Magisterarbeit, 2010
163 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung – Die Entwicklung der Technikgeschichte als Disziplin der modernen Geschichtswissenschaft
2. Die Anfänge von ICOHTEC – Die Entstehung einer wissenschaftlichen Organisation
2.1 Die Ziele Kranzbergs und die Rolle der Gründungsväter von ICOHTEC
2.2 Verfassung und Struktur des Komitees – Im Zeichen der Einflüsse des Kalten Krieges?
2.3 ICOHTEC und die Technikgeschichte im Spektrum politischer und wissenschaftlicher Disharmonien – Tendenzen in der Forschungsarbeit
2.4 Die Festigung der Technikgeschichte als Sub-Disziplin der Geschichtswissenschaft und die Rolle der Politik am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik
3. ICOHTEC-Symposien als Charakteristikum der Annäherung – Schwerpunkte der Konferenzen zwischen 1968 und 1989
3.1 Im Zeichen der Annäherung zwischen Ost und West
3.1.1 Pont-a-Mousson 1970
3.1.2 Tokio 1974 und Kaluga 1976
3.2 Die Konferenzen von ICOHTEC in den späten 1970er Jahren bis 1984 – Die Expansion des Komitees und die Festigung des technikhistorischen Austausches
3.2.1 Freiberg 1978 und Sofia 1979
3.2.2 Lerbach 1984
3.3 Kontroversen, technikwissenschaftlicher Transfer und neue Forschungsbereiche – Die Ergebnisse der Tagungen bis 1989
3.3.1 Berkeley 1985
3.3.2 Dresden 1986 und Madrid 1988
4. Die Festigung von ICOHTEC als wissenschaftliche Organisation
4.1 Die Beziehungen zwischen ICOHTEC und SHOT
4.2 ICOHTEC als Teil der IUHPS/DHST
5. Schlussteil – ICOHTEC von 1968 bis 1989 und im frühen 21. Jahrhundert – Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftliche Entwicklung und politische Einbettung des International Committee for the History of Technology (ICOHTEC) in der Zeit des Kalten Krieges (1968–1989), um aufzuzeigen, wie sich die Technikgeschichte als junge Teildisziplin innerhalb eines ideologisch gespaltenen globalen Forschungskontextes etablieren konnte.
2.1 Die Ziele Kranzbergs und die Rolle der Gründungsväter von ICOHTEC
„Today’s technology makes possible teleconferencing. Hence it would be cheaper to stay at home and have the papers and discussions of the SHOT meeting [Präsentation der Presidential Address am 19. Oktober 1985 im Henry Ford Museum in Dearborn, Michigan/USA] brought to us by telecommunication devices. (…) [But] I also believe that SHOT meetings are so friendly and wonderful because we are united in our pursuit of knowledge. Surely we sometimes disagree in our interpretations of the historical facts; we would be less than human if we did not, and we would not be doing our proper jobs as scholars if we accepted unquestioningly everything our colleagues said. But more important, we are united in our concern to understand the past – and also look at the future.”
Während der SHOT-Conference im Jahre 1985 in Dearborn betonte Melvin Kranzberg die große Bedeutung gemeinsamer Diskussionen als elementaren Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens, also die Entfaltung neuer Forschungsansätze sowie das Verständnis für die Vergangenheit, die gleichsam nur in enger Interaktion möglich seien. Auf diese Weise verlässt einer der Vorreiter der Technikgeschichte im nordamerikanischen Raum die Sphäre der sozio-politischen und ideologischen Dogmen und Restriktionen seiner Zeit – die Phase des Kalten Krieges. Davon zeugten nicht nur der Erfolg und die Dimension der Rezeption von SHOT – und insbesondere der Einfluss des Journals TC – auf die überaus positive Fortentwicklung und die Rolle der Technikgeschichte als junge, aber gleichwohl unabdingbare Teildisziplin der Geschichtswissenschaft und der Wissenschaftsgeschichte.
