Bachelorarbeit, 2013
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung in die Thematik und Problemaufriss
2. Die geschichtliche Entwicklung der Filmzensur in Deutschland
2.1 Die Filmzensur von der Jahrhundertwende bis zur NS-Zeit
2.2 Die Filmzensur während der Zeit des Nationalsozialismus
2.3 Die Filmzensur von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart
2.4 Die FSK und weitere staatliche Institutionen der Filmzensur
3. Definition des Zensurbegriffs im Spannungsfeld der Grundrechte
3.1 Selbstzensur
3.2 Präventiv- und Prohibitivzensur
3.3 Formelle und materielle Zensur
4. Einführung in die Sozialisationstheorien
4.1 Definition des Sozialisationsbegriffs
4.2 Klassische Sozialisationstheorien
4.2.1 Die strukturfunktionalistische Systemtheorie
4.2.2 Die Handlungstheorie oder das Konzept des „symbolischen Interaktionismus“
4.3 Neuere sozialisationstheoretische Ansätze
4.3.1 Das Life-Course-Modell
4.3.2 Das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung (MpR)
4.4 Implizite Theorien als rechtliche Legitimation der Filmzensur
5. Einführung in die Medienwirkungsforschung
5.1 Definition des Gewaltbegriffs
5.2 Stand der Medienwirkungsforschung
5.3 Die Katharsisthese
5.4 Die Inhibitionsthese
5.5 Die Habitualisierungsthese
5.6 Die Suggestionsthese
5.7 Die Rationalisierungsthese
5.8 Lerntheoretische Ansätze
6. Die Filmzensur in der Praxis
6.1 „The Texas Chainsaw Massacre“ – Beschlagnahme und Urteilsbegründungen
6.2 Vergleich mit aktuellen Beschlagnahmen
6.3 Die deutsche Zensurhärte im Vergleich zu anderen europäischen Ländern
7. Fazit
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 Ausblick und neue Lösungsansätze
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen gesetzlich garantierter Medien- und Kunstfreiheit und restriktiven Zensureingriffen im deutschen Filmwesen, basierend auf Jugendschutz- und strafrechtlichen Regelungen, unter Einbeziehung impliziter sozialisationstheoretischer Ansätze und der Medienwirkungsforschung.
6.1 „The Texas Chainsaw Massacre“ – Beschlagnahme und Urteilsbegründungen
Der Horrorstreifen „The Texas Chainsaw Massacre“ hat sowohl in der Film- als auch in der Zensurgeschichte ein einschlägiges Kapitel geschrieben. „Das [hier] zusammengetragene Material ermöglicht spannende Einblicke in eine vergangene bundesrepublikanische Medienrealität“ und offenbart ein fatales Spannungsverhältnis zwischen künstlerischen Freiheitsrechten der Filmemacher und zensierenden Kontrollinstanzen. Der Prototyp des damals neuen Horrorgenres, des Terrorfilm, lief 1978 vier Jahre nach der US-Premiere erstmals in den deutschen Kinos unter dem abgewandelten und weniger brutal anmutenden Titel „Blutgericht in Texas“. Nach der Veröffentlichung auf Videokassette mit dem Namen „Kettensägen-Massaker“ wurde er von der BPjM am 20.12.1982 indiziert, nicht zuletzt aufgrund des „Schmuddel-Images“, welches dem neuen Kassettenmedium anhaftete.
Der Horrorschocker im Low-Budget-Format des Regisseurs, Autors und Produzenten Tobe Hooper, in dem fünf junge Erwachsene dem grotesk maskierten, vom Serienmörder Ed Gein inspirierten Schlächter „Leatherface“ auf kannibalische Art und Weise zum Opfer fallen, ist nach Auslegung der Sittenwächter dazu geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren und erfüllt somit das Tatbestandsmerkmal „sittlich zu gefährden“. Durch die expliziten Gewaltdarstellungen gehe man von einer Jugendgefährdung aus, da die Darbietung der Handlungen in erheblichem Maße verrohend wirke. Bei der Aufführung der Indizierungsgründe stützt sich der Antragsteller auch auf die theoretischen Ansätze der Sozialisations- und Medienwirkungsforschung, unter deren Annahme eine erhöhte Aggressivität von Jugendlichen nach dem Konsum gewalthaltiger Medien nachzuweisen sei.
1. Einführung in die Thematik und Problemaufriss: Darstellung der Problematik staatlicher und privatrechtlicher Zensureingriffe in Deutschland und der damit verbundenen gesellschaftlichen Diskussion.
2. Die geschichtliche Entwicklung der Filmzensur in Deutschland: Historischer Rückblick auf Zensurinstanzen von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart unter Berücksichtigung politischer Wertewandel.
3. Definition des Zensurbegriffs im Spannungsfeld der Grundrechte: Analyse des Zensurbegriffs im Kontext der verfassungsrechtlich geschützten Medien- und Kunstfreiheit.
4. Einführung in die Sozialisationstheorien: Analyse verschiedener sozialisationstheoretischer Modelle als Grundlage für die jugendschutzrechtliche Begründung von Zensur.
5. Einführung in die Medienwirkungsforschung: Evaluierung wissenschaftlicher Thesen zur Wirkung medialer Gewalt auf Rezipienten und deren Eignung als Zensurbegründung.
6. Die Filmzensur in der Praxis: Fallbeispiel „The Texas Chainsaw Massacre“ zur Verdeutlichung repressiver Vorgehensweisen und Vergleich mit anderen europäischen Ländern.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion neuer Lösungsansätze zur Stärkung der künstlerischen Freiheit.
Filmzensur, Medienfreiheit, Kunstfreiheit, Jugendschutz, Sozialisationstheorie, Medienwirkungsforschung, Gewaltdarstellung, BPjM, FSK, § 131 StGB, Beschlagnahme, Indizierung, The Texas Chainsaw Massacre, Rezeptionsverhalten, Medienkompetenz.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der grundgesetzlich garantierten Medien- und Kunstfreiheit und den staatlichen sowie privatrechtlichen Zensureingriffen in Deutschland.
Zentral sind der Jugendschutz, die Geschichte der Filmzensur, sozialisationstheoretische Konzepte sowie die wissenschaftliche Medienwirkungsforschung in Bezug auf fiktionale Gewaltdarstellungen.
Das Ziel ist es, zu evaluieren, ob sich staatliche Zensurmaßnahmen durch sozialisationstheoretische Erkenntnisse und empirische Medienwirkungsforschung rechtfertigen lassen.
Die Arbeit nutzt eine kritisch-dialektische Analyse, um den Zusammenhang zwischen restriktiver Zensur, gesellschaftlichen Wertvorstellungen und theoretischen Modellen zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zur Sozialisation und Medienwirkung, vergleicht internationale Zensuransätze und diskutiert die Praxis anhand konkreter Filmbeispiele.
Wichtige Begriffe sind Filmzensur, Medienfreiheit, Jugendschutz, Sozialisationstheorie, Medienwirkungsforschung, Gewaltdarstellung und § 131 StGB.
Es dient als einschlägiges Fallbeispiel, da es die historische Entwicklung der Zensur, die willkürliche Auslegung von Rechtsbegriffen und den Wertewandel im Umgang mit Horrorklassikern über Jahrzehnte hinweg exemplarisch aufzeigt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Filmzensur im europäischen Vergleich unverhältnismäßig streng ist und oft eher politische Ängste widerspiegelt, statt auf belastbaren wissenschaftlichen Wirkungsnachweisen zu basieren.
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