Doktorarbeit / Dissertation, 2012
226 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 ZIELSETZUNG UND THESEN
3 THEORIEN, KONZEPTE UND METHODEN
3.1 DIAGNOSTIK UND ORGANISATION
3.1.1 Definition und Herkunft
3.1.2 Psychologische Diagnostik
3.1.3 Organisationsdiagnostik
3.1.4 Organisationspsychologie
3.1.5 Organisationstheorien
3.1.6 Organisationsmethapern
3.1.7 Organisation
3.1.8 Lernende Organisation
3.1.9 Organisationsentwicklung & Organisationsberatung
3.2 ORGANISATIONSDIAGNOSE
3.2.1 Diagnostizieren als theoriegeleiteter Prozess des Verstehens
3.2.2 Ziel und Zweck einer Organisationsdiagnose
3.2.3 Ablaufschritte einer Organisationsdiagnose
3.2.4 Methoden und Instrumente
3.2.5 Partizipation
3.2.6 Organisationales Commitment
3.2.7 Diagnostik – Gutachten
3.2.8 Qualitätssicherung
3.2.9 Exkurs: Qualitative Organisationsdiagnose nach Froschauer & Lueger (2009)
3.3 NACHHALTIGKEIT UND RESILIENZ
3.3.1 Definition
3.3.2 Geschichte der Nachhaltigkeit
3.3.3 Lokale Agenda 21 und Wien
3.3.4 Resilienz
3.3.5 Resilienz und Nachhaltige Entwicklung
3.4 NACHHALTIGE VERHALTENSÄNDERUNG
3.4.1 Handlungsanreize
3.4.2 Intrinsische Motivation
3.4.3 Handeln als Ausgangspunkt für Verhaltensänderung
3.4.4 Motive und Lebensstile
4 KURT LEWIN ALS ZENTRALE FIGUR ZWISCHEN UMWELTPSYCHOLOGIE, ORGANISATIONSENTWICKLUNG UND AKTIONSFORSCHUNG
4.1.1 Die Wechselwirkung zwischen Psychologie und Umwelt vor Lewin
4.1.2 Kurt Lewin‘s ganzheitliche Betrachtung menschlichen Verhaltens
4.1.3 Von Lewin über Barker zur Umweltpsychologie
4.2 UMWELT & LEBENSRAUM
4.2.1 Umweltwahrnehmung und Umweltbewertung
4.2.2 Lebensraumbezogene Bedürfnisse
4.2.3 Raumbeanspruchung
4.2.4 Umweltaneignung
4.2.5 Identifikation mit der Umwelt
4.2.6 Ortsbindung
4.2.7 Ortsidentität
4.2.8 Gefallenseindruck
4.2.9 Nachbarschaft
4.3 SOZIALE NETZWERKE UND GEMEINWESEN
4.3.1 Das Netzwerkkonzept in den Sozialwissenschaften
4.3.2 Historische Vorläufer des Netzwerkkonzepts
4.3.3 Netzwerkanalyse
4.3.4 Beziehungen und Verhalten in sozialen Netzwerken
4.3.5 Besonderheiten von sozialen Netzwerken
4.3.6 Soziale Netzwerke im Gemeinwesen
4.3.7 Das Netzwerkkonzept in der Gemeindepsychologie
4.4 QUALITATIVE SOZIALFORSCHUNG
4.4.1 Geschichte
4.4.2 Theoretische Positionen
4.4.3 Die Grounded Theory
4.4.4 Verfahren und Methoden zur Datenerhebung
4.4.5 Partizipative Aktionsforschung
4.4.6 Organisationsentwicklung und Aktionsforschung
4.4.7 Gütekriterien qualitativer Forschung
5 VON DER ORGANISATIONSDIAGNOSE ZUR STADTDIAGNOSE
6 BESCHREIBUNG DER „AKTIVIERENDEN STADTDIAGNOSE“
6.1 AUFTRAGSVERGABE
6.2 DATENERHEBUNG IN DER GEMEINDE
6.2.1 Auswahl der Stichprobe
6.2.2 Zeitlich-methodisches Ablaufschema
6.2.3 Methodeninventar
6.2.4 Checklisten und Datencheck
6.3 DATENVERARBEITUNG UND DATENANALYSE
6.3.1 Transkription und Dokumentation der Daten
6.3.2 Kodieren der Daten und Bilden von Kategorien
6.3.3 Die Analyse des Ist-Zustandes
6.4 DIAGNOSE DER ZUKUNFTSPOTENZIALE
6.4.1 Themenanalyse mit Zukunftspotenzialen
6.4.2 Kommunegramm mit Zukunftspotenzialen
6.4.3 Zukunftspotenziale als Fragen formuliert
