Magisterarbeit, 2013
193 Seiten, Note: ausgezeichnet
0 EINLEITUNG
0.1 Problemstellung
0.2 Forschungsgegenstand
0.3 Ziel der Arbeit
0.4 Forschungsstand
0.5 Methode und Gliederung der Arbeit
Erstes Kapitel: AMBIGUITÄT IN NATÜRLICHER SPRACHE
1.1 Terminologie und Abgrenzung
1.1.1 Der Begriff Ambiguität
1.1.2 Ambiguität und Vagheit
1.2 Die Existenz der Ambiguität
1.3 Ambiguität auf den drei Ebenen der Bedeutung
1.3.1 Bedeutungsebenen
1.3.1.1 Die Ausdrucksbedeutung
1.3.1.2 Die Äußerungsbedeutung
1.3.1.3 Der kommunikative Sinn
1.4 Lexikalische & kompositionale Bedeutung
1.5 Kompositionalitätsprinzip & Kompositionale Ambiguität
1.6 Ambiguität: Eigenschaft des Systems oder Ergebnis des Sprachgebrauchs?
1.7 Kontextebenen und Ambiguitätsgrade
1.7.1 Kontextebenen
1.7.2 Ambiguitätsgrade
1.7.2.1 Potentielle Ambiguität
1.7.2.2 Phrasale Ambiguität
1.7.2.3 Phrastische Ambiguität
Zweites Kapitel: TYPEN SPRACHLICHER AMBIGUITÄT IM DEUTSCHEN
2.0 Einführung
2.1 Lexikalische Ambiguität
2.1.1 Homonymie
2.1.1.1 Totale Homonymie
2.1.1.2 Partielle Homonymie
2.1.1.3 Homographie und Homophonie
2.1.2 Polysemie
2.1.3 Etymologie als Kriterium für die Abgrenzung von Homonymie und Polysemie
2.1.4 Verhältnis von Homonymie und Polysemie
2.1.5 Komplexe Lexien als lexikalische Ambiguität
2.2 Syntaktische Ambiguität
2.3 Logisch-semantische Ambiguität
2.4 Pragmatische Unbestimmtheit
Drittes Kapitel: TYPEN SPRACHLICHER AMBIGUITÄT IM ARABISCHEN
3.0 Einführung
3.1 Phonologische Ambiguität
3.1.1 Die Intonation als disambiguierender Faktor in der geschriebenen Sprache
3.2 Lexikalische Ambiguität
3.2.1 Homonymie & Polysemie
3.2.1.1 Morphologische Ambiguität
3.2.1.2 Worte mit zwei entgegengesetzten Bedeutungen (al-ÞaÃdÁd الأضداد)
3.3 Syntaktische Ambiguität
3.4 Pragmatische Unbestimmtheit im Arabischen
Viertes Kapitel: FORMEN DER SYNTAKTISCHEN AMBIGUITÄT IM DEUTSCHEN
4.0 Einführung
4.1 Lexikalische, strukturelle und transformationelle Ambiguität
4.2 "Intuitive" vs. "formale" syntaktische Ambiguität
4.3 Rolle der Umformung syntaktischer Einheiten unter Synonymie bei der Bedeutungsbestimmung
4.4 Anbindungsambiguität in Präpositionalphrasen
4.4.1 Anbindungsmöglichkeiten der Präpositionalphrasen im Deutschen
4.4.1.1 Rechte Assoziation „Right Association“- Anbindung an die direkt vorausgehende Nominalphrase:
4.4.1.2 Minimale Anbindung „Frazier's Minimal Attachment“ - Anbindung ans Verb
4.4.1.3 Anbindung an ein Adjektiv
4.4.1.4 Anbindung an eine höhere Nominalphrase:
4.5 Rolle der semantischen Informationen bei der Disambiguierung syntaktischer Ambiguitäten
4.6 Grundtypen syntaktischer Ambiguität bei Agricola (1968)
4.6.1 Grundtyp I = SM I
4.6.2 Grundtyp II = SM II
4.6.3 Grundtyp III = SM III
4.7 Stufen der syntaktischen Mehrdeutigkeiten von Sätzen
4.8 Erscheinungsformen der syntaktischen Ambiguität
Fünftes Kapitel: FORMEN DER SYNTAKTISCHEN AMBIGUITÄT IM ARABISCHEN
5.0 Einführung
5.1 Referenz des Personalpronomens
5.2 Genitivverbindung
5.3 Anbindungsambiguität im Arabischen
5.3.1 Anbindungsambiguität in Präpositionalphrasen im Arabischen
5.3.2 Anbindungsambiguität des attributiven Adjektivs
5.3.3 Anbindungsambiguität des attributiven Relativsatzes
5.3.4 Anbindungsambiguität der Apposition
5.3.5 Anbindung als Apposition oder Prädikat
5.3.6 Anbindungsambiguität der Koordination
5.3.7 Anbindungsambiguität des ḤÁl-Akkusativs
5.4 Mehrdeutigkeit der Verbindungspartikel و
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Ambiguität und insbesondere der syntaktischen Ambiguität in den Sprachen Deutsch und Arabisch. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Entstehung und der Auflösung (Disambiguierung) solcher Mehrdeutigkeiten in beiden Sprachsystemen theoretisch fundiert darzulegen und anhand konkreter Beispiele zu analysieren.
