Bachelorarbeit, 2010
62 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Ausgangspunkt: Situation im Aralseebecken
2.1 Geographie des Aralseebeckens
2.2 Hintergründe der Aralkrise
2.3 Auswirkungen der Aralkrise
2.3.1 Ökologische Konsequenzen der Krise
2.3.2 Ökonomische Konsequenzen der Krise
2.3.3 Soziale Auswirkungen der Krise
2.4 Bisherige Ansätze zur Mitigation der Aralkrise
3 Nachhaltigkeit, Wasserkonflikte und Wassermanagement
3.1 Konzept der Nachhaltigkeit
3.1.1 Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung
3.1.2 Drei Säulen der Nachhaltigkeit
3.2 Konflikt und Kooperation an grenzüberschreitenden Gewässern aus ökonomischer Sicht
3.2.1 Grundlegende Aspekte der Kooperation
3.2.2 Konzepte der kooperativen Spieltheorie
3.2.2.1 Charakteristische Funktion
3.2.2.2 Lösungskonzepte
3.2.2.3 Stabilität und Macht
3.3 Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM): Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen
3.3.1 Grundidee von IWRM
3.3.2 Basiselemente von IWRM
3.3.3 Ein Instrument zur Umsetzung von IWRM: Benefit Sharing
4 Nachhaltiges Wassermanagement im Aralseebecken
4.1 Wasserpolitik der Staaten im Aralseebecken
4.2 Aktuelle grenzüberschreitende Konflikte in der Wassernutzung
4.3 Kooperation zur Überwindung von grenzüberschreitenden Wasserkonflikten
4.3.1 Zwischenstaatliche Kooperation: Das Bishkek-Abkommen (1998)
4.3.2 Praktische Überprüfung spieltheoretischer Konzepte
4.4 Nachhaltigkeitsanalyse der Bewässerungslandwirtschaft im Aralseebecken
4.4.1 Indikatoren zur Nachhaltigkeitsmessung
4.4.2 Ansatzpunkte zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Integrierte Wasserressourcenmanagement (IWRM) dazu beitragen kann, Wassernutzungskonflikte im Aralseebecken zu überwinden, wobei ein besonderer Fokus auf ökonomischen Kooperationsinstrumenten und der Nachhaltigkeit der regionalen Bewässerungslandwirtschaft liegt.
3.2.1 Grundlegende Aspekte der Kooperation
Die Nutzung von internationalen Flüssen birgt schon allein dahingehend ein großes Konfliktpotential, da Oberanlieger beispielsweise durch Verschmutzung oder Errichtung von Stauanlagen erhebliche negative externe Effekte auf die Unteranlieger ausüben können. Die einseitige, unilaterale Nutzung des Flusses durch den Oberanlieger ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Staaten am Unterlauf führt zu einer ineffektiven Ausbeutung der Ressource.
Bei einer gegenseitigen Abhängigkeit der Staaten bezüglich der Nutzung eines grenzüberschreitenden Flusses ergeben sich für die beteiligten Parteien effektivere Lösungen, wenn sie sich bei der Nutzung und Verteilung des Wasserressourcenpotentials kooperativ verhalten und zusammenschließen. Bspw. kann so eine Duplikation von Investitionen vermieden werden oder die kooperierenden Parteien können aus einer Reihe von Investitionsalternativen zur gemeinsamen Nutzung des Flusses diejenige Alternative auswählen, die wirtschaftlich am günstigsten ist. Diesem Verständnis folgend kann hier Kooperation als ein Prozess bezeichnet werden, der die beteiligten Parteien ausgehend von ihrem derzeitigen Entwicklungsniveau auf ein höheres, wohlhabenderes Niveau hieven kann.
Obwohl Kooperation ein erstrebenswerter Zustand scheint, ist doch eher Konflikt statt Kooperation die Regel. Gründe für Schwierigkeiten bzw. Versagen bei der Bildung von Kooperationen zur gemeinsamen Nutzung eines internationalen Flusses sind vielschichtig: (a) Technische Komplexität des Projekts, für das die Kooperation eingegangen wurde; (b) Ungenaue Festlegung von Rechten, Pflichten und Verantwortungsbereichen der Kooperationsparteien; (c) Vorhandensein gegensätzlicher Ziele, die mit der eingegangenen Kooperation verbunden werden; (d) Existenz von ungeklärten Fragen zwischen den Kooperationspartnern, die über rein wasserwirtschaftliche Fragen hinausgehen; (e) Ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Flussanrainern und feindselige politische Verhältnisse; (f) Hohe Anzahl an Staaten im Flussbecken, die mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Interessen einhergeht; (g) Strategisches Verhalten bei Verhandlungen und bei der Ausführung des Kooperationsabkommens.
