Bachelorarbeit, 2013
30 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. THEORIEN UND KONZEPTE
2.1. Traditionelle Ansätze
2.2. Politik im Mehrebenensystem
3. FALLBEISPIEL: DER EUROPÄISCHE FUßBALL- TRANSFERMARKT
3.1. Phase der Konfrontation
3.2. Phase der Kooperation
4. ANALYSE
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Arbeit untersucht die europäische Integration des Sports, insbesondere die Prozesse und Akteure, die zur Verankerung dieses Bereichs in der Struktur der Europäischen Union geführt haben. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Sport trotz seiner ursprünglich autonomen Selbstregulierung in das EU-System integriert werden konnte.
3.1. Phase der Konfrontation
Der europäische Fußball- Transfermarkt ist durch die bereits angesprochene Selbstregulierung der nationalen Verbände und des europäischen Dachverbandes, der UEFA, geprägt. Als Kernelement des Transfermarkts sind die zwei Normen, das Transfersystem und die nationalen Quoten, zu nennen. Um für einen Verein auflaufen zu dürfen, müssen Spieler bei den Verbänden registriert sein und akzeptieren damit das Transfersystem, welches festlegt, unter welchen Bedingungen ein Spieler den Verein wechseln kann. Abgesehen von seiner vertraglich festgelegten Bindung an den Verein, ist ein Spieler durch nationale Quoten in den Fußballligen eingeschränkt. Diese Quoten legen fest, wie viele Spieler aus einem anderen Land eingesetzt werden dürfen und sind dafür vorgesehen, die Nationalmannschaften durch Schutz des Nachwuchses zu fördern. Zudem erhofft man sich eine Identifikation mit dem Fan (García 2007a).
Zur Legalität des Transfersystems und der Quoten äußerte sich die UEFA erstmals 1973 in einem internen Report: “It will come a moment in which individuals will start to claim their rights under EC law for free movement and employment. The professional players will then have a tendency to invoke free movement to attack the international structure of football“(UEFA 1973). Sie prophezeite damit, dass Spieler zukünftig ihre durch das EU- Recht gegebenen Freiheiten einklagen werden und dass die internationale Struktur des Fußballs dadurch verändert werden würde. Trotzdem kam die UEFA in demselben Report zu dem Schluss, dass das Transfersystem vor den Einflüssen des EU- Rechts vorerst sicher sei (UEFA 1973). In nur kurzer Zeit zeigte sich wie Recht die UEFA mit ihrer Prophezeiung hatte.
1. EINLEITUNG: Einführung in die „Spezifität des Sports“ und Darstellung des Konflikts zwischen Sportverbänden und EU-Recht sowie die Formulierung der Forschungsfrage.
2. THEORIEN UND KONZEPTE: Theoretische Einordnung durch Intergouvernementalismus, Supranationalismus und das Konzept des Mehrebenensystems zur Analyse politischer Integration.
3. FALLBEISPIEL: DER EUROPÄISCHE FUßBALL- TRANSFERMARKT: Empirische Untersuchung der Integration des Sports durch die Phasen der Konfrontation und Kooperation, insbesondere am Beispiel des Fußball-Transfersystems.
4. ANALYSE: Überprüfung der theoretischen Annahmen anhand der Ergebnisse des Fallbeispiels, um die kausalen Prozesse der Sportintegration zu identifizieren.
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die weitere Entwicklung der Sportregulierung in Europa.
Europäische Integration, Sportpolitik, Fußball-Transfermarkt, Bosman-Urteil, Financial Fair Play, Mehrebenensystem, Intergouvernementalismus, Supranationalismus, Europäische Kommission, UEFA, Vertragsverankerung, politische Steuerung, Verlaufsanalyse, Sportautonomie, Sozialdialog.
Die Bachelorarbeit analysiert, wie der Bereich Sport in das politische System der Europäischen Union integriert wurde und welche Akteure diesen Prozess maßgeblich beeinflusst haben.
Die Schwerpunkte liegen auf dem europäischen Fußball-Transfermarkt, der Entwicklung von EU-Recht im Sportbereich und dem Spannungsfeld zwischen sportlicher Selbstregulierung und supranationalem Wettbewerbsrecht.
Das Ziel ist es, die Prozesse und Akteure zu identifizieren, die dafür verantwortlich waren, dass der Sport in die Struktur der EU integriert wurde, unter Anwendung klassischer Integrationstheorien.
Der Autor nutzt eine Verlaufsanalyse (Process-tracing) als zentrale Methode, um kausale Prozesse der europäischen Integration anhand eines Fallbeispiels nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Anwendung der Theorien auf das Fallbeispiel des Fußball-Transfermarktes und die anschließende Analyse der verschiedenen Integrationsphasen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie europäische Integration, Bosman-Urteil, Financial Fair Play, Mehrebenensystem und Sportautonomie charakterisiert.
Das Urteil gilt als entscheidender Wendepunkt, der die Anwendbarkeit von EU-Recht auf den Sport rechtlich bestätigte und den Integrationsdruck auf die Verbände massiv erhöhte.
Die Arbeit sieht im Financial Fair Play eine Form der "supervised autonomy", bei der sich Verbände in Kooperation mit supranationalen Institutionen selbst regulieren, um finanzielle Stabilität zu gewährleisten.
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