Studienarbeit, 2010
155 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Bedeutung von Traceability
1.2 Ausführliche Darstellung einer Rückrufaktion
1.2.1 Entwicklung der Anzahl der Rückrufaktionen in Deutschland
1.2.2 Darstellung der aktuellen Rückrufaktionen von Toyota
1.2.3 Finanzielle Auswirkungen der Rückrufaktionen von Toyota
2 Traceability – Qualitätssicherung durch Rückverfolgbarkeit
2.1 Definitionen und Begriffsabgrenzung
2.1.1 Traceability
2.1.2 Tracking (Verfolgbarkeit)
2.1.3 Tracing (Rückverfolgbarkeit)
2.1.4 Traceability im Rahmen der Liefer- und Wertschöpfungskette
2.1.5 Qualitätssicherung
2.2 Kernelemente von Traceability-Systemen
2.2.1 Identifikation wesentlicher Einheiten
2.2.2 Automatische Datenerfassung und -aufzeichnung
2.2.3 Verknüpfung der Traceability-Daten
2.2.4 Durchgehende Kommunikation
2.3 Gründe für die Einführung von Traceability
2.3.1 Gesetzliche Vorgaben
2.3.2 Nutzenaspekte und Druck zur Optimierung
2.3.3 Anforderungen der Kunden
2.3.4 Technologische Entwicklungen
2.4 Nutzen der Traceability für die Qualitätssicherung
2.5 Bestehende Technologien zur Realisierung von Traceability
2.5.1 Barcode-Systeme
2.5.1.1 Klassifizierung
2.5.1.2 Charakterisierung und Anwendungsgebiete
2.5.1.3 Darstellung ausgewählter Barcodearten
2.5.2 RFID-Systeme
2.5.2.1 Abgrenzung und Anwendungsgebiete
2.5.2.2 Geschichtliche Entwicklung und Standardisierung
2.5.2.3 Bestandteile und Funktionsweise
2.5.2.4 Komponenten eines RFID-Schreib-/Lesegerätes
2.5.2.5 Komponenten eines Transponders
2.5.2.6 Frequenzbänder und deren Eigenschaften
2.5.3 Indoor-GPS
2.5.3.1 Überblick über Positionierungssysteme und Abgrenzung
2.5.3.2 Funktionsweise und Systembeschreibung
2.6 Vergleich der Barcode- und RFID-Technologien
2.7 Beschreibung möglicher Realisierungsszenarien
2.7.1 Beispiel aus der Automobilbranche
2.7.2 Beispiel aus der Elektronikfertigung
2.8 Kosten-Nutzen-Betrachtungen
2.8.1 Kostenaspekte
2.8.2 Kosten-Nutzen-Analyse
3 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Bedeutung, Auswirkungen und Einflussmöglichkeiten von Traceability (Rückverfolgbarkeit) als zentrales Instrument der Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung. Die zentrale Forschungsfrage adressiert, wie durch den Einsatz von Traceability-Systemen Rückrufaktionen effektiver gesteuert, Fehlerquellen frühzeitig identifiziert und die Wirtschaftlichkeit durch technologische Implementierungen optimiert werden können.
2.1.1 Traceability
Der Anglizismus „Traceability“ kann mit den Worten „Nachvollziehbarkeit“, „Nachweisbarkeit“ oder „Rückverfolgbarkeit“ ins Deutsche übersetzt werden. Zur genaueren Definition des Begriffs „Rückverfolgbarkeit“ ist es sinnvoll, auf vorhandene Richtlinien und Normen zurückzugreifen.
