Bachelorarbeit, 2013
60 Seiten, Note: 1,3
1 TIERE IM ZENTRUM DER AUFMERKSAMKEIT
2 DIE ENTWICKLUNG DES TIERSCHUTZES
2.1 VON JÄGERN UND PHILOSOPHEN
2.2 DIE ERSTEN TIERSCHUTZGESETZE
2.3 DAS DEUTSCHE TIERSCHUTZGESETZ
3 WANN UND WIE KOMMT TIERSCHUTZ IN DIE MEDIEN?
3.1 FACHMEINUNGEN: SEIT WANN SIND TIERSCHUTZFÄLLE INTERESSANT UND WARUM?
3.2 NACHRICHTENWERTTHEORIE: TIERE SIND NIEDLICH
3.3 SKANDALE – EINE CHRONOLOGIE
3.3.1 Östrogen im Kalbfleisch
3.3.2 Nikotin in Eiern
3.3.3 BSE
3.3.4 Kontaminiertes Fischmehl aus Garnelen
3.3.5 Der Wiesenhof-Skandal
3.3.6 Pferdefleisch in Rinderlasagne
4 FALLBEISPIEL 1: DER PONYHOF STAAKEN
4.1 DIE VORGESCHICHTE ZUM PONYHOF-FALL
4.1.1 2007 bis 2012: Das Ordnungsamt mahnt
4.1.2 Der Ponyhof wird geräumt: Tiere, die vermutlich sterben werden
4.1.3 Der weitere Verlauf: Gerüchte geistern durch Spandau
4.2 INSZENIERUNG UND INSTRUMENTALISIERUNG
4.3 DIE BERICHTERSTATTUNG
4.3.1 Der Tagesspiegel
4.3.2 Berliner Morgenpost
4.3.3 Die B.Z.
4.4 FAZIT DER BERICHTERSTATTUNG ÜBER DEN PONYHOF
5 DER UMGANG MIT TIERSCHUTZFÄLLEN IN FACHMEDIEN AM BEISPIEL DER PFERDEFACHZEITSCHRIFT ST. GEORG
5.1 DIE ST. GEORG
5.2 TIERSCHUTZ IM ST. GEORG
5.2.1 Rollende Folterkammern – Tiertransporte in den USA
5.2.2 Leidensgenossen – Die Sicht des Menschen auf das Tier
5.2.3 Der Pferderipper – Jagd nach einem Phantom
5.2.4 Die „Rollkur“ – Anerkannte Trainingsmethode oder Tierquälerei?
5.2.5 Von Sinti und Roma benutzt und getötet – „Das ist ein Mensch der ein Pferd quält“
6 FALLBEISPIEL 2: CHRISTINE W.
6.1 BERICHTERSTATTUNG DER ST. GEORG
6.2 BERICHTERSTATTUNG IN REAKTION AUF DAS VIDEO
6.3 REAKTIONEN IM INTERNET
7 WAS KÖNNEN UND SOLLTEN FACHMEDIEN LEISTEN?
7.1 PRESSEKODEX UND TIERSCHUTZ UNTER EINEM HUT
7.2 WÜNSCHE UND PFLICHTEN DER FACHMEDIEN
8 FAZIT UND AUSBLICK
Diese Arbeit untersucht den medialen Umgang mit Tierschutzfällen in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Dynamiken Tierschutzthemen mediale Aufmerksamkeit generieren, wie sich die Berichterstattung in verschiedenen Medientypen unterscheidet und welche Rolle Fachmedien in diesem Kontext einnehmen können und sollten.
3.2 Nachrichtenwerttheorie: Tiere sind niedlich
Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird an Nachrichtenfaktoren und der so genannten Nachrichtenwerttheorie geforscht. Einer der Kernpunkte dabei ist: „Auswahlkriterien, wie sie von Redakteuren in der Regel angewandt werden, strukturieren und verzerren die Berichterstattung in den Medien“ (Mast 2008, S.58). Die von den Medien geschaffene Realität unterscheidet sich deshalb deutlich von der tatsächlichen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass eher über das Abweichende, als über das Normale und eher über neue Dinge als über bestehende berichtet wird.
Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge entwickelten 1965 einen Katalog von zwölf Kriterien für den Nachrichtenwert. Diese Faktoren bestimmen häufig die Auswahl der Journalisten. Je mehr Nachrichtenfaktoren sich auf ein Ereignis beziehen lassen, desto größer ist die Chance, dass es medial beachtet wird (vgl. Mast 2008, S. 58 ff).