Das Idealbild Kranzbergs von einem wissenschaftlichen wie auch freundschaftlichen Austausch – einer Art von Brückenkopf zwischen Forschern des liberal-demokratischen Westens und dem sozialistisch-materialistischen Osten – hatte das Jahr 1968 gebracht.
1. Einleitung – Die Entwicklung der Technikgeschichte als Disziplin der modernen Geschichtswissenschaft: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, warum das ICOHTEC in der politisch unsicheren Phase des Kalten Krieges gegründet wurde und welche Bedeutung dies für die Etablierung der Technikgeschichte hatte.
2. Die Anfänge von ICOHTEC – Die Entstehung einer wissenschaftlichen Organisation: Hier werden die Gründungsziele durch Akteure wie Kranzberg, Daumas und Olszewski analysiert sowie die strukturellen und verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen des Komitees vor dem Hintergrund des Kalten Krieges beleuchtet.
3. ICOHTEC-Symposien als Charakteristikum der Annäherung – Schwerpunkte der Konferenzen zwischen 1968 und 1989: Dieses Kapitel wertet internationale Konferenzen aus, um die wissenschaftliche Entwicklung, die Rolle der Politik und die Herausforderungen bei der Umsetzung internationaler Kooperation zu verdeutlichen.
4. Die Festigung von ICOHTEC als wissenschaftliche Organisation: Der Fokus liegt auf der institutionellen Einbindung des ICOHTEC in internationale Strukturen wie die IUHPS/DHST sowie auf der Beziehung zur Society for the History of Technology (SHOT).
5. Schlussteil – ICOHTEC von 1968 bis 1989 und im frühen 21. Jahrhundert – Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die wissenschaftliche Entwicklung des Komitees zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Nachwuchsförderung und globale Expansion.
Technikgeschichte, ICOHTEC, Kalter Krieg, Wissenschaftsgeschichte, Internationaler Technologietransfer, Melvin Kranzberg, SHOT, Geschichtswissenschaft, Wissenschaftliche Organisation, Ost-West-Kooperation, Technikfolgenabschätzung, Historische Methodologie, Technikhistorische Forschung, Institutionelle Etablierung, Industrialisierung.
Die Arbeit analysiert die wissenschaftliche Entwicklung und das politische Wirken des International Committee for the History of Technology (ICOHTEC) zwischen 1968 und 1989 innerhalb der bipolaren Welt des Kalten Krieges.
Zentrale Themen sind die Etablierung der Technikgeschichte als akademische Disziplin, die Bedeutung internationaler wissenschaftlicher Kooperationen trotz ideologischer Grenzen sowie die institutionelle Ausgestaltung des ICOHTEC.
Ziel ist es zu belegen, dass das ICOHTEC als wissenschaftliche Plattform trotz politischer Barrieren eine nachhaltige Brücke zwischen Historikern aus liberal-demokratischen und sozialistisch-materialistischen Systemen schlug und die Anerkennung der Technikgeschichte förderte.
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Quellenarbeit (Archivmaterial, Tagungsberichte, Statuten und Zeitzeugenbefragungen) basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des ICOHTEC, der Bedeutung einzelner Symposien als Orte des Austauschs, der Rolle Deutschlands in der technikhistorischen Forschung und der strukturellen Einbindung in globale Verbände wie die UNESCO/IUHPS.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wissenschaftspolitik, Ideologietransfer, Technikhistorie, Kalter Krieg und internationale Forschungsnetzwerke.
Die ideologischen Differenzen führten zu bürokratischen Barrieren, Reisebeschränkungen und einer unterschiedlichen methodischen Herangehensweise, zwangen die Organisation jedoch gleichzeitig zur Entwicklung pragmatischer Strukturen zur Sicherung des Austauschs.
Das ICOHTEC diente als ein Forum, in dem auch junge Forscher Anschluss an internationale Diskussionen finden konnten, wenngleich der Generationenwechsel und eine stärkere Öffnung für individuelle Mitglieder erst ab 1993 forciert wurden.
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