Bachelorarbeit, 2012
91 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 DER SPITZENSPORT
2.1 Die biographische Besonderheit
2.2 Die Totalisierung
2.3 Die Motivation zum Leistungssport
2.4 Der Leistungssport und die Gesellschaft
3 DIE KARRIEREPLANUNG
3.1 Der theoretische Forschungsstand
3.1.1 Die sportliche Karriere
3.1.2 Die berufliche Karriere
3.1.3 Einfluss der Spitzensportkarriere auf die Berufskarriere
3.2 Der Empirische Forschungsstand
3.2.1 Die duale Karriereplanung
3.2.2 Die Nachsportliche Karriere
4 DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4.1 Forschungsfragen und Arbeitshypothesen
4.2 Die Untersuchung
4.2.1 Das Interviewinstrumentarium
4.2.2 Zur Personenstichprobe
4.2.3 Ablauf der Untersuchung
4.2.4 Untersuchungsauswertung
5 ERGEBNISSE
5.1 Abgleich mit dem Idealtypus
5.1.1 Der Masterstudent der Fernuniversität
5.1.2 Der Kommissaranwärter der Polizei (Sportfördergruppe)
5.1.3 Der Berufssportler
5.2 Individuelle Karriereplanung
5.2.1 Der Sichere/optimal
5.2.2 Der Realistische/zweigleisig
5.2.3 Der Optimist/eingleisig
5.2.4 Vergleichende Interpretation
6 DISKUSSION
6.1 Ergebnisdiskussion
6.2 Methodendiskussion
6.3 Implikation für die Praxis
7 AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Strategien der dualen Karriereplanung von Spitzensportlern. Ziel ist es, die unterschiedlichen Aspekte der Vereinbarkeit von sportlicher Laufbahn und beruflicher Ausbildung oder Tätigkeit zu beleuchten, um daraus Ansätze für eine individuelle Karriereplanung abzuleiten.
Die biographische Besonderheit
Schlagen wir in einem Wörterbuch den Begriff „Biographie“ nach, so wird dieser als „Lebensbeschreibung von einem Individuum“ definiert (Der Brockhaus, 2002, S. 37). Infolgedessen beschreiben Bette und Schimank (1995), dass sich die Biographie einer Person aus einem Wechselspiel von sowohl vergangenheitsbasierten als auch zukunftsorientierten Identitätsentwürfen, inkrementellem alltäglichem Taktieren, dem Erleiden teils vorhergesehener, teils unverhoffter Möglichkeitsbeschränkungen sowie sich eröffnenden neuen Gelegenheiten der kurz- oder langfristigen Lebensgestaltung ergibt (Bette & Schimank, 1995, S.108).
Dadurch wird sofort klar, dass die Biographie eines Leistungssportlers problematisch sein kann. Bette und Schimank (2002) bezeichnen dies als „Biographische Falle“. Die Falle liegt in diesem Fall in der Pfadabhängigkeit des Spitzensportlers, „(...) je nachdem, wie leicht oder wie schwer man einen einmal eingeschlagenen Pfad wieder zu verlassen vermag und wie gut und wie weit sich der zukünftige Verlauf eines Pfades, an dessen Anfang man steht, voraussehen lässt.“ (Bette, Schimank, Wahlig & Weber, 2002, S. 16).
Der Spitzensportler kann demnach umso schneller in einer solchen biographischen Falle landen, je irreversibler die Wahl eines bestimmten Pfades und je ungewisser dessen Verlauf ist (Bette et al., 2002, S16). Weiter wird die „Biographische Fixierung“ thematisiert. Diese biographische Fixierung geht über die biographische Falle hinaus, wobei von einer Engführung der Sportlerkarriere gesprochen wird, die den Ausschluss anderer Möglichkeiten mit sich bringt (Bette et al., 2002, S. 16) und das Ergebnis eines Syndroms ineinandergreifender zeitlicher, sachlicher und sozialer Wirkungsgrößen darstellt (vgl. Bette & Schimank, 1995, S. 109-111).
In der folgenden Abbildung (Abb. 1) nach Bette und Schimank (1995) kann die soziale, sachliche und zeitliche Wirkungsgröße deutlich gemacht werden. Denn je mehr Zeit in das Sporttreiben investiert wird, desto weniger Zeit bleibt dem Sportler für andere Dinge. Der Sportler tendiert also dazu sich mehr an seinem sportlichen Umfeld, also an den Menschen, die ihn unterstützen, zu orientieren.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der dualen Karriereplanung und die damit verbundenen Risiken sowie die Relevanz der Untersuchung.
2 DER SPITZENSPORT: Analyse des Leistungssports als soziales System, der biographischen Fixierung der Athleten, der Totalisierung der Sportlerrolle sowie der Motivationsstrukturen.
3 DIE KARRIEREPLANUNG: Darstellung des theoretischen und empirischen Forschungsstands zu sportlichen und beruflichen Karriereverläufen sowie deren wechselseitigen Einflüssen.
4 DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Erläuterung des methodischen Vorgehens, einschließlich der Forschungsfragen, des Interviewleitfadens und der Inhaltsanalyse nach Mayring.
5 ERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung und Auswertung der geführten Interviews anhand des Idealtypus nach Hackfort et al. sowie die Herausarbeitung individueller Karrieremuster.
6 DISKUSSION: Synthese der Ergebnisse, kritische Würdigung der methodischen Vorgehensweise und Ableitung von Implikationen für die sportliche Praxis.
7 AUSBLICK: Zusammenfassung der Problemstellung und Empfehlungen für weiterführende Studien zur dualen Karriereplanung.
Spitzensport, Karriereplanung, duale Karriere, Totalisierung, biographische Fixierung, Leistungsmotivation, berufliche Karriere, Sportfördergruppe, qualitative Inhaltsanalyse, Nachsportliche Karriere, Leistungsgesellschaft, Sportlerrolle, Identität, Sozialstatus, Laufbahnberatung.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den verschiedenen Aspekten der Karriereplanung von Spitzensportlern, insbesondere mit der Herausforderung, den Hochleistungssport mit einer parallelen beruflichen Laufbahn zu vereinbaren.
Zu den zentralen Feldern gehören die psychologischen und soziologischen Risiken des Spitzensports, institutionelle Förderstrukturen wie Polizeisportfördergruppen, die Motivationsstrukturen der Athleten sowie die Frage nach der beruflichen Zukunft nach dem Karriereende.
Das Hauptziel besteht darin, die Bewältigungsstrategien von Spitzensportlern bei der Planung ihrer dualen Karriere zu identifizieren und zu verstehen, warum sich Athleten für bestimmte Karrierewege entscheiden.
Die Autorin wählt einen qualitativen Ansatz und führt Leitfadeninterviews mit drei verschiedenen Spitzensportlern durch, die anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes zu Sportkarrieren sowie eine detaillierte empirische Untersuchung, in der Karrieremuster von Sportlern mit dem Idealtypus nach Hackfort et al. abgeglichen werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "duale Karriere", "Totalisierung", "biographische Fixierung" und "Sportfördergruppe" aus.
Diese Typisierung verdeutlicht, wie unterschiedliche institutionelle Absicherung und persönliche Einstellungen (Risikobewusstsein vs. eingleisiger Fokus) die Karriereplanung und die Zukunftsängste von Athleten maßgeblich beeinflussen.
Der untersuchte Profifußballer aus Afrika zeigt eine eingleisige Karriereplanung, die stark von der Motivation geprägt ist, finanziellen Erfolg für die Unterstützung der Familie zu erzielen, was gleichzeitig mit einer höheren psychologischen Belastung und Risikobereitschaft einhergeht.
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