Masterarbeit, 2013
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Rahmen zur Koalitionsstabilität in parlamentarischen Mehrparteiensystemen
2.1. Überblick über den Forschungsstand
2.1.1. Spieltheoretische Modelle
2.1.2. Strukturalistische Ansätze
2.1.3. Zufallsereignisse und kombinierte Ansätze
2.1.4. Die Rolle des Koalitionsformates
2.2. Analyserahmen: Einflussfaktoren auf die Koalitionsstabilität
2.2.1. Institutionelle Rahmenbedingungen
2.2.1.1. Einflüsse des Wahlsystems
2.2.1.2. Regelungen zur Regierungsbildung und Regierungsauflösung
2.2.2. Merkmale des Parteiensystems
2.2.2.1. Grad der Fragmentierung
2.2.2.2. Ideologische Distanzen und vorhandene Cleavagestrukturen
2.2.3. Historische Entwicklungen und politische Traditionen
2.2.3.1. Vorherrschende Koalitionsformate
2.2.3.2. Koalitionsabkommen
2.2.4. Zufallsereignisse
3. Regierungskoalitionen in Deutschland
3.1. Institutionelle Rahmenbedingungen
3.1.1. Einflüsse des Wahlsystems
3.1.2. Regelungen zur Regierungsbildung und Regierungsauflösung
3.2. Merkmale des Parteiensystems
3.2.1. Grad der Fragmentierung
3.2.2. Ideologische Distanzen und vorhandene Cleavagestrukturen
3.3. Historische Entwicklungen und Politische Traditionen
3.3.1. Vorherrschende Koalitionsformate
3.3.2. Koalitionsabkommen
3.4. Zufallsereignisse
4. Regierungskoalitionen in den Niederlanden
4.1. Institutionelle Rahmenbedingungen
4.1.1. Einflüsse des Wahlsystems
4.1.2. Regelungen zur Regierungsbildung und Regierungsauflösung
4.2. Merkmale des Parteiensystems
4.2.1. Grad der Fragmentierung
4.2.2. Ideologische Distanzen und vorhandene Cleavagestrukturen
4.3. Historische Entwicklungen und Politische Traditionen
4.3.1. Vorherrschende Koalitionsformate
4.3.2. Koalitionsabkommen
4.4. Zufallsereignisse
5. Regierungskoalitionen in Italien
5.1. Institutionelle Rahmenbedingungen
5.1.1. Einflüsse des Wahlsystems
5.1.2. Regelungen zur Regierungsbildung und Regierungsauflösung
5.2. Merkmale des Parteiensystems
5.2.1. Grad der Fragmentierung
5.2.2. Ideologische Distanzen und vorhandene Cleavagestrukturen
5.3. Historische Entwicklungen und Politische Traditionen
5.3.1. Vorherrschende Koalitionsformate
5.3.2. Koalitionsabkommen
5.4. Zufallsereignisse
6. Vergleich der Länderbeispiele
6.1. Länderübergreifende Einflussfaktoren
6.2. Unterschiede/ Länderspezifische Einflussfaktoren
6.3. Überprüfung der Hypothesen
7. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Einflussfaktoren auf die Stabilität von Regierungskoalitionen in parlamentarischen Mehrparteiensystemen. Ziel ist es, durch einen Vergleich der Länderbeispiele Deutschland, Niederlande und Italien zu ergründen, welche institutionellen, parteipolitischen und traditionellen Merkmale die Dauer von Koalitionen beeinflussen und inwiefern diese Faktoren im Vergleich zueinander wirken.
2.1.1. Spieltheoretische Modelle
Mit dem Werk ,The Theory of Political Coalitions‘ hat William H. Riker 1962 die erste Theorie entwickelt, um Koalitionen vorherzusagen. Die Theorie basiert auf Annahmen über die Präferenzen der Akteure, wobei deren Abwägung von Kosten und Nutzen im Vordergrund steht. Mit dieser Theorie wurde der Grundstein für die deduktiven Modelle der kooperativen Spieltheorie im Bereich der Koalitionsforschung gelegt (vgl. Kropp 2008: 517).
Im Rahmen dieser Theorie wird davon ausgegangen, dass es sich bei der Bildung von Koalitionen um ein Nullsummenspiel handelt. Die Spieler sind die Parteien, die potentiell an einer Koalition beteiligt sein können. Der Spieleinsatz sind die zu verteilenden Mandate. Bei dem Spielgewinn handelt es sich um eine konstante Größe, in Form der zu besetzenden Ministerien (vgl. Riker 1962: 30f.).
