern gehören unter anderem Case Management, Sozialarbeit, psychische Erkrankung, Familie, Jugendhilfe und Kooperation.
Während die Psychiatrie primär den erkrankten Elternteil und seine Gesundung fokussiert, stellt die Jugendhilfe das Kindeswohl und die Erziehungsverantwortung in den Mittelpunkt, was häufig zu Konflikten in der Praxis führt.
Er dient als Beispiel für eine institutionelle Struktur, die durch ihre multiprofessionelle Zusammensetzung und aufsuchende Arbeit die notwendigen Voraussetzungen für die Implementierung des Case Management Modells bietet.
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