Diplomarbeit, 2013
144 Seiten, Note: 17/20
EINLEITUNG
1. Problemstellung
1.1. Interesse und Motivation
1.2. Zielsetzung
2. Forschungsstand
3. Arbeitsmethode
4. Forschungsschritte
KAPITEL 1: ZUR POSTMODERNE
1. Begriffsbestimmung: Ursprung und Entwicklung
2. Eine postmoderne Literatur?
3. Der postmoderne Roman
3.1. Moderner Roman und Postmoderner Roman
3.2. Merkmale des postmodernen Romans
3.2.1. Die unchronologische und fragmentarische Erzählweise
3.2.2. Die Intertextualität
3.2.3. Die Metafiktionalität
3.2.4. Die Pluralität
3.2.5. Die Ironie
4. Postmoderne Erzählweisen im Roman Selim oder die Gabe der Rede
4.1. Absage der Linearität und fragmentarische Erzählweise
4.2. Die Metafiktion
4.3. Die Pluralität
4.4. Die Intertextualität
4.5. Die Ironie
KAPITEL II: WAS HEISST „FREMDSEIN“?
1. Was ist ein Fremder?
2. Die Entfremdung
3. Die Facetten der Fremdwahrnehmung
1.1. Die drei Begegnungsmodelle nach Theo Sundermeier
1.1.1. Das Gleichheitsmodell
1.1.2. Das Alteritätsmodell
1.1.3. Das Komplementaritätsmodell
1.2. Die Facetten der Fremderfahrung nach Michael Hofmann
1.2.1. Das Fremde als das Unzugängliche
1.2.2. Das Fremde als das noch Unbekannte
1.2.3. Das Fremde als das verdrängte Eigene
1.3. Modi des Fremderlebens nach Ottfried Schäffter
1.3.1. Fremdheit als Gegenbild
1.3.2. Fremdheit als Ergänzung
2. Die Facetten der Fremdwahrnehmung in Sten Nadolnys Selim oder die Gabe der Rede
2.1. Das Komplementaritätsmodell
2.2. Das Alteritätsmodell
KAPITEL III : ZUR FÖRDERUNG DER DEUTSCH-TÜRKISCHEN INTEGRATION IM ROMAN
1. Zum Werk
1.1. Zum Autor
1.2. Selim oder die Gabe der Rede: Versuch einer autobiographischen Interpretation.
1.3. Zeit und Raum des Erzählens im Roman Selim oder die Gabe der Rede
2. Integrationsswierigkeiten
3. Die Vorbedingungen einer gelungenen Integration
3.1. Bereitschaft sich der fremden Kultur anzupassen
3.2. Das Lernen der Sprache
3.3. Die Überwindung von Vorurteilen
3.4. Tapferkeit und Entschluss durchzukommen
4. Die Integrationsstrategien
4.1. Die Integrationswilligen
4.2. Die Gleichgültigen
5. Zur Förderung der türkischen Integration: Ayşe und Selim als Musterbeispiele
6. Alexander in der Türkei: Relativierung der Fremdheit und Dekonstruktionsstrategie des Autors.
KAPITEL IV: LITERATUR UND WIRKLICHKEIT : BEZUGS- UND ENTFERNUNGSWEGE
1. Historische Hintergründe und Ziele der Einwanderung türkischer Gastarbeiter in die Bundesrepublik Deutschland
2. Nadolnys Auffassung der Einwanderung im Zuge des Romans Selim oder die Gabe der Rede
2.1. Selbstbereicherung statt Qualifikation und Wiederaufbau
2.2. Die Einwanderung als Abenteuer
2.3. Die türkischen Gastarbeiter als heimatlose Menschen
3. Wirklichkeitsbezüge im Roman Selim oder die Gabe der Rede
4. Bezug der Literatur zur Gesellschaft
KAPITEL V: STEN NADOLNYS SELIM ODER DIE GABE DER REDE : ANMERKUNGEN AUS HEUTIGER SICHT
1. Globalisierung und Weltmobilität
2. Die behandelten Themen
3. Nadolnys Roman als Inszenierung eines interkulturellen Dialogs
4. Didaktische Relevanz der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht Sten Nadolnys postmodernen Roman "Selim oder die Gabe der Rede" im Hinblick auf die Darstellung von Migration, Fremdheitserfahrung und Integration türkischer Arbeitsmigranten in Deutschland. Das primäre Ziel der Studie ist es, aufzuzeigen, wie der Autor durch spezifische Erzählweisen und die Thematisierung interkultureller Begegnungen ein Plädoyer für eine gelungene Integration und das Miteinanderleben von Deutschen und Türken verfasst, wobei insbesondere die Rollen von Selim und Ayşe als Identifikationsfiguren analysiert werden.
