Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
1. Autismus-Spektrum-Störungen
1.1 Begriff und Geschichte
1.2 ASS – ein seltenes Störungsbild?
1.3 Diagnostische Kriterien und Kernsymptome
1.3.1 Diagnostik nach ICD-10 und DSM-V
1.3.2 Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion
1.3.3 Auffälligkeiten in der Kommunikation
1.3.4 Auffälligkeiten im Verhalten
1.4 Ursachenmodelle
1.4.1 Genetik
1.4.2 Umwelteinflüsse
1.4.3 Neurowissenschaft
1.4.3.1 Neuroanatomie
1.4.3.2 Neuropsychologie
1.4.3.3 Neurobiologie
2. Spiegelneuronenforschung
2.1 Nachweis der Spiegelneuronen bei neurotypischen Menschen
2.1.1 Entdeckung
2.1.2 Darstellung der Lokalisation und Funktion von Spiegelneuronen durch funktionelle Bildgebung
2.1.2.1 PET
2.1.2.2 MEG
2.1.2.3 TMS
2.1.2.4 fMRT
2.1.2.5 Weitere Annahmen zur Funktion von Spiegelneuronen
2.2 Nachweis von Anomalien im Spiegelneuronensystem bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen
2.2.1 Darstellung der Lokalisation und Funktion von Spiegelneuronen durch funktionelle Bildgebung
2.2.1.1 fMRT
2.2.1.2 EEG
2.2.1.3 MEG und TMS
3. Spiegelneuronen als mögliches Ursachenerklärungsmodell des Autismus
3.1 Problemaufriss und aktueller Forschungsstand
3.2 Methodischer Zugang
3.3 Die „broken mirror“-Forschung
3.4 Welche Symptome könnten durch das Spiegelneuronensystem erklärt werden?
3.4.1 Verfechter der „broken mirror“-Theorie
3.4.2 Annahmen
3.4.3 Kernbereich Verhalten
3.4.4 Kernbereich soziale und emotionale Interaktion
3.4.4.1 Spiegelneuronen im limbischen System
3.4.4.2 Der Mangel an Empathievermögen und die gestörte soziale und emotionale Interaktion
3.4.5 Kernbereich kommunikative Interaktion
3.5 Die „unbroken mirror“-Forschung
3.6 Welche Symptome können nicht durch das Spiegelneuronensystem erklärt werden?
3.6.1 Verfechter der „unbroken mirror“-Theorie
3.6.2 Annahmen
3.6.3 Kernbereich Verhalten
3.6.4 Kernbereich soziale Interaktion
3.6.5 Kernbereich kommunikative Interaktion
4. Möglichkeiten und Grenzen in der Spiegelneuronenforschung
4.1 Möglichkeiten
4.2 Grenzen
Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die wissenschaftliche Kontroverse, ob ein defizitäres Spiegelneuronensystem als primäres Ursachenerklärungsmodell für die komplexe Symptomatik von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) dienen kann. Dabei wird analysiert, inwieweit neurologische Befunde und bildgebende Verfahren die Hypothesen der "broken mirror"-Forschung stützen oder durch kritische Gegenpositionen der "unbroken mirror"-Forschung widerlegt werden.
3.3 Die „broken mirror“-Forschung
Einige Wissenschaftler versuchen, einen Zusammenhang zwischen Spiegelneuronen und dem Störungsbild des Autismus durch die Abweichungen in der neuronalen Aktivität zu begründen. „The broken mirror hypothesis suggests that a deficit in mirror mechanism functioning is a primary cause of the autistic phenotype“ (Gallese et al. 2011: 388). Die Überlegungen, ob ein Zusammenhang zwischen SN und ASS besteht, begannen Ende der 1990er Jahre (vgl. Ramachandran & Oberman 2006). Die „broken mirror“ Theorie – also die Theorie der „kaputten Spiegel“ – geht davon aus, dass Störungen des SNS als Ursache für die Beeinträchtigungen im sozialen und emotionalen Verhalten von Autisten, sowie Beeinträchtigungen in der Imitation und Kommunikation gesehen werden. Als Konsequenz der Unterschiede in der neuronalen Aktivierung bei Menschen mit und ohne ASS schließen einige Forscher, dass sogar höhere sozial-kognitive Funktionen, wie die Theory of Mind, mit dem Spiegelneuronensystem in Verbindung stehen.
1. Autismus-Spektrum-Störungen: Dieses Kapitel gibt einen allgemeinen Überblick über das Störungsbild, von der historischen Erstbeschreibung bis hin zur aktuellen Symptomatik und den diagnostischen Kriterien.
2. Spiegelneuronenforschung: Hier wird die Geschichte der Spiegelneuronenforschung beleuchtet und der aktuelle Stand der bildgebenden Verfahren (PET, MEG, TMS, EEG, fMRT) zur Lokalisation der Spiegelzellen dargestellt.
3. Spiegelneuronen als mögliches Ursachenerklärungsmodell des Autismus: Dieses Kernstück der Arbeit stellt die gegensätzlichen Positionen der „broken mirror“- und „unbroken mirror“-Forschung gegenüber und prüft kritisch, welche Symptome tatsächlich auf ein defizitäres System zurückzuführen sind.
4. Möglichkeiten und Grenzen in der Spiegelneuronenforschung: Das abschließende Kapitel fasst die methodischen Herausforderungen zusammen und diskutiert die Validität sowie die Grenzen des aktuellen Forschungszweiges.
Autismus-Spektrum-Störungen, Spiegelneuronenforschung, funktionelle Bildgebung, broken mirror, unbroken mirror, Imitation, Handlungsverständnis, Empathie, Theorie der exekutiven Dysfunktion, Theory of Mind, Neurobiologie, soziale Interaktion, neuronale Netzwerke, Gehirnforschung.
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dem Spiegelneuronensystem und den Symptomen von Autismus-Spektrum-Störungen, um zu klären, ob ein Defizit in diesem neuronalen Netzwerk als Hauptursache für Autismus gelten kann.
Zentrale Themen sind die neurowissenschaftliche Spiegelneuronen-Theorie, deren Anwendung auf autistische Phänotypen, die Diskussion von Imitationsdefiziten sowie die kritische Reflexion bildgebender Verfahren.
Das Ziel besteht darin, die Kontroverse zwischen der "broken mirror"-Hypothese und ihren Kritikern aufzuarbeiten und wissenschaftlich zu prüfen, ob die komplexe Symptomatik des Autismus allein durch eine neuronale Minderaktivierung erklärt werden kann.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturrecherche und wertet zahlreiche Primär- und Sekundärstudien aus, die bildgebende Verfahren wie fMRT, PET, MEG, EEG und TMS bei autistischen und neurotypischen Probanden einsetzen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zum Spiegelneuronensystem gezielt die Pro- und Kontraargumente der "broken mirror"-Theorie auf verschiedenen Ebenen wie Verhalten, Emotion und Kommunikation diskutiert.
Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Autismus-Spektrum-Störungen, Spiegelneuronen, funktionelle Bildgebung, Imitationsdefizite, Theory of Mind und die Unterscheidung zwischen "broken mirror" und "unbroken mirror".
Sie dient als Ausgangspunkt der Diskussion, die behauptet, dass ein defektes Spiegelneuronensystem die grundlegende Ursache für soziale und kommunikative Beeinträchtigungen bei Autismus darstellt.
Kritiker führen an, dass das Störungsbild zu heterogen ist, um es allein auf eine neuronale Fehlfunktion zu reduzieren, und verweisen auf methodische Mängel in den Studien, wie kleine Stichproben und mangelnde Validität.
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