Masterarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
I. 1 Olympische Spiele, Politik und Medien
I. 2 Die deutsche Sportberichterstattung der 1980er Jahre
I. 3 Methode und Grundlagen der Untersuchung
II. Der Boykott von Moskau – Eine Medieninhaltsanalyse
II. 1 Die NATO erwägt erstmals einen Boykott der Olympischen Sommerspiele
II. 2 Die 82. IOC-Session in Lake Placid
II. 3 Das US-amerikanische IOC überlässt Präsident Carter die Teilnahmeentscheidung
II. 4 Internationale Sportlerinitiativen für Olympia
II. 5 Die Idee einer „Gegen-Olympiade“
II. 6 Britisches NOK entscheidet sich für eine Teilnahme
II. 7 Die Bundesregierung rät dem NOK von einer Olympiateilnahme ab
II. 8 Das NOK der Vereinigten Staaten entscheidet gegen eine Olympiateilnahme
II. 9 Reaktionen auf den Rat der Bundesregierung
II. 10 Der einflussreiche DSB-Präsident Willi Weyer
II. 11 Die entscheidende Sitzung des NOKs der Bundesrepublik
II. 12 Die Olympiavorbereitungen
II. 13 Die 83. IOC-Session in Moskau
II. 14 Die XXII. Olympischen Sommerspiele von Moskau
II. 15 Die Olympiaberichterstattung in Ost und West
II. 16 Abschlussfeier und Fazit der Presse
III. Fazit
III. 1 Die Bedeutung der Medien in der Boykottdebatte
III. 2 Die Standpunkte der Zeitungen
IV. Bibliographie
Die Arbeit untersucht die mediale Berichterstattung und politische Debatte rund um den Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau anhand von drei deutschen Tageszeitungen (FAZ, Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland), um die Verflechtung von Sport und Politik während des Kalten Krieges aufzuzeigen.
II. 1 Die NATO erwägt erstmals einen Boykott der Olympischen Sommerspiele
Nach der Sitzung des NATO-Rates am 1. Januar in Brüssel, auf der NATO-Generalsekretär Joseph Luns erstmals von einem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau als „Gegenmaßnahme“ zu der sowjetischen Intervention in Afghanistan sprach, begann man weltweit die Bedrohung Olympias durch einen eventuellen Boykott zu realisieren.
Der Präsident des bundesdeutschen Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Willi Daume, warnte in der FAZ vom 4. Januar vor „unabsehbaren Folgen für den internationalen Sport“ und „dem Anfang vom Ende“ der Olympischen Spiele. Es bestünde die Gefahr, „daß die Sowjetunion und ihre Verbündeten“ als Reaktion von den Winterspielen in Lake Placid und den Sommerspielen 1984 in Los Angeles fernblieben.
Unterstützung erhielt Daume für sein Plädoyer von Politikern aller im Bundestag vertretenen Parteien. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Wischnewski betonte, dass nur politische Maßnahmen geeignet wären, um Druck auf Moskau auszuüben. Diese Einschätzung einiger Parteien sollte sich jedoch im Laufe der folgenden Wochen und Monate entscheidend ändern.
Ignati Nowikow, Stellvertreter des Vorsitzenden des UdSSR-Ministerrates und Vorsitzender des Organisationskomitees (OK) der Moskauer Spiele, sah die Olympiade zu diesem Zeitpunkt durch einen eventuellen Boykott jedoch nicht gefährdet und ging im Interview mit dem Neuen Deutschland (ND) von einer Teilnahme von 125 bis 130 Staaten aus.
„Zugleich müsse man aber feststellen, daß die Olympischen Sommerspiele 1980 im Ausland nicht nur Freunde, sondern auch Feinde hätten, die versuchen, diese Sportveranstaltung dazu zu mißbrauchen, die UdSSR zu verleumden und zu diffamieren und die politische Atmosphäre in der Welt zu vergiften. (...) Diese Machenschaften erhalten jedoch überall eine gebührende Abfuhr durch die fortschrittlich gesinnte Öffentlichkeit.“
I. Einleitung: Einführung in das Thema der Verknüpfung von Sport und Politik sowie Darlegung der Untersuchungsmethode.
II. Der Boykott von Moskau – Eine Medieninhaltsanalyse: Detaillierte chronologische Analyse der politischen Ereignisse und der entsprechenden Presseberichte bis hin zu den Spielen.
III. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Medienrolle und der unterschiedlichen Standpunkte zur Boykottdebatte.
IV. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Olympische Spiele, Moskau 1980, Boykott, Kalter Krieg, Sport und Politik, Medienanalyse, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Willi Daume, IOC, Afghanistan-Konflikt, Pressefreiheit, Propaganda, Sportberichterstattung, Internationale Beziehungen.
Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen und der medialen Begleitung des Boykotts der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau durch westliche Staaten als Reaktion auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan.
Zentrale Themen sind die politisch motivierte Einflussnahme auf den Sport, der Vergleich der Berichterstattung in unterschiedlichen politischen Mediensystemen und die Rolle der Nationalen Olympischen Komitees.
Das Ziel ist die Analyse der chronologischen Entwicklung der Boykottdebatte und die Untersuchung, inwiefern der Sport als politisches Instrument missbraucht wurde.
Die Arbeit nutzt die Methode der Medieninhaltsanalyse anhand dreier ausgewählter Tageszeitungen (FAZ, FR, ND) über den Zeitraum vom 1. Januar bis 6. August 1980.
Im Hauptteil wird der Verlauf der Debatte nachgezeichnet, beginnend bei den ersten NATO-Überlegungen über die Positionierung der NOKs bis hin zur Eröffnung der Spiele und der Berichterstattung während des Wettbewerbs.
Wichtige Begriffe sind Boykott, Olympische Spiele, Kalter Krieg, Medieninhaltsanalyse und der Konflikt zwischen sportlicher Autonomie und staatlicher Einflussnahme.
Weil die Presse als Spiegel der politischen Meinung im Kalten Krieg fungierte und maßgeblich zur Meinungsbildung von Sportlern und Funktionären beitrug.
Die Zeitungen spiegelten die jeweiligen politischen Ausrichtungen wider: Das Neue Deutschland vertrat die SED-Linie, während FAZ und Frankfurter Rundschau unterschiedliche westdeutsche Perspektiven (liberal-konservativ bis links-liberal) einnahmen.
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