Diplomarbeit, 2005
114 Seiten, Note: 1,3
Ingenieurwissenschaften - Schiffstechnik, Schiffsbau, Ozeantechnik
1. Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Vorgehen und Aufbau der Arbeit
2. Entwicklung der Lecksicherheit und Leckstabilität
2.1. Historie
2.2. Internationale Forschungsvorhaben
3. Aktuell geltende IMO-Vorschriften zur Unterteilung und Leckstabilität von Frachtschiffen
3.1. Schiffstypenspezifische Regelwerke
3.2. Aktuelle bauliche Lösungen
4. Grundlagen aus der Intaktstabilität
4.1. Bezugssystem der Koordinaten und Momentenrechnung
4.2. Referenzpunkte im Schiffsquerschnitt
4.3. Das Beurteilungskriterium der Anfangsstabilität – die Strecke GM’
4.4. Das Beurteilungskriterium der Neigungsstabilität – die Hebelarmkurve
4.5. Die IMO-Stabilitätskriterien
4.6. Die GM-Grenzkurve
5. Hintergrund: Problemstellungen beim leckgeschlagenen Trockenfrachter
5.1. Ursachen und Kriterien für ein Leckschlagen und Fluten
5.1.1. Kein wetter- und wasserdichter Verschlusszustand
5.1.2. Schiffsverbände oder Teile des Schiffes
5.1.3. Verrutschen und Übergehen von Ladung
5.1.4. Kollision
5.1.5. Grundberührung
5.1.6. Explosion, Brand und Brandabwehr
5.1.7. Vereisung und Wasseraufnahme der Decksladung
5.1.8. Wind und Seegang, die natürlichen Risiken der Seefahrt
5.2. Folgen für die Stabilität und Festigkeit
5.2.1. Flutung und progressive Flutung
5.2.2. Freie Oberflächen
5.2.3. Kritische Zwischenzustände
5.2.4. Tiefertauchung, Verlust des Freibords und Auftriebs
5.2.5. Festigkeitsverlust der Schiffsverbände
5.2.6. Veränderte Stabilität
6. Verfahren der Leckstabilitätsrechnung
6.1. Grundlagen und Begriffsbestimmungen
6.1.1. Wasserdichte Abteilungen
6.1.2. Wasserdichte und wetterdichte Öffnungen
6.1.3. Methode des fortfallenden Auftriebs
6.2. Deterministische Rechnung
6.2.1. Anwendung
6.2.2. Der Abteilungsstatus
6.2.3. Ermittlung neuer Stabilitätswerte
6.2.4. Deterministische Forderungen nach SOLAS Kap. II-1
6.2.5. Deterministische Forderungen für Schiffe nach ILLC 66/88
6.2.6. Deterministische Forderungen für Tanker nach MARPOL 73/88, IGC-, GC-, IBC und BCH-Code
6.3. Probabilistische Rechnung
6.3.1. Anwendung
6.3.2. Gründe für die Entwicklung der Probabilistik
6.3.3. Leckrechnung durch Statistiken
6.3.4. Grundforderung: A ≥ R
6.3.5. Geforderter Unterteilungsgrad - Index R
6.3.6. Erreichter Unterteilungsgrad - Index A
6.3.6.1. Berechnung von pi, der Teilgebietswahrscheinlichkeit
6.3.6.2. Berechnung von si, dem Bewertungsfaktor für die Resthebelarmkurve
7. Computergestützte Leckrechnung
7.1. Erläuterungen am Beispiel NAPA
7.2. Beispielfälle an einem 2700 TEU Container-Schiff
7.2.1. Leckfall 1: Schiff hält dem Leckfall rechnerisch stand
7.2.2. Leckfall 2: Schiff hält dem Leckfall rechnerisch nicht stand
7.3. Emergency Response Service (ERS)
8. Beurteilung der Leckstabilität an Bord des Schiffes
8.1. Damage Control Plan (Lecksicherheitsplan)
8.2. Damage Control Booklet (Lecksicherheitshandbuch)
8.3. Damage Consequence Diagrams
8.4. Ermittlung der Gefahrenquellen und erste Sofortmaßnahmen unter Benutzung des Damage Control Booklets
8.4.1. Lokalisieren des Schadens und seiner möglichen Ausdehnung
8.4.2. Manöver zur Verminderung von Krängung und Schiffs-Stress
8.4.3. Verschlusszustand prüfen und ggf. wiederherstellen
8.4.4. Stabilitätswerte nach Leckfall neu ermitteln
8.4.5. Externe Unterstützung anfordern
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, dem Schiffsführungspersonal eine fundierte Einführung in die Problematik und die Berechnungsmethoden der Leckstabilität von Frachtschiffen zu geben, um im Havariefall eine sachkundige Entscheidungsfindung zu ermöglichen.