0.1 Problemstellung
Die Ökonomie der Sprache beruht genau darauf, dass uns eine endliche Menge von Ausdrücken zur Verfügung steht, mit der sich eine viel größere Menge von Situationen aus dem (mentalen) Lexikon wiedergeben lässt. Ansonsten würde die Zahl der Sätze sehr groß oder sogar unendlich. So kann derselbe Ausdruck in verschiedenen Kontexten ganz verschiedene Bedeutungen besitzen. Deshalb kommen wir mit einem endlichen Vorrat von Zeichen aus. Fast alle Inhaltswörter und auch ganze Sätze können mehrere Lesarten haben. Der Begriff „Ambiguität“ ist der Fachausdruck für dieses Phänomen.
Ambiguität existiert auf vielen linguistischen Ebenen. Damit lässt sich z. B. zwischen lexikalischer und struktureller Ambiguität unterscheiden; aber dies sind wiederum Sammelbegriffe für eine Vielzahl unterschiedlicher Probleme. Lexikalische Mehrdeutigkeit kann die beiden Phänomene Homonymie und Polysemie betreffen. In der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob ein mehrdeutiges Lexem der Homonymie oder Polysemie angehört, damit die beiden Begriffe voneinander abgegrenzt werden können.
Strukturelle Ambiguität lässt sich den Kernpunkt der vorliegenden Arbeit bezeichnen. Sie tritt auf, wenn Worte auf unterschiedliche Weisen gruppiert werden können, oder wenn es verschiedene Interpretationen gibt, in welcher Relation Worte oder größere Konstituenten stehen. Die Bedeutung eines Satzes bzw. eines komplexen Ausdrucks ergibt sich also nicht nur aus der Bedeutung der Einzelausdrücke, sondern auch aus der Art und Weise, wie sie syntaktisch zusammengesetzt sind (der Struktur des Gesamtausdrucks).
0 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, definiert den Forschungsgegenstand und die Zielsetzung der Arbeit, ordnet den Forschungsstand ein und erläutert die deskriptiv-analytische Methode.
Erstes Kapitel: AMBIGUITÄT IN NATÜRLICHER SPRACHE: Hier werden Definitionen von Ambiguität erörtert, von Vagheit abgegrenzt und die verschiedenen Ebenen der Bedeutung sowie Kontextebenen und Ambiguitätsgrade beleuchtet.
Zweites Kapitel: TYPEN SPRACHLICHER AMBIGUITÄT IM DEUTSCHEN: Dieses Kapitel widmet sich der Typisierung sprachlicher Ambiguitäten im Deutschen, unterteilt in lexikalische, syntaktische, logisch-semantische und pragmatische Ambiguität.
Drittes Kapitel: TYPEN SPRACHLICHER AMBIGUITÄT IM ARABISCHEN: In diesem Kapitel werden analog zum zweiten Kapitel die Arten der sprachlichen Ambiguität im Arabischen untersucht, wobei spezifische arabische Aspekte wie Intonation und Rhetorik einbezogen werden.
Viertes Kapitel: FORMEN DER SYNTAKTISCHEN AMBIGUITÄT IM DEUTSCHEN: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Erscheinungsformen der strukturellen Ambiguität im Deutschen, insbesondere Anbindungsphänomene, und stellt Agricolas Grundtypen vor.
Fünftes Kapitel: FORMEN DER SYNTAKTISCHEN AMBIGUITÄT IM ARABISCHEN: Das Kapitel befasst sich mit den Quellen struktureller Ambiguität im Arabischen, wie Referenz, Genitivverbindungen und Anbindungsphänomene, und zeigt deren Disambiguierung auf.
Ambiguität, Mehrdeutigkeit, syntaktische Ambiguität, Vagheit, Homonymie, Polysemie, Kompositionalität, Diskursanalyse, Sprachsystem, Pragmatik, Disambiguierung, Strukturierung, arabische Sprachwissenschaft, deutsche Linguistik.
Die Arbeit befasst sich mit der mehrfachen Analysierbarkeit von sprachlichen Strukturen, also der Ambiguität, und vergleicht dabei die Sprachsysteme des Deutschen und des Arabischen.
Zu den zentralen Themen gehören die begriffliche Abgrenzung von Ambiguität und Vagheit, die Typisierung syntaktischer Mehrdeutigkeiten sowie die Analyse der Mechanismen zur Auflösung (Disambiguierung) solcher Strukturen in den beiden Sprachen.
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entstehung und Interpretation syntaktischer Ambiguitäten zwischen dem Deutschen und dem Arabischen aufzuzeigen und die linguistischen Quellen für dieses Phänomen zu typisieren.
Die Arbeit verwendet eine deskriptiv-analytische Methode, um sprachliche Phänomene in verschiedenen Kapiteln systematisch zu erfassen, zu kategorisieren und anhand ausgewählter Beispiele zu illustrieren.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Ebenen der Ambiguität) gelegt, gefolgt von der Typisierung sprachlicher Mehrdeutigkeiten im Deutschen und Arabischen sowie der detaillierten Analyse syntaktischer Ambiguitätsformen und deren Disambiguierung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ambiguität, Homonymie, Polysemie, syntaktische Struktur, Anbindungsambiguität, Disambiguierung und der Vergleich der beiden Sprachsysteme.
Homonymie bezieht sich auf verschiedene Lexeme, die zufällig dieselbe Form haben, während Polysemie ein Lexem bezeichnet, das mehrere miteinander zusammenhängende Bedeutungsvarianten aufweist.
Präpositionalphrasen sind eine häufige Quelle für Anbindungsambiguität, da sie syntaktisch an verschiedene Satzglieder (z. B. Verb oder Nominalphrase) gebunden werden können, was zu unterschiedlichen Interpretationen des Gesamtsatzes führt.
Ein spezifisches Merkmal ist die Bedeutung der Vokalisierung und Satzmelodie zur Disambiguierung, da die arabische Schrift oft ohne Hilfszeichen (al-harakat) die syntaktische Struktur nur begrenzt explizit macht.
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