Diplomarbeit, 2013
91 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Beschreibung des Themas
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise bei der Durchführung des inversen Stresstests
1.4 Strukturierung der Arbeit
2. Risikomanagement in Banken
3. Identifikation der Risikofaktoren
3.1 Kreditrisiko
3.1.1 Kontrahentenrisiko
3.1.2 Konzentrationsrisiko
3.1.3 Beteiligungsrisiko
3.2 Marktpreisrisiko
3.2.1 Zinsänderungsrisiko
3.2.2 Währungsrisiko
3.2.3 Aktienpositionsrisiko
3.2.4 Rohstoffpreisrisiko
3.3 Operationelles Risiko
3.4 Liquiditätsrisiko
4. Quantifizierung der Risiken mit VaR – Modellen
4.1 VaR im Marktpreisrisiko
4.1.1 Varianz-Kovarianz Ansatz
4.1.2 Historische Simulation
4.1.3 Monte Carlo Simulation
4.2 VaR im Kreditrisiko
4.2.1 CreditMetrics
4.2.2 CreditRisk+
4.2.3 Portfoliomanager von KMV
4.2.4 Credit Portfolio View
4.3 Notwendigkeit von Stresstests
5. Stresstests im Risikomanagement von Banken
5.1 Anforderungen an die Ausgestaltung der Stresstests
5.1.1 Regulatorische Anforderungen
5.1.2 Interne Anforderungen
5.2 Stresstests vor der Finanzkrise
5.2.1 Historische Stressszenarien
5.2.2 Hypothetische Stressszenarien
5.2.3 Hybride Stressszenarien
5.3 Entwicklung neuer Stresstestmethoden nach der Finanzkrise
5.3.1 Integrierter Stresstest
5.3.2 Inverser Stresstest
5.4 Kritische Evaluierung der Stresstests
6. Analytischer Teil – Durchführung eines inversen Stresstests
6.1 Einleitung und Problemstellung
6.1.1 Hypothesen
6.2 Beschreibung der Daten
6.3 Vorgehensweise
6.4 Simulation inverser Stresstest im Kreditrisiko
6.4.1 Überprüfung der Hypothese H1
6.4.2 Interpretation der Ergebnisse zur Hypothese H1
6.4.3 Überprüfung der Hypothese H2
6.4.4 Interpretation der Ergebnisse zur Hypothese H2
7. Conclusio
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit von Stresstests im Banken-Risikomanagement und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Implementierung inverser Stresstests im Bereich des Kreditrisikos. Ziel ist es, ein einfaches und rasches Verfahren zu identifizieren, das es ermöglicht, kritische Parameterveränderungen zu ermitteln, welche den eigenständigen Fortbestand einer Bank gefährden könnten.
1.1 Beschreibung des Themas
Im Zuge der Finanzkrise, die 2007 mit dem Ausfall von Subprime Hypotheken in den USA begann und sich innerhalb kürzester Zeit zu einer globalen Krise entwickelte (vgl. Eichengreen et al. 2008, S. 3), mussten vor allem Bankinstitute unerwartet hohe Verluste verbuchen und einen entsprechenden Wertverfall an den Börsen hinnehmen (vgl. Haldane 2009, S. 5). Die mangelhafte Vorbereitung auf die Finanzkrise hatte zur Folge, dass 92% der im Rahmen einer Studie befragten Risikomanager die in der Bank etablierten Risikomanagementsysteme in Frage stellten (vgl. KPMG 2009, S. 5).
Das schlechte Abschneiden der Risikomanagementsysteme lag vorrangig daran, dass die Stresstests nicht ausreichend im Risikomanagement integriert waren und die Ergebnisse keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung des Top-Managements hatten. Darüber hinaus waren die Parameter der Szenarien oft nicht kritisch genug gewählt. (vgl. CEBS 2009, S. 2)
Als Lehre aus der Krise mussten folglich die Stresstestmethoden weiterentwickelt und neue Anforderungen an die Ausgestaltung von Stresstests durch die europäischen Aufsichtsbehörden definiert werden. Einerseits sollte zukünftig sichergestellt werden, dass Stresstests einen integralen Bestandteil im Risikomanagement der Bank darstellen und regelmäßige Gesamtbankstresstests durchgeführt werden. (vgl. CEBS 2010, S. 8) Andererseits sollten zusätzlich zu den bereits bestehenden, konventionellen Stresstests auch inverse Stresstests zum Einsatz kommen (vgl. BIS 2009a, S. 14).
