Examensarbeit, 2013
90 Seiten, Note: 1,0
2. Einleitung
3. Fragestellung und Methodik
4. Biographie – Tahar Ben Jelloun
5. Schreiben in der Sprache des Anderen
6. Identität und Interkulturalität
7. Soziokulturelle Hintergründe der postkolonialen maghrebinischen Literatur
8. Autobiographie
9. Analyse der Werke „L’enfant de sable“, „La nuit sacrée“ und „Les yeux baissés“
9.1. Inhalt und zeitgeschichtliche Einordnung der Romane
9.1.1. L’enfant de sable
9.1.2. La nuit sacrée
9.1.3. Les yeux baissés
9.2. Die Erzählsituation
9.2.1. Die Erzählsituation in „L’enfant de sable“ und „La nuit sacrée“
9.2.2. Die Erzählsituation in „Les yeux baissés“
9.3. Analyse der Romane
9.3.1. Die Identitätsproblematik
9.3.1.1. Ahmed-Zahra auf der Suche nach seiner ‚féminité‘
9.3.1.2. Fathma – Aufwachsen zwischen zwei Welten
9.3.2. Analyse der autobiographischen Merkmale in den Romanen
9.3.3. Das soziokulturelle Umfeld und seine Folgen für die Romanfiguren
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung interkultureller Identität und die Identitätsproblematik im Migrationskontext anhand ausgewählter Romane des maghrebinischen Autors Tahar Ben Jelloun. Dabei wird analysiert, inwiefern autobiographische Elemente oder Autofiktion in den Werken vorliegen und wie sich die Migration auf die Protagonisten auswirkt.
9.1.1. L’enfant de sable
Der Roman „L’enfant de sable“ wurde 1985 als erster der drei hier ausgewählten - Romane im Verlag „Éditions du Seuil“ in Frankreich veröffentlicht. Dieser Roman brachte Tahar Ben Jelloun große Bekanntheit und steigerte das allgemeine Interesse an der französischsprachigen Maghrebliteratur.
Der Roman erzählt die Geschichte von Ahmed, einem marokkanischen Jungen, der als Mädchen geboren wird. Da der Vater nach der Geburt seiner achten Tochter enttäuscht ist, dass seine Frau ihm erneut keinen Sohn geboren hat, beschließt er, dass das Mädchen als Junge aufwachsen soll. Mit dieser Täuschung lebt Ahmed und nutzt alle Vorteile die ihm das Leben als Junge in Marokko bietet. Mit zunehmendem Alter entdeckt er jedoch mehr und mehr seine weibliche Seite und gerät so in einen inneren Konflikt. Folglich zieht sich Ahmed immer mehr aus seinem Umfeld zurück, bis zu dem Tag, an dem sein Vater stirbt. Von da an besteht für Ahmed kein Grund mehr, sein wahres ‚Ich‘ zu verbergen und beginnt sein Leben als Frau – Zahra.
Im ersten Teil des Romans wird beschrieben, wie Ahmed-Zahra’s Vater durch Bestechung und Täuschung die Maskerade aufrechterhält und seine Tochter als Sohn ausgibt. Es gelingt ihm mit allen Mitteln die Beschneidung Ahmed-Zahra’s vorzutäuschen und alle Anzeichen des ‚Frau-werdens‘ zu verstecken. In diese Täuschung sind bis dahin nur Ahmed, seine Frau und die Hebamme eingeweiht.
Im zweiten Teil des Buches, nach dem Tod des Vaters und seiner Ehefrau Fatima, besteht für Zahra keine Notwendigkeit mehr, die Täuschung aufrecht zu erhalten und beginnt sein Leben als Frau.
2. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der interkulturellen Identität im Migrationskontext ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach autobiographischen Elementen in den Werken Tahar Ben Jellouns.
3. Fragestellung und Methodik: Hier werden das Ziel der Arbeit, die zu untersuchenden Romane sowie das methodische Vorgehen zur Analyse der Identitätsproblematik und autobiographischen Züge definiert.
4. Biographie – Tahar Ben Jelloun: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Tahar Ben Jellouns und erläutert prägende Erfahrungen in Marokko und Frankreich, die seine spätere literarische Arbeit maßgeblich beeinflussten.
5. Schreiben in der Sprache des Anderen: Hier wird die Rolle des Französischen als Literatursprache für maghrebinische Autoren sowie die damit verbundene Hybridität und Problematik der Identitätssuche diskutiert.
6. Identität und Interkulturalität: Dieses Kapitel widmet sich der Definition des Begriffs Identität und untersucht die Auswirkungen von Immigration und Akkulturationsstrategien auf das Individuum.
7. Soziokulturelle Hintergründe der postkolonialen maghrebinischen Literatur: Die historischen Ereignisse im Maghreb, insbesondere die französische Kolonialherrschaft, werden hier als theoretische Grundlage für die Analyse der Werke dargestellt.
8. Autobiographie: In diesem Kapitel wird das Genre der Autobiographie definiert und dessen Bedeutung sowie Schwierigkeiten im postkolonialen Kontext und für die Maghrebliteratur erläutert.
9. Analyse der Werke „L’enfant de sable“, „La nuit sacrée“ und „Les yeux baissés“: Dieser Hauptteil analysiert die drei Romane detailliert hinsichtlich der Identitätsproblematik, Erzählsituation, autobiographischer Merkmale und soziokultureller Einflüsse.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und beantwortet die zentrale Fragestellung bezüglich der autobiographischen Prägung und der Identitätskonstruktion in Ben Jellouns Romanen.
Tahar Ben Jelloun, Identität, Migration, Maghreb, Autobiographie, Autofiktion, Postkolonialismus, Interkulturalität, Identitätsproblematik, Sprache, Hybridität, Rassismus, Kolonialherrschaft, Akkulturation, Literaturwissenschaft
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung interkultureller Identität in Romanen des maghrebinischen Autors Tahar Ben Jelloun und untersucht deren autobiographischen Bezug.
Zu den zentralen Themen gehören die Identitätssuche zwischen verschiedenen Kulturen, die Auswirkungen von Immigration, die Rolle der französischen Sprache im postkolonialen Kontext sowie die Verarbeitung persönlicher Erfahrungen in der Literatur.
Die zentrale Frage ist, ob die analysierten Romane („L’enfant de sable“, „La nuit sacrée“ und „Les yeux baissés“) autobiographische Aspekte enthalten oder ob es sich um Autofiktion handelt.
Die Untersuchung erfolgt durch eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Textstellen in Verbindung mit biographischen Daten des Autors und postkolonialen Literaturtheorien.
Der Hauptteil analysiert die Identitätskonflikte der Protagonisten, die Erzählstrukturen, die soziokulturellen Hintergründe der Werke sowie die Integration autobiographischer Elemente.
Wichtige Begriffe sind Identität, Migration, Maghrebliteratur, Postkolonialismus, Autobiographie, Hybridität und die französische Sprache als Literatursprache.
Das Hammam fungiert im Roman als Schwelle und zentraler Ereignisraum, an dem der Übergang von der auferlegten Geschlechterrolle zur Identitätssuche markiert wird.
Die "sieben Türen" (sept portes) strukturieren die Identitätsfindung der Protagonistin und symbolisieren die verschiedenen Phasen der Entwicklung von der Geburt bis zur Akzeptanz der weiblichen Identität.
Die Wahl der "Sprache des Anderen" führt zu einer Distanzierung vom Heimatland und der Muttersprache, gilt jedoch gleichzeitig als Ausdruck der postkolonialen Realität und als Mittel zur kritischen Auseinandersetzung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

