Bachelorarbeit, 2013
24 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Entwicklung und Aufgaben des Reverse Charge Systems
2.1. Die Funktionsweise von Reverse Charge und die Unterschiede zum österreichischen Mehrwertsteuersystem
2.2. Die Entwicklung des Reverse Charge Systems und dessen erfasste Leistungen im Umsatzsteuergesetz
2.2.1. Bauleistungen
2.2.2. Sicherungs-, Vorbehaltseigentum und Zwangsversteigerungsverfahren
2.2.3. Gas- und Stromlieferungen
2.2.4. Katalogleistungen
2.2.5. Ermächtigung des Bundesministers für Finanzen
2.2.6. Schrott-Umsatzsteuerverordnung
2.2.7. Emissionszertifikatehandel
2.2.8. Mobilfunkgeräte und integrierte Schaltkreise
2.3. Wegfall der Registrierungspflicht für Unternehmer
2.4. Rechnungsvoraussetzungen zum Vorsteuerabzug für Unternehmer
3. Begriff und Funktionsweise des Umsatzsteuerbetrugs
3.1. Karussellbetrug
3.1.1. Beschreibung des Karussellbetrugs und dessen Akteure
3.1.2. EuGH Entscheidungen im Zusammenhang mit Karussellbetrug
3.2. Umsatzsteuerbetrug und dessen quantitative Auswirkungen auf entgangene Steuer
4. Verhinderung des Umsatzsteuerbetrugs mittels Reverse Charge
4.1. Schnellreaktionsmechanismus und Ausnahmeregelungen
4.1.1. Funktionsweise des Schnellreaktionsmechanismus für europäische Mitgliedsstaaten
4.1.2. Änderungsantrag Österreichs zur Ausweitung des Reverse Charge Systems im B2B-Bereich
4.2. Zusammenfassende Meldung
4.3. Ausweitung bzw. genereller Umstieg auf Reverse Charge
4.3.1. Aktuelle Erklärung des Rates der Europäischen Union
4.3.2. Vorschläge zur Änderung des Mehrwertsteuersystems und zur Ausweitung des Reverse Charge Systems
5. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert das Reverse Charge System als Instrument zur Bekämpfung von Umsatzsteuerbetrug, deckt die Systematik hinter Betrugsmodellen auf und erarbeitet Lösungsansätze zur Sicherung zukünftiger Steuereinnahmen.
3.1.1. Beschreibung des Karussellbetrugs und dessen Akteure
Der Karussellbetrug stellt eine ernst zu nehmende Bedrohung für das Steueraufkommen in der EU und den einzelnen Mitgliedsstaaten dar (vgl. Brandl 2008, S. 139). Karussellbetrug gilt als äußerst lukratives Geschäft in der Wirtschaftskriminalität (vgl. Satzinger 2011, S. 110).
Möglich ist diese Art der Umsatzsteuerhinterziehung aufgrund der steuerfreien Lieferung aus einem EU-Mitgliedsstaat und die Zwischenschaltung eines sogenannten „Missing Traders“, der die USt nicht abführt (vgl. Brandl 2008, S. 141). Dadurch werden die strukturellen Nachteile der USt von Betrügern genützt, um nicht abgeführte USt als Gewinn zu verbuchen (vgl. Berger 2010, S. 987).
Die obige Abbildung 1 zeigt das Unternehmen D1 aus Deutschland, welches an Ö1 in Österreich eine steuerfreie igL tätigt (vgl. Brandl 2008, S. 140–143). Ö1 fungiert als „Missing Trader“ (vgl. Brandl 2008, S. 140–143). Das ist ein Unternehmer, welcher unter Umständen unter einer falschen UID-Nummer auftritt und schlussendlich die USt beim Verkauf an Ö2 nicht an das Finanzamt abführt (vgl. Brandl 2008, S. 140–143). Ö2 kauft und verkauft in weiterer Folge die Waren an Ö3 (vgl. Brandl 2008, S. 140–143). Dabei zieht sich Ö2 rechtmäßig die VSt ab und führt die USt beim Verkauf an Ö3 ab (vgl. Brandl 2008, S. 140–143). Ö3 ist wieder vorsteuerberechtigt und verkauft die Waren steuerfrei mittels igL an D1 (vgl. Brandl 2008, S. 140–143).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Funktionsweise des Reverse Charge Systems zu analysieren und Lösungsansätze zur Betrugsbekämpfung zu entwickeln.
2. Entwicklung und Aufgaben des Reverse Charge Systems: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und die spezifischen Anwendungsbereiche des Systems im österreichischen Umsatzsteuerrecht, inklusive der Erweiterungen auf Branchen wie Bauleistungen und Mobilfunkgeräte.
3. Begriff und Funktionsweise des Umsatzsteuerbetrugs: Hier wird die Systematik des Karussellbetrugs anhand von Beispielen und EuGH-Entscheidungen sowie dessen quantitatives Ausmaß auf das Steueraufkommen dargelegt.
4. Verhinderung des Umsatzsteuerbetrugs mittels Reverse Charge: Dieses Kapitel behandelt den Schnellreaktionsmechanismus und diskutiert Anträge sowie Zukunftskonzepte für eine Ausweitung des Systems zur effektiveren Betrugsprävention.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Bedeutung des Reverse Charge Systems als wachsendes Instrument zur Betrugsbekämpfung und diskutiert die Herausforderungen einer generellen europäischen Umsetzung.
Reverse Charge, Umsatzsteuerbetrug, Karussellbetrug, Missing Trader, Mehrwertsteuer, Vorsteuerabzug, Steuerhinterziehung, EU-Mitgliedsstaaten, Schnellreaktionsmechanismus, Umsatzsteuergesetz, Steueraufkommen, Betrugsbekämpfung, B2B, UID-Nummer, Zusammenfassende Meldung
Die Arbeit befasst sich mit dem Reverse Charge System (Übergang der Steuerschuld) in Österreich und dessen Rolle bei der Bekämpfung von Umsatzsteuerbetrug.
Zentrale Themen sind die Funktionsweise von Reverse Charge, die Identifikation von Karussellbetrug sowie Strategien zur Sicherung des Steueraufkommens durch EU-weite Maßnahmen.
Das Ziel ist es, das Reverse Charge System zu analysieren, die Mechanismen des Umsatzsteuerbetrugs aufzudecken und einen Lösungsansatz zur zukünftigen Abgabensicherung zu diskutieren.
Die wissenschaftliche Methode besteht ausschließlich aus der Durchführung einer Literaturrecherche.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung des Reverse Charge Systems, die Analyse von Betrugsmodellen wie dem Karussellbetrug und die Diskussion über Maßnahmen wie den Schnellreaktionsmechanismus.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Reverse Charge, Karussellbetrug, Missing Trader, Vorsteuerabzug, Umsatzsteuerbetrug und Schnellreaktionsmechanismus.
Der Missing Trader ist ein Akteur, der Waren steuerfrei erwirbt, sie innerhalb des Landes mit Umsatzsteuer verkauft, diese Steuer jedoch nicht an das Finanzamt abführt und anschließend untertaucht.
Die Kritik basiert auf dem hohen Umstellungsaufwand, den notwendigen einstimmigen Beschlüssen aller EU-Mitgliedsstaaten und dem Argument, dass dadurch das grundlegende fraktionierte Mehrwertsteuersystem zu stark verändert würde.
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