Generell kann mit Hilfe von konventionellen Stresstests analysiert werden, welche Auswirkungen seltene, aber plausible Stressszenarien auf die Portfolien der Bank haben könnten. Je nach Definition der Szenarien wird dabei zwischen historischen, hypothetischen und hybriden Stresstests unterschieden. (vgl. Bühn / Klauk 2007, S. 352-354)
Mittels inverser Stresstests kann hingegen analysiert werden, welche Ereignisse den eigenständigen Fortbestand der Bank gefährden. Somit werden jene Parameter und Szenarien gesucht, bei denen ein vordefiniertes Ergebnis, wie zum Beispiel das Unterschreiten der Kapitalanforderungen, eintritt. (vgl. Grundke 2012, S. 131)
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Relevanz von Stresstests nach der Finanzkrise und definiert die Forschungsfrage sowie die Struktur dieser Diplomarbeit.
2. Risikomanagement in Banken: In diesem Kapitel werden grundlegende Risikobegriffe sowie die Phasen des Risikomanagementprozesses definiert und erläutert.
3. Identifikation der Risikofaktoren: Hier werden die für eine Bank zentralen Risikoarten (Kredit-, Markt-, Operationelles und Liquiditätsrisiko) detailliert identifiziert und erläutert.
4. Quantifizierung der Risiken mit VaR – Modellen: Dieses Kapitel behandelt die Methoden zur Risikomessung mittels Value-at-Risk (VaR) sowohl für Markt- als auch Kreditrisiken.
5. Stresstests im Risikomanagement von Banken: Der theoretische Teil schließt mit einer Analyse der Anforderungen und Methoden konventioneller Stresstests sowie der Einführung in inverse Stresstests ab.
6. Analytischer Teil – Durchführung eines inversen Stresstests: Im praktischen Teil wird anhand von zehn Musterbanken ein neues, einfaches Verfahren für inverse Stresstests simuliert und validiert.
7. Conclusio: Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Bedeutung von Stresstests und der Empfehlung für weiterführende Forschungsansätze.
Risikomanagement, Inverse Stresstests, Kreditrisiko, Value at Risk, Banken, Risikofaktoren, Szenarioanalyse, Finanzkrise, Modellrisiko, Risikodeckungsmasse, Kapitaladäquanz, Stresstesting, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, Sensitivitätsanalyse.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Stresstests zur Identifikation existenzbedrohender Risiken in Banken, wobei ein besonderer Fokus auf der praktischen Umsetzung von inversen Stresstests im Kreditrisiko liegt.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements, die Quantifizierung mittels VaR-Modellen, die Schwachstellen klassischer Stresstests sowie die Entwicklung effizienter, inverser Stresstest-Verfahren.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie können Stresstests bei besonderer Betrachtung von inversen Stresstests im Risikomanagement von Banken eingesetzt werden?“, mit dem Ziel, ein einfaches, rasches Verfahren für die Praxis zu finden.
Neben einer umfassenden Literatur- und Theorieanalyse umfasst die Arbeit einen analytischen Teil, in dem mit Kreditdaten von zehn Musterbanken eine Simulation inverser Stresstests durchgeführt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Risikoarten, VaR-Modelle, konventionelle Stresstests) und einen empirischen Teil zur linearen Simulation inverser Stresstests bei den ausgewählten Banken.
Wesentliche Begriffe sind Risikomanagement, Inverse Stresstests, Kreditrisiko, Value at Risk (VaR), Risikodeckungsmasse und Szenarioanalyse.
Inverse Stresstests kehren die Logik um: Statt zu fragen, welche Auswirkungen ein Szenario hat, wird ein kritisches Endergebnis vordefiniert und nach den auslösenden Ereignissen gesucht, was ein tieferes Verständnis existenzieller Gefahren ermöglicht.
Die Arbeit validierte den linearen Zusammenhang zwischen Parameterveränderungen und dem Gesamtrisiko über drei Szenarien hinweg bei allen zehn Musterbanken mittels Korrelations- und Interpolationsanalysen.
Es konnte nachgewiesen werden, dass ein linearer Zusammenhang besteht, der es erlaubt, den Rechenaufwand zur Identifikation kritischer Grenzwerte durch eine einfache Interpolation drastisch zu reduzieren.
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