4.1. Absage der Linearität und fragmentarische Erzählweise
Charakteristisch für den postmodernen Roman ist die Absage der linearen Schreibweise. Stattdessen wird es fragmentarisch erzählt. Liest man Nadolnys Selim oder die Gabe der Rede so springt es in die Augen, dass der Roman in Fragmente geschrieben wird. Schon im ersten Kapitel ist dieses Merkmal sichtbar. Im ersten Teil des ersten Kapitels werden die Geschichten fragmentarisch erzählt. Der Roman dreht sich vorwiegend um die zwei Hauptfiguren, den türkischen Gastarbeiter Selim und den Deutschen Alexander. Im ersten Teil des ersten Kapitels schildert der Erzähler die Reise des Türken Selim, der im Zug von Istanbul nach Kiel sitzt. Er ist aber nicht allein. Mit ihm reisen auch andere Türken: der Sprinter Mesut, der Friseur Ömer, der Bauer Mevlut und der Kurde Niyazi:
In Istanbul regnete es. Kurz vor vier Uhr waren alle Menschen, Kartons und Koffer untergebracht, die Listen und Papiere geprüft. Allein für die Kieler Werft waren sechsunddreißig Männer bestimmt, darunter sogar ein Neunzehnjähriger, der noch nie in der Armee gedient hatte […] An der Abteiltür saß Selim, ein nordwesttürkischer Meister im Ringen, Bantamgewicht, griechisch-römischer Stil, ihm gegenüber Mesut aus Ankara, der Hundert Meter in Zehn Komma zwei Sekunden lief. Mit ihnen fuhr der Friseur Ömer, ebenfalls Ringer. Die Fensterplätze nahmen der kurdische Schäfer Niyazi und der Bauer Mevlut ein. (S.13)
Dies ist die Schilderung des Anfangs des Abenteuers Selims. Unmittelbar hört der Erzähler mit der Darstellung von Selims Geschichte auf. Wir erleben einen Ortwechsel: von Istanbul nach Berlin, wo der Erzähler mit der Schilderung der anderen Hauptfigur Alexander, dem Gegenbild Selims fortsetzt: “Gegen halb sieben kam Alexander aus dem Kino und stapfte durch die verschneite Stadt […] Auf dem Rückweg traf er ausgezeichnet auf der Innbrücke seinen ehemaligen Griechischlehrer, genannt das Nebelhorn“(S.16)
KAPITEL 1: ZUR POSTMODERNE: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Postmoderne und definiert den postmodernen Roman als eine literarische Erscheinungsform, die durch unchronologische Erzählweisen, Metafiktionalität und Ironie gekennzeichnet ist.
KAPITEL II: WAS HEISST „FREMDSEIN“?: Hier wird der Begriff des Fremdseins soziologisch und philosophisch untersucht, wobei die Facetten der Fremdwahrnehmung anhand von Begegnungsmodellen und Erfahrungen im Roman veranschaulicht werden.
KAPITEL III : ZUR FÖRDERUNG DER DEUTSCH-TÜRKISCHEN INTEGRATION IM ROMAN: Das Kapitel analysiert, wie Nadolny verschiedene Integrationsstrategien und die Rolle der Sprache thematisiert, um ein Plädoyer für ein gelingendes Zusammenleben zu formulieren.
KAPITEL IV: LITERATUR UND WIRKLICHKEIT : BEZUGS- UND ENTFERNUNGSWEGE: Die Beziehung zwischen literarischem Text und historischer Realität wird hier diskutiert, insbesondere im Kontext der Einwanderungsgeschichte der türkischen Gastarbeiter.
KAPITEL V: STEN NADOLNYS SELIM ODER DIE GABE DER REDE : ANMERKUNGEN AUS HEUTIGER SICHT: Der abschließende Teil betrachtet den Roman aus heutiger Perspektive und analysiert seine Bedeutung im Kontext von Globalisierung, Weltmobilität und interkulturellem Dialog.
Postmoderne, Sten Nadolny, Selim oder die Gabe der Rede, Migration, Integration, Interkulturalität, Fremdheitserfahrung, türkische Gastarbeiter, Literaturtheorie, Dekonstruktion, Metafiktion, Identität, Globalisierung, Weltmobilität.
Die Arbeit untersucht den postmodernen Roman "Selim oder die Gabe der Rede" von Sten Nadolny und analysiert, wie darin die Einwanderung türkischer Arbeitsmigranten in Deutschland sowie deren Integration thematisiert und als Appell für ein Miteinanderleben interpretiert wird.
Die zentralen Themen umfassen die postmoderne Erzählweise, die soziologische und philosophische Definition von Fremdheit, die Integrationsproblematik der türkischen Gastarbeiter sowie die Beziehung zwischen Literatur und gesellschaftlicher Realität.
Das Ziel der Arbeit ist es, zu beweisen, dass Sten Nadolny den Roman als Fundament und Plädoyer für die Integration türkischstämmiger Menschen in die deutsche Gesellschaft nutzt.
Die Arbeit setzt die Methode der Dekonstruktion im Sinne von Jacques Derrida und Paul de Man ein, um postmoderne Texte zu analysieren, ergänzt durch biographische und literaturwissenschaftliche Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des postmodernen Charakters des Romans, die Definition von Fremdheit, die Darstellung der deutsch-türkischen Integration und die Analyse der Literatur-Wirklichkeits-Beziehung.
Die zentralen Begriffe sind Postmoderne, Integration, Migration, Fremdheitserfahrung, Interkulturalität, Metafiktion, Identitätskonstitution und die literarische Analyse von Sten Nadolnys Werk.
Die Sprache wird als wesentlicher Integrationsfaktor identifiziert; ihr Erlernen und die Kommunikationsfähigkeit sind entscheidend für die Teilhabe der Migranten an der deutschen Gesellschaft.
Alexander verkörpert als Deutscher eine "doppelte Fremdheit" und dient dem Autor als Identifikationsfigur, um die Notwendigkeit des interkulturellen Dialogs und die Überwindung eigener Vorurteile darzustellen.
Ihr Tod symbolisiert die Ausweglosigkeit ihrer Situation und fungiert als Protest gegen die anhaltende Ausländerfeindlichkeit, um die deutsche Gesellschaft zum Nachdenken über die Lage der türkischen Minorität anzuregen.
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