Riker geht davon aus, dass Parteien rationale Akteure sind. Ihr Handeln wird von ,office-seeking‘-Motiven bestimmt, da sie nach der größtmöglichen Gewinnmaximierung streben. Dieses Verhalten hat zur Folge, dass Koalitionen gebildet werden, die über den Mehrheitsstatus verfügen, aber dabei lediglich die geringstmögliche Anzahl an Parlamentssitzen besetzen. Dieses Koalitionsformat nennt Riker ,minimum winning coalitions‘ (vgl. Riker 1962: 32).
Da die Theorie von Riker allerdings zu einer Vielzahl von Koalitionsoptionen führt und somit eine geringe Prognosefähigkeit besitzt, wurde von Leiserson eine Weiterentwicklung vorgenommen. Sein Modell legt den Schwerpunkt auf das Transaktionskostenargument und die Verhandlungsmacht von Parteien innerhalb von Koalitionen. Demnach sind die Koalitionen am Wahrscheinlichsten und zugleich am Stabilsten, die sich aus der geringst möglichen Anzahl von Parteien zusammensetzen. Denn je weniger Parteien miteinander kooperieren, desto geringer sind die Transaktionskosten bei Verhandlungen. Dieses anzustrebende Koalitionsformat nennt Leiserson ,minimal winning coalitions‘ (vgl. Leiserson 1966).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Koalitionsstabilitäten in europäischen Mehrparteiensystemen ein und formuliert die zentrale Untersuchungsfrage sowie drei Hypothesen zur Regierungsstabilität.
2. Theoretischer Rahmen zur Koalitionsstabilität in parlamentarischen Mehrparteiensystemen: Das Kapitel bietet einen Überblick über den Forschungsstand, inklusive spieltheoretischer und strukturalistischer Modelle, und entwickelt den Analyserahmen für die Untersuchung der drei Länderbeispiele.
3. Regierungskoalitionen in Deutschland: Es wird analysiert, warum das deutsche System eine hohe Stabilität aufweist, geprägt durch das Wahlsystem, die Koalitionskultur und institutionelle Konsensorientierung.
4. Regierungskoalitionen in den Niederlanden: Die Analyse beleuchtet das hochfragmentierte niederländische System, in dem politische Traditionen der Konsensorientierung und des Koalitionsmanagements zur Stabilität trotz vieler Parteien beitragen.
5. Regierungskoalitionen in Italien: Das Kapitel untersucht das instabile italienische System, das von einer hohen Parteienfragmentierung, polarisierten Blöcken und institutionellen Herausforderungen geprägt ist.
6. Vergleich der Länderbeispiele: Hier erfolgt der systematische Vergleich der untersuchten Länder hinsichtlich institutioneller Rahmenbedingungen, Parteisystemen und Traditionen sowie die Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont, dass Regierungsstabilität ein komplexes Zusammenspiel aus Strukturmerkmalen, Akteursverhalten und erlernten Traditionen ist.
Koalitionsstabilität, Mehrparteiensystem, Deutschland, Niederlande, Italien, Regierungskoalition, Wahlsystem, Regierungsbildung, Parteienfragmentierung, Konkordanzdemokratie, Koalitionsabkommen, politische Traditionen, Koalitionsmanagement, Regierungsauflösung, parlamentarische Demokratie
Die Arbeit analysiert die Faktoren, welche die Stabilität von Regierungskoalitionen in parlamentarischen Mehrparteiensystemen beeinflussen.
Die zentralen Felder sind die institutionellen Rahmenbedingungen, die Merkmale der Parteiensysteme, historische Entwicklungen und der Einfluss von Zufallsereignissen.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Faktoren wirken sich auf die Stabilität von Koalitionsregierungen aus?“
Die Autorin nutzt einen vergleichenden Ländervergleich (Deutschland, Niederlande, Italien) basierend auf einer umfangreichen Literaturrecherche von Primär- und Sekundärquellen.
Im Hauptteil werden die politischen Systeme und Koalitionsverläufe der drei Länder von 1945 bis 2010 detailliert analysiert und anschließend in einem direkten Vergleich gegenübergestellt.
Wichtige Begriffe sind Koalitionsstabilität, Mehrparteiensystem, Fragmentierung, Konsensorientierung und institutionelle Rahmenbedingungen.
Das Wahlsystem mit der Fünf-Prozent-Sperrklausel reduziert die Anzahl der Parteien und begünstigt stabilere Koalitionen im Vergleich zu Ländern ohne solche Hürden.
Italien weist eine sehr hohe Parteienfragmentierung, eine Polarisierung in zwei heterogene Blöcke und eine institutionelle Schwäche der Regierung gegenüber dem Parlament auf, was häufige Regierungswechsel provoziert.
Koalitionsabkommen wirken stabilisierend, da sie prozedurale Regeln für das Konfliktmanagement und gemeinsame inhaltliche Ziele schriftlich fixieren und so zur Transparenz beitragen.
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