Bachelorarbeit, 2013
94 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Mediale Darstellung von Liebe
2.1 Liebe innerhalb unterschiedlicher Handlungsräume
2.2 Die unbegrenzten Möglichkeiten der Liebe
3 „Lutsch mein' Schwanz!“ Deutscher Porno-Rap
3.1 Neosexismus: neues Verlangen
3.2 Zuhälter und bitches – Geschlechterdarstellung im Porno-Rap
3.3 Rezeption durch Zuhörer
4 Die Freundschaftsliebe
4.1 Die drei Arten der Freundschaft nach Aristoteles
4.2 Battle-Rap als Rivalität unter Freunden
4.3 Kool Savas vs. Eko Fresh – Das Ende einer Freundschaft
5 Heimatliebe und Identitäten im Gangsta-Rap
5.1 Heimatliebe, Herkunft und Familie
5.2 Hybride Identitäten und Migranten-Rap
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literatur- und Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht aktuelle Liebeskonzepte innerhalb der zeitgenössischen Medienlandschaft, wobei der Schwerpunkt gezielt auf deutschsprachigen Rap-Texten liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie moderne Vorstellungen von Liebe, Freundschaft und Heimat in der rauen Ästhetik von Gangsta- und Porno-Rap inhaltlich konstruiert und verhandelt werden.
3.1 Neosexismus: neues Verlangen
In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hat sich eine neue Entwicklung in der Sexualität herauskristallisiert. Volkmar Sigusch bezeichnet den neuen Trend als „Neosexismus“, dessen Entstehung er mit sozialen Bewegungen begründet und den Grund im Kapitalismus sieht. Je weniger finanzielle Sicherheit und je mehr steigende soziale Ungerechtigkeit vorherrschen, desto größer werden die sexuellen Freiräume. Die unerschöpflichen Möglichkeiten zur Auslebung der Sexualität definiert Sigusch als Ausdruck der Verschiedenartigkeit der Liebe und betont, dass die Liebe über allem stehe und eine Kostbarkeit sei, „weil sie nicht produziert und nicht gekauft werden kann.“ Auch Gunter Schmidt unterstützt diese Behauptung, indem er das Triebleben der Menschen in Zusammenhang mit den strengen Sexualverboten des früheren Kapitalismus setzt und in der Sexualität eine Kraft sieht, die „impulshaft jederzeit Macht über uns gewinnen kann.“ Die heutige Überflussgesellschaft hat jedoch dazu geführt, dass Sexualität nicht mehr als Trieb gesehen wird, sondern als Spiel mit der Lust. Sex ist zu einer Ressource geworden, die jederzeit abrufbar ist, so dass nicht die Befriedigung zur Mangelware wird, sondern die eigene Lust. Die Verschiebung der Bedürfnisse geht einher mit stetig neu „designten“ Phantasien und Träumen, die einem konstanten Doping unterliegen. Daraus ergeben sich zwei unterschiedliche Sexwelten: einerseits die alltägliche Welt des realen Sex und andererseits die der Wunschvorstellung. Phantasie und Realität überschneiden sich dabei im Normalfall nicht und keine der beiden Sexwelten hat Priorität: „Sexualität und Erotik werden also stark in die Phantasie ausgelagert und führen dort ein eigenes [...] Leben, jenseits von Partnerschaft.“
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder Liebe, Gangsta- und Porno-Rap ein und skizziert die methodische Vorgehensweise bei der Analyse dieser populärkulturellen Phänomene.
2 Mediale Darstellung von Liebe: Das Kapitel beleuchtet theoretische Konzepte der Liebe und deren Einordnung innerhalb verschiedener gesellschaftlicher Handlungsräume.
3 „Lutsch mein' Schwanz!“ Deutscher Porno-Rap: Hier wird untersucht, wie im deutschen Porno-Rap Sexualität inszeniert wird und welche Rolle Geschlechterstereotypen dabei spielen.
4 Die Freundschaftsliebe: Dieses Kapitel analysiert das Konzept der Freundschaft, ausgehend von aristotelischen Ansätzen bis hin zur Darstellung von Rivalität im Battle-Rap.
5 Heimatliebe und Identitäten im Gangsta-Rap: Die Bedeutung von Herkunft, Familie und hybrider Identität im Kontext des Migranten-Rap bildet den Kern dieses Kapitels.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und Ansätze für weiterführende Fragestellungen aufgezeigt.
7 Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen und Videoquellen auf.
Liebeskonzepte, Gangsta-Rap, Porno-Rap, Freundschaftsliebe, Identität, Heimatliebe, Neosexismus, Geschlechterstereotypen, Battle-Rap, Migranten-Rap, Populärkultur, Männlichkeitsbilder, Sozialisation, Medienanalyse.
Die Arbeit analysiert, wie moderne Konzepte von Liebe und Identität in deutschsprachigen Rap-Texten, insbesondere im Gangsta- und Porno-Rap, dargestellt und in Szene gesetzt werden.
Die zentralen Themen umfassen die mediale Darstellung von Sexualität, die Konstruktion von Geschlechterbildern, die philosophische Betrachtung von Freundschaft im Rap sowie die Suche nach Identität und Heimat.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rap-Künstler durch ihre Texte gesellschaftliche Konzepte wie Liebe und Zugehörigkeit interpretieren und zur Identitätsstiftung innerhalb ihrer jeweiligen Subkulturen nutzen.
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Untersuchung, die auf Basis einer Literaturanalyse verschiedene Rap-Texte als Untersuchungsobjekte unter Einbeziehung soziologischer und philosophischer Theorien analysiert.
Im Hauptteil werden die Darstellung von Sexualität im Porno-Rap, das Konzept der Freundschaft im Battle-Rap sowie die Themen Heimat und Migration im Gangsta-Rap anhand konkreter Liedtexte detailliert untersucht.
Die wichtigsten Begriffe sind Neosexismus, Geschlechterrollen, Battle-Rap, Identitätskonstruktion, Heimatliebe und die Ambivalenz medialer Inszenierungen im Hip-Hop.
Die Arbeit zeigt, dass Freundschaft im Battle-Rap oft instrumentalisiert wird; dabei wird von aristotelischen Idealen der Freundschaft ausgegangen, um den Kontrast zur oft feindseligen Auseinandersetzung im Rap zu verdeutlichen.
Heimat wird hier oft als hybrides Konzept verhandelt, das zwischen Herkunft, lokaler Verwurzelung (z.B. im Ruhrgebiet) und dem Streben nach Anerkennung in der deutschen Gesellschaft oszilliert.
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