6.4.4 Zukunftspotenziale mit Aktionsfeldern kombiniert
6.4.5 Ergänzende spezielle Gemeindethemen
6.5 ÖFFENTLICHE PRÄSENTATION DER ERGEBNISSE
6.5.1 Reflexionsgespräch mit dem Bürgermeister/der Bürgermeisterin
6.5.2 Der Zukunftsworkshop
6.6 ERSTELLEN DES GEMEINDEBEFUNDS
6.6.1 Obligatorische Inhalte
6.6.2 Optionale Inhalte
6.7 ÜBERGABE DES BEFUNDES AN DEN GEMEINDERAT
7 ENTWICKLUNGSPHASEN UND VERBESSERUNGEN (EVALUIERUNG)
7.1 ERSTE ENTWICKLUNGSPHASE: AKTIONSFORSCHUNG
7.2 ZWEITE ENTWICKLUNGSPHASE: ANWENDUNG
7.3 DRITTE ENTWICKLUNGSPHASE: EVALUIERUNG
7.4 STATUS QUO
8 DISKUSSION
8.1 BEZUGNAHME ZU DEN THESEN
8.2 BEURTEILUNG DER METHODE “AKTIVIERENDE STADTDIAGNOSE” NACH SOZIALWISSENSCHAFTLICHEN QUALITÄTSSTANDARDS
8.2.1 Anwendung von organisationsdiagnostischen Qualitätskriterien
8.2.2 Anwendung von Qualitätskriterien qualitativer Sozialforschung
8.3 STÄRKEN, MÄNGEL UND KRITIKPUNKTE DER EIGENEN ARBEIT
8.4 WISSENSCHAFTLICHER MEHRWERT UND WEITERER FORSCHUNGSBEDARF
9 ZUSAMMENFASSUNG
10 LITERATUR
11 ANHANG
11.1 ORIGINALINTERVIEWS BAUMGARTEN
11.1.1 Experteninterview einzeln
11.1.2 Gruppeninterview mit Jugendlichen
11.1.3 Straßeninterview
11.2 LEBENSLAUF
Ziel dieser Arbeit ist es, das organisationsdiagnostische Verfahren "Aktivierende Stadtdiagnose", das auf umwelt- und gemeindepsychologischen Konzepten sowie der Methodik qualitativer Sozialforschung beruht, theoretisch und empirisch zu belegen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieses Verfahren als valides Instrument zur Vorbereitung und Planung nachhaltiger Entwicklungsprozesse in Städten und Gemeinden eingesetzt werden kann.
Die „Aktivierende Stadtdiagnose“ als besondere Form der Organisationsdiagnose
Die Diagnostik kann als ein erfolgreiches Paradigma in der Psychologie, der Medizin und der Technologie angesehen werden. Der Bereich der Organisationsdiagnostik hat sich in den letzten Jahren nicht nur etabliert, sondern auch beständig weiterentwickelt. Was auf wissenschaftlicher Ebene fehlt, ist das Übertragen der Erkenntnisse der Organisationsdiagnostik auf das Feld der Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung. Wobei mit Gemeinde weder etwas Bauliches, noch die Bürokratie oder die Gebietskörperschaft als solches gemeint sind, sondern im Sinne der Gemeindepsychologie „das soziale Gemeinwesen“, also alle in einer Gemeinde wohnenden und arbeitenden Personen.
Die Organisationsdiagnose ist ein wissenschaftlich etabliertes, methodisch wirksames Vorgehen, mit dem Veränderungsprozesse vorbereitet und geplant werden können. Im Verständnis der Organisationsdiagnostik sollte keine Veränderungsmaßnahme ohne Diagnose erfolgen. Diagnostiziert werden vor allem Personen sowie institutionelle Abläufe und Strukturen. Für Organisationen als Gesamtheit werden nach wie vor kaum Diagnoseverfahren entwickelt. Ebenso gab es in der Entstehungszeit der „Aktivierenden Stadtdiagnose“ für Städte und Gemeinden keine geeignete organisationsdiagnostische Methode, mit der ein Veränderungsprozess vorbereitet und geplant werden konnte.