Die Normenreihe DIN EN ISO 9000:2005ff. beschreibt viele Richtlinien und Begriffsbestimmungen im Bereich des Qualitätsmanagements und ermöglicht so einen ersten Zugang zu dieser Thematik. Die DIN EN ISO 9000:2005 mit dem Titel „Qualitätsmanagementsysteme - Grundlagen und Begriffe“ wurde im Dezember 2005 veröffentlicht und definiert Rückverfolgbarkeit (engl. Traceability) folgendermaßen:
„Rückverfolgbarkeit ist die Möglichkeit den Werdegang, die Verwendung oder den Ort des Betrachteten zu verfolgen.“ [DIN EN ISO 9000:2005: 26]
Dabei kann sich die Rückverfolgbarkeit eines Produkts vor allem auf die folgenden Punkte beziehen:
- die Herkunft von Materialien, (Einzel-)Teilen und Einsatzfaktoren
- die Entstehungs- und Verarbeitungsgeschichte bzw. die Wertschöpfungskette des Produktes
- die Distribution und der Verbleib des Produktes nach dem Verkauf beziehungsweise der Auslieferung
[GEBHARDT 2009] [DIN EN ISO 9000:2005: 26]
Der Arbeitskreis Traceability des ZVEI definiert diesen Begriff in seinem Leitfaden folgendermaßen:
„Traceability ermöglicht die Rückverfolgbarkeit von Materialien und Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette und beinhaltet die Zustände ‚Tracking‘ und ‚Tracing‘.“ [ZVEI 2009: 7]
Traceability umfasst also sowohl die Verfolgung (Tracking) als auch die Rückverfolgung (Tracing) von Produkten entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette. Die Der Begriff Traceability bezieht sich daher nicht nur auf die Rückverfolgbarkeit sondern auch auf die Verfolgbarkeit. (Bild 2-1)
1 Einleitung: Beleuchtet die Bedeutung von Traceability anhand prominenter Rückrufaktionen in der Automobilindustrie und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Traceability – Qualitätssicherung durch Rückverfolgbarkeit: Führt in die Begrifflichkeiten ein, analysiert Systemelemente, treibende Gründe für die Implementierung sowie technische Lösungswege und deren Wirtschaftlichkeit.
3 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Notwendigkeit lückenloser Rückverfolgbarkeit und gibt einen Ausblick auf die zukünftige technologische Entwicklung.
Traceability, Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit, Tracking, Tracing, Barcode, RFID, Indoor-GPS, Lieferkette, Automobilindustrie, Rückrufaktion, FMEA, Kapitalwertmethode, Produktionskontrolle, Identifikation.
Die Studienarbeit befasst sich mit der Rolle der Rückverfolgbarkeit (Traceability) als wesentlichem Bestandteil der Qualitätssicherung in der modernen industriellen Produktion.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Rückverfolgbarkeit, die technologischen Umsetzungsmöglichkeiten (Barcode, RFID, iGPS) sowie die wirtschaftliche Bewertung mittels Kosten-Nutzen-Betrachtungen.
Das Ziel ist die Herausarbeitung der Bedeutung und Auswirkungen von Traceability-Systemen sowie die detaillierte Analyse der Einflussmöglichkeiten auf die Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung.
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturanalyse, Fallstudien aus der Automobil- und Elektronikbranche sowie Methoden der betriebswirtschaftlichen Investitionsrechnung wie die Kapitalwertmethode und die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA).
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse der Kernelemente, die Erörterung der Einführungsgründe, eine ausführliche Gegenüberstellung technologischer Lösungen sowie eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse inklusive praktischer Rechenbeispiele.
Kernbegriffe sind insbesondere Traceability, Qualitätssicherung, RFID-Technologie, Barcode-Systeme und die Prozessoptimierung entlang der gesamten Lieferkette.
Der Fall Toyota dient als Paradebeispiel für die negativen Auswirkungen mangelnder Rückverfolgbarkeit, insbesondere hinsichtlich Imageverlust, enormer Kosten durch Rückrufaktionen und Problemen im Zuliefermanagement.
Während Tracking die Vorwärtsverfolgung von Produkten entlang der logistischen Kette vom Lieferanten zum Kunden beschreibt, konzentriert sich Tracing auf die Rückwärtsverfolgung vom Endprodukt bis hin zu den einzelnen Elementen und deren Ursprung.
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