Masterarbeit, 2012
200 Seiten, Note: 1,0
I. EINLEITUNG
II. DAS OBJEKT KAPITALISMUS UND DAS MITTEL GELD
1. DAS OBJEKT: KAPITALISMUS
1.1 DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES (OKZIDENTALEN) KAPITALISMUS
1.1.1 Frühkapitalismus / Industrielle Revolution (1780 – 1870)
1.1.2 Industrialisierung und Organisation des Kapitalismus (1870 – 1900)
1.1.3 Hochkapitalismus (1870 – 1945)
1.1.4 Globalisierter Kapitalismus (1945 – 1974)
1.1.5 Neoliberaler Kapitalismus (ab 1974)
1.2 ÜBERBLICK ÜBER DIE KAPITALISMUSTHEORIE
1.2.1 Beiträge zur Ökonomik: Die „unsichtbare Hand“, Mehrwert und Ausbeutung
1.2.2 Entstehung des okzidentalen Kapitalismus: Der kapitalistische Geist und der Protestantismus
1.2.3 Moderne Ansätze: „Schöpferische Zerstörung“ und Wiederbelebung des freien Marktes
1.3 ZWISCHENFAZIT – ZUSAMMENFASSUNG UND ERWEITERUNG
1.3.1 Kapitalistische Kernelemente
1.3.2 Neoliberalismus in der Kritik
2. DAS MITTEL: GELD
2.1 ÖKONOMISCHE LEHRBUCH-DEFINITION DES GELDES
2.2 GELD IN DER ANALYSE NACH MARX
2.2.1 Preis und Wert einer Ware
2.2.2 Wann wird Geld zu Kapital?
2.2.3 Mehrwert und menschliche Arbeit
2.3 SOZIOLOGISCHE BETRACHTUNG DES GELDES – DIE NEUERE GELDTHEORIE
2.3.1 Warum wird gegen Geld getauscht?
2.3.2 Wie entstehen (Geld-)Werte?
2.3.3 Vertrauen und Unsicherheiten beim Handel mit Geld
2.3.4 Geld und die Parallelen zur Religion
2.3.5 Legitimation des Geldes
2.4 ZWISCHENFAZIT - KAPITALISMUS NUR MIT GELD?
III. DAS SUBJEKT IM KAPITALISMUS
3. KAPITALISMUS – EINE GESELLSCHAFTLICHE KONSTRUKTION?!
3.1 ENTSTEHUNG UND LEGITIMATION DER SOZIALEN ORDNUNG „KAPITALISMUS“
3.1.1 Institutionalisierung des Kapitalismus als Wirklichkeitsbestimmung
3.1.2 Legitimationsprozesse und ihre Entsprechung im Kapitalismus
3.1.3 Ökonomisierung am Beispiel des Social Entrepreneurs
3.2 SOZIALE ORDNUNG ALS EIN REZIPROKER PROZESS
3.2.1 Herausforderungen für Legitimationsstrukturen
3.2.2 Machterhalt und der Umgang mit „Irrlehren“
3.2.3 Monopolanspruch der symbolischen Sinnwelt „Kapitalismus“
3.2.4 Merkmale kapitalistischer Sozialisation
3.2.5 „Verwandlung“ in eine neue Sinnwelt – Gibt es eine Abkehr vom Kapitalismus?
3.3 KAPITALISMUS ALS SOZIALE ORDNUNG – ZWISCHENFAZIT
4. WACHSTUMSTRIEB AUF DER SUBJEKTEBENE
4.1 DAS KAPITALISTISCHE SUBJEKT
4.2 INNERE LANDNAHME UND KONSUM(KULTUR)
4.3 KAPITALISTEN OHNE KAPITAL ODER: WIE DAS SUBJEKT DEM WACHSTUM VERFALLEN IST
4.3.1 Grenzen von Wachstum und Wohlstand
4.3.2 Innere Landnahme, Konsumkultur, Kulturindustrie und das Subjekt
4.3.3 Eigenverantwortlichkeit der Biographie – Fremdzwang wird zu Selbstzwang
4.3.4 Was ist das „Mehr“? – Selbstverwirklichung und Ökonomisierung des Lebens
4.3.5 Mittel-Zweck-Umkehrung
4.3.6 Beschleunigung des Lebens
4.3.7 Soziale Bedeutung des Konsums
4.3.8 Zusammenfassung
4.4 ZWISCHENFAZIT: ÖKONOMISIERUNG DES SUBJEKTS IM NEOLIBERALISMUS
IV. SCHLUSSTEIL
5. (AUS-)BLICK ÜBER DEN KAPITALISTISCHEN TELLERRAND
6. REFLEXIVE SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht, wie das kapitalistische Wachstumsparadigma zu einer scheinbar alternativlosen Leitlinie westlicher Gesellschaften wurde, und analysiert, inwiefern dieses System sowie der daraus resultierende Wachstumstrieb tief in die Denkweisen und Lebensstile der Individuen eingedrungen sind.