Die Entwicklung der "Aktivierenden Stadtdiagnose" begann 1998 im Forschungsschwerpunkt Kulturlandschaftsforschung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit dem Projekt „Kulturlandschaftsforschung und Agenda 21“. Als Ausgangsmethode diente die „Community Diagnosis – Profile Analysis“ der Gemeindepsychologin Donata Francescato (1996). Da das zu entwickelnde Diagnoseverfahren in einem beraterischen Kontext – für das Implementieren von Lokalen-Agenda-21-Prozessen in Städten und Gemeinden – angewendet werden sollte, war der Einsatz von qualitativen Methoden naheliegen.
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der Diagnostik als Instrument für soziale Gemeinwesen und die Entstehungsgeschichte der Methode.
2 ZIELSETZUNG UND THESEN: Formulierung der Zielsetzung dieser Arbeit sowie Darstellung der vier Thesen, die den Bedarf an neuen, qualitativen Diagnoseverfahren für Kommunen begründen.
3 THEORIEN, KONZEPTE UND METHODEN: Umfassende theoretische Fundierung, die psychologische Diagnostik, Organisationsentwicklung, Nachhaltigkeit und qualitative Forschung als Basis der Methode verknüpft.
4 KURT LEWIN ALS ZENTRALE FIGUR ZWISCHEN UMWELTPSYCHOLOGIE, ORGANISATIONSENTWICKLUNG UND AKTIONSFORSCHUNG: Analyse der historischen Bedeutung Kurt Lewins als Impulsgeber für die Verbindung von Forschung, Praxis und Interdisziplinarität.
5 VON DER ORGANISATIONSDIAGNOSE ZUR STADTDIAGNOSE: Herleitung der Übertragung organisationsdiagnostischer Prinzipien auf die komplexe Einheit einer Stadt oder Gemeinde.
6 BESCHREIBUNG DER „AKTIVIERENDEN STADTDIAGNOSE“: Detaillierte Darstellung des siebenstufigen Ablaufs des Diagnoseverfahrens von der Auftragsvergabe bis zur Übergabe des Befundes.
7 ENTWICKLUNGSPHASEN UND VERBESSERUNGEN (EVALUIERUNG): Historischer Rückblick auf die drei Entwicklungsphasen der Methode, von der Aktionsforschung bis hin zur Anwendungsreife.
8 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Bezugnahme auf die Thesen sowie Beurteilung der Methode nach wissenschaftlichen Qualitätsstandards.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Komprimierter Überblick über die Ziele, theoretischen Grundlagen und das methodische Vorgehen der Arbeit.
Organisationsdiagnostik, Organisationsentwicklung, Gemeindediagnose, Umweltpsychologie, Gemeindepsychologie, Netzwerkforschung, qualitative Sozialforschung, Aktionsforschung, Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung, Partizipation, Resilienz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und empirischen Fundierung des Verfahrens "Aktivierende Stadtdiagnose", das als Organisationsdiagnose für städtische und gemeindliche Einheiten konzipiert ist.
Zentrale Themen sind die Organisationsdiagnostik, Umwelt- und Gemeindepsychologie, qualitative Sozialforschung sowie Nachhaltigkeit und Resilienz in städtischen Kontexten.
Das primäre Ziel ist es, die "Aktivierende Stadtdiagnose" als fundiertes, valides und transparentes Diagnoseinstrument für nachhaltige Stadtentwicklungsprozesse zu etablieren.
Es handelt sich um einen qualitativen Forschungsansatz, der sich an der Grounded Theory und der partizipativen Aktionsforschung nach Kurt Lewin orientiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung und eine detaillierte, systematische Beschreibung der sieben Arbeitsschritte des Diagnoseverfahrens.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Organisationsdiagnostik, Gemeindediagnose, Partizipation, Aktionsforschung, Nachhaltigkeit und das "Kommunegramm" als zentralem Analyseergebnis geprägt.
Das Kommunegramm ist ein von der Autorin entwickeltes Instrument zur bildhaften Darstellung des sozialen Gefüges einer Kommune, das Positionen, Stärken und Qualitäten der Beziehungen zwischen Akteuren aufzeigt.
Die Arbeit argumentiert, dass eine Anwendung auf Großstädte oder Millionenstädte durch die Bildung von bezirksspezifischen Teams durchaus möglich und methodisch sinnvoll ist.
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