5.1.1. Kein wetter- und wasserdichter Verschlusszustand
Gefahrenquellen entstehen für das Schiff z.B. bei Undichtigkeit des Kettenkastens im Vorschiff, Lüftungsschächten, Türen und anderen als wasserdicht konzipierten baulichen Einrichtungen. Lukensülle von Wetterdecksluken, besonders bei Box-Shaped-Luken können sich bei besonders schwerer Ladung und punktuellen Belastungen so verformen, dass sie nicht mehr wetterdicht mit dem Lukendeckel abschließen.
Grundursache ist hier Schlechtwetter und übergehende See. Rollbewegungen durch Seegang erzeugen übergehende Wellen und verschlimmern die Situation dadurch, dass es sehr riskant ist, den Verschlusszustand ordnungsgemäß oder behelfsweise am mittleren Schiff oder Vorschiff herzustellen. Wasser dringt mit der Zeit in das Schiffsinnere ein. Hier liegt zwar keine Verletzung des Schiffkörpers vor, dennoch muss dies entsprechend eines Leckfalls betrachtet werden.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Seetüchtigkeit und Leckstabilität sowie Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2. Entwicklung der Lecksicherheit und Leckstabilität: Historischer Rückblick auf die Entwicklung von Lecksicherheitsbestimmungen und internationale Forschungsvorhaben.
3. Aktuell geltende IMO-Vorschriften zur Unterteilung und Leckstabilität von Frachtschiffen: Übersicht über die relevanten internationalen Regelwerke wie SOLAS und MARPOL sowie deren Anwendung auf verschiedene Schiffstypen.
4. Grundlagen aus der Intaktstabilität: Vermittlung der notwendigen theoretischen Basiskenntnisse zur Stabilität, wie Bezugssysteme und Stabilitätskriterien.
5. Hintergrund: Problemstellungen beim leckgeschlagenen Trockenfrachter: Analyse von Ursachen für Leckagen und deren gravierende Folgen für die Schiffsstabilität und Festigkeit.
6. Verfahren der Leckstabilitätsrechnung: Detaillierte Darstellung der deterministischen und probabilistischen Berechnungsverfahren zur Bewertung der Überlebensfähigkeit.
7. Computergestützte Leckrechnung: Vorstellung moderner Software-Lösungen zur Leckrechnung am Beispiel von NAPA und der Notfallunterstützung durch den Emergency Response Service.
8. Beurteilung der Leckstabilität an Bord des Schiffes: Praxisorientierte Anleitung für die Schiffsführung zur Nutzung von Lecksicherheitsplänen und Handbüchern in Notfallsituationen.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über den Stand der Technik und die fortbestehende Notwendigkeit menschlicher Fachkompetenz bei der Beurteilung von Havarien.
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Die Diplomarbeit befasst sich mit der Beurteilung der Leckstabilität von Frachtschiffen unter Berücksichtigung aktueller internationaler Sicherheitsvorschriften und technischer Hilfsmittel für die Schiffsführung.
Die Arbeit umfasst die theoretischen Grundlagen der Stabilität, die Analyse von Leckursachen, die detaillierte Darstellung von Rechenverfahren und praktische Anleitungen für das Notfallmanagement an Bord.
Ziel ist es, Nautikern ein fundiertes Verständnis für die komplexe Leckstabilitätsrechnung zu vermitteln, damit sie im Havariefall in der Lage sind, fundierte Entscheidungen zur Sicherung des Schiffes zu treffen.
Es werden die mathematischen und regeltechnischen Grundlagen (deterministisch und probabilistisch) erläutert, ergänzt durch die Anwendung der Methode des fortfallenden Auftriebs sowie die Vorstellung computergestützter Analysetools.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Stabilität, eine detaillierte Erläuterung der Leckrechnungsverfahren sowie die praktische Anwendung von Lecksicherheitsdokumenten und Software an Bord.
Die wichtigsten Schlagworte sind Leckstabilität, SOLAS, probabilistische und deterministische Leckrechnung, Damage Control Plan/Booklet und Notfallmanagement.
Das Projekt HARDER lieferte essenzielle statistische Daten und charakteristische Faktoren über Schiffsunfälle, die maßgeblich in die probabilistischen Berechnungsformeln der heutigen IMO-Vorschriften eingeflossen sind.
Ein ERS bietet im Havariefall eine sofortige, professionelle und computergestützte Berechnung der Situation durch Spezialisten an Land, die weit über das an Bord Machbare hinausgeht und somit entscheidend zur Rettung des Schiffes beitragen kann.
Die grundlegende Forderung lautet A ≥ R, wobei der erreichte Unterteilungsgrad A größer oder gleich dem geforderten Sicherheitsniveau R sein muss.
Es dient dem Kapitän und der Besatzung als schnell zugängliches Instrument, um Informationen über Leckfälle, Maßnahmen und Arbeitsabläufe zur Wiederherstellung der Stabilität im Notfall zu erhalten.
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