1. Das Objekt: Kapitalismus
Dieses erste Kapitel soll einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Kapitalismus sowie über die dabei entscheidenden Fundamente und Triebkräfte geben, die als kapitalistische Kernelemente im weiteren Verlauf als die Definition von Kapitalismus behandelt werden und auf welchen die weitere Untersuchung aufbaut. Fundamente sollen hier notwendige Bedingungen sein, wie zum Beispiel das Recht auf Privateigentum und daraus folgend die Möglichkeit kapitalistischer Akkumulation sowie ein freier Arbeitsmarkt. Triebkräfte hingegen, seien sie beispielsweise ökonomischer oder auch religiöser Natur, spielen – wenn überhaupt – nicht bei allen Kapitalismus-Theoretikern dieselbe Rolle, was unter anderem mit den anfangs genannten unterschiedlichen Rahmenbedingungen ihres Wirkens zusammenhängt. Daher werden die von den Autoren dargelegten verschiedenen Triebkräfte nachfolgend nur soweit in die Betrachtung mit einbezogen, als dass sie für die hier angestrebte Basisdefinition bzw. den zweiten Teil dieser Arbeit relevant sind.
Die Herleitung dieser Basisdefinition soll sich in chronologischer Reihenfolge an den jeweiligen Entwicklungsstufen des Kapitalismus (Abschnitt 1.1) und den wichtigsten Vertretern kapitalistischer Theorienbildung (Abschnitt 1.2) orientieren. Mittels der gewonnenen Erkenntnisse erfolgt in einem Zwischenfazit (Abschnitt 1.3) eine kurze Zusammenfassung sowie eine Bestimmung des Kapitalismusbegriffs. Aufgrund des beschränkten Umfangs und der Schwerpunktsetzung dieser Arbeit wird von einer (zu) komplexen Erklärung Abstand genommen. Für die Bearbeitung und die Thematik sowie das Verständnis der nachfolgenden Kapitel wird die entwickelte Definition jedoch über ein hinreichendes Ausmaß verfügen.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit des Wachstumsparadigmas in westlichen Gesellschaften und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, wie dieser Wachstumszwang auf institutioneller und individueller Ebene etabliert wurde.
II. DAS OBJEKT KAPITALISMUS UND DAS MITTEL GELD: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung des Kapitalismus, zentrale Kapitalismustheorien und die Rolle des Geldes als strukturbildendes und wachstumsförderndes Element.
III. DAS SUBJEKT IM KAPITALISMUS: Hier wird der Kapitalismus als soziale Konstruktion betrachtet und untersucht, wie der Wachstumsdrang in das Denken und Handeln der Individuen eingedrungen ist, insbesondere durch Konsumkultur und Selbstzwang.
IV. SCHLUSSTEIL: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse, stellt die Verbindung zwischen wirtschaftlichem System und individuellem Leben dar und diskutiert Ansätze für eine Postwachstumsgesellschaft.
Kapitalismus, Wachstumsparadigma, Neoliberalismus, Wirtschaftswachstum, Sozialkonstruktivismus, Geldtheorie, Konsumkultur, Identitätsbildung, soziale Ordnung, Kapitalakkumulation, Postwachstumsökonomie, Humankapital, Selbstverwirklichung, Lebenswelt, Ökonomisierung.
Die Arbeit untersucht, wie das kapitalistische Wachstumsparadigma, oft als „goldenes Kalb“ bezeichnet, zur dominierenden Leitlinie westlicher Gegenwartsgesellschaften wurde und wie es die Strukturen dieser Gesellschaften sowie das Individuum selbst prägt.
Die Arbeit umfasst Themen wie die historische Genese des Kapitalismus, die soziologische Rolle des Geldes, die soziale Konstruktion von Wirklichkeit im Kapitalismus sowie die Auswirkungen des Wachstumsstrebens auf die psychische Verfassung des Einzelnen.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem systemischen Wachstumszwang des (neoliberalen) Kapitalismus und dem subjektiven Streben nach persönlichem Wachstum und Selbstverwirklichung beim Individuum aufzudecken.
Die Autoren nutzen eine soziologische Perspektive, insbesondere Ansätze des Sozialkonstruktivismus nach Berger und Luckmann, um zu analysieren, wie Institutionen und soziale Realitäten den Menschen in einem kapitalistischen System formen.
Der Hauptteil ist in zwei Blöcke unterteilt: Der erste Block widmet sich dem „Objekt Kapitalismus“ und der „Geldtheorie“, während der zweite Block das „Subjekt im Kapitalismus“ untersucht, inklusive Themen wie Konsumkultur, Selbstzwang und innerer Landnahme.
Wichtige Begriffe sind Kapitalismus, Wachstumsparadigma, Neoliberalismus, Sozialkonstruktivismus, Konsumkultur und Ökonomisierung des Lebens.
Die Arbeit argumentiert, dass das Geld als „Schmiermittel“ des Kapitalismus fungiert und durch seine universelle Einsetzbarkeit und die Möglichkeit der unbegrenzten Anhäufung (Akkumulation) den Wachstumsdrang des Systems sowie der Individuen maßgeblich befeuert.
Die Innere Landnahme beschreibt die ökonomische Durchdringung nahezu aller Lebensbereiche durch den Kapitalismus, wodurch auch immaterielle Aspekte wie Zeit, Kultur und persönliche Beziehungen dem Kosten-Nutzen-Denken und dem Verwertungszwang unterworfen werden.
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