Masterarbeit, 2013
79 Seiten, Note: 1,3
1.) Einleitung
2.) Einwanderung in die USA: “Tan lejos de Dios y tan cerca de los Estados Unidos.“
2.1) Hispanics in den USA
2.2) Mexikaner in den USA
2.2.1) Geschichtlicher Überblick
2.2.2) La frontera: Die mexikanisch-amerikanische Grenze
2.2.3) Illegale Einwanderung und amerikanische Gegenmaßnahmen
2.3) Auswirkungen innerhalb der USA
3.) Menschen in Bewegung: Zur Mobilität von Raum, Kultur und Individuum
3.1) Grenze: Ein Definitionsversuch
3.2) Räume erschaffen
3.2.1) Raumtypen und Raumhierarchisierungen
3.2.2) Kulturelle Räume
3.2.3) Zuschauerraum trifft Handlungsraum: Realität und Fiktion im Kino
3.3) Inklusion und Exklusion durch soziale Gemeinschaften
4.) Filmanalyse: Sin Nombre
4.1) Der Regisseur: Cary Joji Fukunaga
4.2) Sin Nombre – Der Film
4.2.1) Zusammenfassung
4.3) Entwicklung der Charaktere
4.3.1) Willy/El Casper
4.3.1.1) Ausgangssituation
4.3.1.2) Privatleben vs. Gangleben
4.3.1.3) Finale Situation
4.3.2) Sayra
4.3.2.1) Ausgangssituation
4.3.2.2) Die Beziehung zwischen Sayra und Willy
4.3.2.3) Finale Situation
4.3.3) Benito/El Smiley
4.3.3.1) Ausgangssituation
4.3.3.2) Willy vs. Smiley – Gut gegen Böse?
4.3.3.3) Finale Situation
4.4) Andere Räume im Film
4.4.1) Destroyer
4.4.2) Friedhof
4.5) Leitmotive des Films
4.5.1) Fluss
4.5.2) Natur
4.5.3) Zug
4.6) Potentielle Lesarten des Films
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Grenzüberschreitungen und Mobilität von hispanischen Migranten in Cary Fukunagas Film "Sin Nombre". Ziel ist es, die physischen, sozialen und kulturellen Barrieren zu analysieren, denen die Hauptcharaktere auf ihrem Weg gen Norden gegenüberstehen, und dabei das Konzept des Raumes und der Grenze unter Einbeziehung soziologischer und kulturwissenschaftlicher Theorien kritisch zu beleuchten.
4.3.1.1 Ausgangssituation
Die erste Filmszene zeigt einen herbstlichen Wald, durch den sich ein Weg schlängelt, der vom Betrachter weg und in die Bildtiefe hinein führt. Der Zoom der Kamera lässt den Zuschauer in den Wald eintauchen und verleiht der Natur eine gewisse Dynamik und Lebendigkeit. Die Weitläufigkeit des abgebildeten Waldstücks ist jedoch eine Täuschung, da der Zuschauer sich nicht in einem realen Wald befindet, sondern eine Fotografie, genauer eine Wandtapete, betrachtet. Der Blick der Kamera korrespondiert mit Willys Blickwinkel, der auf einem Stuhl sitzend, die Tapete betrachtet. Das abgebildete Herbstmotiv symbolisiert Weite und hat offensichtlich das Ziel, die Enge des architektonischen Raumes aufzuheben. Des Weiteren lässt das Motiv eine Sehnsucht des jungen Mexikaners erkennen, die das Publikum zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht definieren kann.
Der Kontrast zwischen der imaginierten Welt der Wandtapete und der realen Welt in der sich die Hauptfigur befindet, wird in den folgenden Einstellungen deutlich. Zunächst einmal steht die Reinheit der Natur der ärmlichen und verdreckt wirkenden Wohnungseinrichtung konträr gegenüber. Auch die Stille, die Willy in seiner Wohnung noch umgeben hat wird durchbrochen, als er das Zimmer verlässt und auf die lauten, engen Straßen Tapachulas hinausgeht. Dieser Eindruck wird durch die einsetzende Filmmusik noch weiter verstärkt. Das folkloristisch-mexikanische Musikstück hilft dem Zuschauer bei der Verortung Willys und dessen sozialen wie kulturellen Lebensraums. Die lateinamerikanische Musik stellt ebenfalls einen Gegenpol zu o. g. Wandtapete dar, da die abgebildete Flora vielmehr an den mitteleuropäischen oder nordamerikanischen Raum erinnert.
1.) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Dynamik der Migration zwischen Mexiko und den USA sowie die Relevanz des Films "Sin Nombre" als Analyseobjekt.
2.) Einwanderung in die USA: “Tan lejos de Dios y tan cerca de los Estados Unidos.“: Dieses Kapitel skizziert den historischen und sozioökonomischen Kontext der Einwanderung, einschließlich der Bedeutung der Grenze und amerikanischer Gegenmaßnahmen.
3.) Menschen in Bewegung: Zur Mobilität von Raum, Kultur und Individuum: Hier werden theoretische Grundlagen zu Grenzbegriffen, Raumtheorien (Bourdieu, Foucault) und der Bedeutung sozialer Gemeinschaften für Inklusion und Exklusion diskutiert.
4.) Filmanalyse: Sin Nombre: Dieser Hauptteil analysiert den Film, die Charakterentwicklungen von Willy, Sayra und Smiley sowie die symbolische Bedeutung zentraler Räume und Motive im Film.
5.) Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines dynamischen Verständnisses von Raum und Grenze im Kontext der modernen Migration.
Migration, Sin Nombre, Cary Fukunaga, Raumtheorie, Grenze, Mara Salvatrucha, kulturelle Identität, soziale Räume, USA, Mexiko, Filmanalyse, Transkulturalität, Mobilität, Third Space, Wirtschaftsflüchtlinge.
Die Arbeit analysiert die Grenzüberschreitungen hispanischer Migranten am Beispiel des Films "Sin Nombre" und verknüpft dabei filmwissenschaftliche Beobachtungen mit soziologischen Theorien über Raum, Kultur und soziale Identität.
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte zwischen Mexiko und den USA, Konzepte der physischen und sozialen Raumgestaltung, die Rolle von Ganggesellschaften wie der Mara Salvatrucha sowie die filmische Repräsentation von Migration.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Migranten physische und kulturelle Grenzen überwinden und wie Fukunaga diese Prozesse filmisch inszeniert, um über die reine Dokumentation hinaus die individuelle Dimension von Migration aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine Filmanalyse, die auf einem theoretischen Rahmen aus Geographie, Soziologie und Kulturwissenschaften basiert, um die filmischen Narrative und Raummotive zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Filmanalyse, die Vorstellung des Regisseurs, die Charakterentwicklung der drei Protagonisten (Willy, Sayra, Smiley) sowie die Analyse filmischer Leitmotive wie dem Zug, der Natur und dem Fluss.
Schlüsselwörter sind unter anderem Migration, Raumtheorie, Grenze, Identität, Transkulturalität und das spezifische Migrationsdrama "Sin Nombre".
Willy wird als tragischer Hoffnungsträger gezeichnet, der versucht, sich aus kriminellen Strukturen zu lösen, während Smiley eine negative Entwicklung vom unschuldigen Jungen zum Mörder durchläuft, um in der Ganghierarchie aufzusteigen.
Der Zug dient als ambivalentes Leitmotiv: Einerseits symbolisiert er als "Bestie" Gefahr und Tod, andererseits als Hoffnungsträger das Bestreben der Migranten, ihrem Schicksal zu entkommen und in eine vermeintlich bessere Welt aufzubrechen.
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