Im Folgenden sollen nun die Nachrichtenfaktoren, die sich in Bezug auf den Tierschutz eignen analysiert werden und wenn möglich, Tierschutzfälle aus den Medien zu den verschiedenen Faktoren vorgestellt werden.
1 TIERE IM ZENTRUM DER AUFMERKSAMKEIT: Die Einleitung erläutert das öffentliche Interesse am Tierschutz und definiert das Ziel der Arbeit, den medialen Umgang mit diesen Fällen zu untersuchen.
2 DIE ENTWICKLUNG DES TIERSCHUTZES: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick von den Ursprüngen des Tierschutzes bis zur heutigen Verankerung im deutschen Tierschutzgesetz.
3 WANN UND WIE KOMMT TIERSCHUTZ IN DIE MEDIEN?: Der Autor analysiert hier, welche Faktoren dazu führen, dass Tierschutzthemen in die mediale Berichterstattung gelangen, und liefert eine Chronologie der wichtigsten Lebensmittelskandale.
4 FALLBEISPIEL 1: DER PONYHOF STAAKEN: Eine detaillierte Untersuchung des Falles Ponyhof Staaken, inklusive der Vorgeschichte, der politischen und rechtlichen Konflikte sowie der Berichterstattung verschiedener Medien.
5 DER UMGANG MIT TIERSCHUTZFÄLLEN IN FACHMEDIEN AM BEISPIEL DER PFERDEFACHZEITSCHRIFT ST. GEORG: Dieses Kapitel beleuchtet exemplarisch, wie Fachmedien, hier die St. GEORG, Tierschutzthemen aufgreifen und einordnen.
6 FALLBEISPIEL 2: CHRISTINE W.: Eine Analyse der Berichterstattung über den Fall der Reiterin Christine W. und die Dynamiken, die durch Bild- und Videobeweise in verschiedenen Medien ausgelöst wurden.
7 WAS KÖNNEN UND SOLLTEN FACHMEDIEN LEISTEN?: Hier wird diskutiert, wie Fachmedien ihre journalistische Verantwortung im Einklang mit dem Pressekodex wahrnehmen und welche Rolle sie als Mittler zwischen Öffentlichkeit, Wissenschaft und Tierschutz einnehmen sollten.
8 FAZIT UND AUSBLICK: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die anfängliche Hypothese zur Emotionalisierung der Berichterstattung kritisch.
Tierschutz, Medienanalyse, Nachrichtenfaktoren, Tierquälerei, Ponyhof Staaken, Christine W., St. GEORG, Pferdesport, Nachrichtenwerttheorie, Journalistische Sorgfalt, Pressekodex, Emotionalisierung, Skandalisierung, Tierschutzgesetz, Fachmedien.
Die Arbeit untersucht, wie Medien über Tierschutzfälle berichten und welche Faktoren bestimmen, welche Fälle mediale Aufmerksamkeit erhalten und welche nicht.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Tierschutzrechts, die Anwendung der Nachrichtenwerttheorie auf Tierschutzfälle sowie die Rolle von Fachmedien bei der Berichterstattung über Tierwohl.
Ziel ist es zu ergründen, warum Tierschutzfälle in die Medien gelangen, wie diese Berichterstattung medienethisch einzuordnen ist und welche Verantwortung dabei speziellen Fachmedien zukommt.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Grundlage aus eigenen Recherchen, Interviews mit Experten (z.B. Amtstierärzten) sowie einer inhaltlichen Analyse von Medienbeiträgen unter Anwendung der Nachrichtenwerttheorie nach Galtung und Ruge.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Chronologie von Lebensmittelskandalen sowie detaillierte Fallanalysen zum "Ponyhof Staaken" und dem Fall der Reiterin "Christine W.", gefolgt von einer Analyse der Pferdefachzeitschrift "St. GEORG".
Schlüsselwörter sind unter anderem Tierschutz, Medienanalyse, Nachrichtenfaktoren, Tierquälerei, Fachmedien und die spezifischen Fallbeispiele Ponyhof Staaken und Christine W.
Das Internet fungierte als Diskussionsplattform, auf der sich Teilnehmer radikalisierten, was starken Einfluss auf die lokale Berichterstattung in Spandau ausübte und zu teils unsachlichen Debatten führte.
Überraschenderweise zeigte sich, dass Tageszeitungen weitestgehend um eine sachliche und objektive Berichterstattung bemüht waren, um sich von boulevardesken Darstellungen und unsachlichen Internetdiskussionen abzugrenzen.
Die St. GEORG dient als Fachmedium-Beispiel, das zwar fachlich fundiert berichtet, jedoch in Tierschutzfragen teilweise eine sehr emotionale und teils boulevardeske Sprache wählt.
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