Diplomarbeit, 2002
139 Seiten, Note: 1,0
Einführung
1. Partizipation und Demokratie
1.1 Grundlagen der Demokratietheorie
1.2 Normatives versus instrumentelles Demokratieverständnis
1.2.1 Elitäres Demokratieverständnis
1.2.2 Egalitäres Demokratieverständnis
1.3 Repräsentative versus direkte Demokratie
1.3.1 Direkte Demokratie der Schweiz
1.3.2 Repräsentative Demokratie der BRD
1.4 Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation
2. Partizipation in der Stadtplanung
2.1 Geschichte von Partizipation in der Planung
2.1.1 Stadtplanung im Wandel
2.1.2 Entwicklung von Partizipation in der Planung
2.2 Partizipation in der Planung heute
2.2.1 Aufgaben der Planung und formelle Beteiligung
2.2.2 Neue Planungsverfahren und informelle Beteiligung
2.3 Möglichkeiten und Grenzen informeller Partizipation
2.3.1 Erwartungen und Anforderungen an informelle Verfahren
2.3.2 Bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft
2.3.3 Soziale Ungleichheit und Partizipation
3. Neue Partizipationschancen durch neue Medien?
3.1 Neue Medien und „Elektronische Demokratie“
3.2 Neue Medien in der Planungsbeteiligung
3.3 Möglichkeiten und Grenzen von Partizipation durch Neue Medien
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial neuer Medien wie des Internets im Rahmen von Beteiligungsverfahren in der Stadtplanung. Das primäre Ziel ist es, die häufig optimistischen Erwartungen an eine verbesserte Partizipation durch direkte, digitale Kommunikation kritisch auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen und dabei die Möglichkeiten sowie die systemischen Grenzen dieses Ansatzes herauszuarbeiten.
3.1 Neue Medien und „Elektronische Demokratie“
Mit dem Begriff „neue Medien“ werden moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (I+K-Technologien, oder IKT) bezeichnet. Das bekannteste und am weitesten verbreitete Medium ist das Internet, das wiederum in verschiedene Kommunikationsformen unterteilt wird, wie z.B. World Wide Web (WWW), E-Mail, Newsgroups, Chats oder Intranets.
Dieser dezentrale Charakter des Internets, und die schnelle, relativ zeit- und ortsunabhängige Kommunikationsmöglichkeit, dienen auch zur Begründung der demokratischen Potentiale des Mediums. Jeder Teilnehmer im Netz sei gleichberechtigt und, entgegen der gängigen Praxis politischer Kommunikation, durch die Interaktivität des Mediums jederzeit sowohl Sender als auch Empfänger. Damit könnten durch elektronische Netze die existierenden Kommunikationshierarchien der Gesellschaft aufgehoben und bestehende Filter der Kommunikation revidiert werden.
So könne z.B. in repräsentativen Demokratien die Etablierung „alternativer Kommunikationskanäle“ zwischen Regierten und Regierenden durch das Internet zur Öffnung des Systems der Entscheidungsfindung beitragen. Mit den verbesserten Chancen zur Einflussnahme wird dem neuen Medium durch verschiedene Vertreter einer „elektronischen Demokratie“ auch „aufklärerische Potentiale zur Überwindung faktischer, vermeintlicher oder wahrgenommener Politikverdrossenheit“ zugetraut.
Partizipation und Demokratie: Dieses Kapitel erläutert die politikwissenschaftlichen Grundlagen von Partizipation und vergleicht elitäre sowie egalitäre Demokratietheorien.
Partizipation in der Stadtplanung: Hier wird der historische Wandel der Stadtplanung sowie die Entwicklung von Beteiligungsformen bis hin zur modernen informellen Partizipation analysiert.
Neue Partizipationschancen durch neue Medien?: Dieses Kapitel untersucht kritisch, inwieweit digitale Medien tatsächlich die Hürden der Beteiligung überwinden können und ob sie eine reale Verbesserung der demokratischen Teilhabe darstellen.
Partizipation, Stadtplanung, Demokratie, Neue Medien, Internet, Bürgerbeteiligung, elektronische Demokratie, Ressourcenmodell, kommunale Selbstverwaltung, informelle Beteiligungsverfahren, öffentliche Planung, politische Kommunikation, Planungsprozess, Stadtentwicklung, digitale Teilhabe.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen, die sich durch den Einsatz neuer Medien (wie Internet oder Simulationen) für die Partizipation in der Stadtplanung ergeben, und prüft, ob die hohen Erwartungen an eine bessere Teilhabe gerechtfertigt sind.
Die Untersuchung umfasst die demokratietheoretischen Grundlagen, die Historie der Beteiligung in der Stadtplanung sowie die spezifischen Chancen und Risiken der digitalen Kommunikation in politischen Entscheidungsprozessen.
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der Hoffnung auf eine „elektronische Demokratie“ und der tatsächlichen Praxis der Planungsbeteiligung durch eine wissenschaftliche Analyse der bestehenden Instrumente und Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse politikwissenschaftlicher und planungstheoretischer Ansätze sowie auf eine kritische Auswertung praktischer Fallbeispiele für Online-Beteiligung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Demokratie und Partizipation, die Untersuchung der Stadtplanung in Deutschland und eine abschließende Bewertung der neuen Partizipationschancen durch Medien.
Die Arbeit lässt sich vor allem mit Begriffen wie Partizipation, Stadtplanung, elektronische Demokratie und soziale Ungleichheit beschreiben.
Sie differenziert zwischen einem elitären, instrumentellen Demokratieverständnis, das Beteiligung als Mittel der Interessensteuerung sieht, und einem egalitären, normativen Ansatz, der Partizipation als einen ethischen Wert an sich versteht.
Die Arbeit warnt davor, dass auch digitale Plattformen Selektionseffekte aufweisen und oft nur bereits privilegierte Gruppen erreichen, anstatt eine breite, gleichberechtigte Teilhabe zu garantieren.
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