1 Einleitung: Die Arbeit identifiziert die Aralkrise als anthropogene Umweltkatastrophe und setzt sich zum Ziel, durch IWRM-Ansätze und kooperative Spieltheorie Lösungswege für das Wassermanagement im Aralseebecken aufzuzeigen.
2 Ausgangspunkt: Situation im Aralseebecken: Dieses Kapitel erläutert die Geographie sowie die verheerenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen der Aralkrise und stellt bisherige, teils gescheiterte Mitigationsversuche dar.
3 Nachhaltigkeit, Wasserkonflikte und Wassermanagement: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, umfassend das Nachhaltigkeitskonzept, spieltheoretische Kooperationsmodelle und der IWRM-Ansatz inklusive Benefit-Sharing.
4 Nachhaltiges Wassermanagement im Aralseebecken: Das Kapitel wendet die theoretischen Konzepte auf die konkrete Wasserpolitik der Anrainerstaaten an, analysiert das Bishkek-Abkommen und bewertet die Nachhaltigkeit der Bewässerungslandwirtschaft.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird festgestellt, dass eine kooperative Bewirtschaftung über das Bishkek-Abkommen vorteilhaft ist, jedoch eine Modifizierung zur Sanktionierung und Einbindung weiterer Akteure wie Tadschikistan und Afghanistan erforderlich bleibt.
Aralseebecken, Aralkrise, Wassermanagement, Nachhaltigkeit, IWRM, Bewässerungslandwirtschaft, Kooperation, Spieltheorie, Bishkek-Abkommen, Wasserressourcen, Konfliktpotential, Benefit Sharing, Zentralasien, Flussanrainer, Ökologische Katastrophe.
Die Arbeit analysiert die komplexen Wasserkonflikte im Aralseebecken und untersucht, wie ein integriertes, kooperatives Wassermanagement auf Basis des Nachhaltigkeitsleitbilds zur Linderung der Aralkrise beitragen kann.
Zentral sind die ökonomische Analyse von Kooperationsanreizen zwischen Flussanrainern, die Anwendung der kooperativen Spieltheorie sowie die Nachhaltigkeitsbewertung von Bewässerungspraktiken in Zentralasien.
Das Ziel besteht darin, spieltheoretische Konzepte auf regionale Abkommen anzuwenden, um zu evaluieren, ob diese einen Anreiz für Staaten bieten, kooperativ statt isoliert zu agieren, und ob dies die Nachhaltigkeit der Wasserressourcennutzung verbessert.
Neben einer deskriptiven Analyse der wasserpolitischen Lage wird die kooperative Spieltheorie (insbesondere der Shapley-Wert und das Gately-Konzept) genutzt, um Koalitionsgewinne und Stabilität zwischen den Anrainerstaaten zu quantifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachhaltigkeit und Spieltheorie, die Anwendung dieser Theorien auf das Bishkek-Abkommen von 1998 sowie eine empirische Nachhaltigkeitsanalyse der Bewässerungslandwirtschaft mittels spezifischer Indikatoren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Aralseebecken, IWRM (Integriertes Wasserressourcenmanagement), Benefit Sharing, spieltheoretische Kooperation und nachhaltiges Bewässerungsmanagement beschreiben.
Der Damm stellt eine erfolgreiche Infrastrukturmaßnahme am nördlichen Aralsee dar, die zur teilweisen Wiederbelebung des Ökosystems und zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort geführt hat, was als Erfolgsbeispiel für die Region hervorgehoben wird.
Die Landwirtschaft trägt die Hauptlast am Wasserverbrauch, führt durch ineffiziente Kanalsysteme und hohen Wasserbedarf zu Bodenversalzung und trägt somit maßgeblich zur ökologischen Destabilisierung der Region bei.
Das Abkommen wird als ein klares Bekenntnis zur Kooperation gewertet, das zwar effizientere Bewirtschaftungsformen ermöglicht, aber aufgrund fehlender Sanktionsmechanismen und ungelöster Preisgestaltungsfragen in seiner praktischen Durchsetzung eingeschränkt bleibt.
Die Asymmetrie zwischen Oberanliegern, die Energie produzieren, und Unteranliegern, die auf Wasser für die Landwirtschaft angewiesen sind, bildet den Kern des Konfliktpotentials, welches nur durch gerechte Kompensationsmechanismen (Benefit Sharing) entschärft werden kann.
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