Bachelorarbeit, 2013
57 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Die Enigma-Maschine
2.1. Aufbau und Funktion
2.2. Der Erfinder und die Verwendung der Maschine
3. Die Entschlüsselung
3.1. Das byro szyfrov und Marian Rejewski
3.2. Bletchley Park und Alan Turing
4. Der Mythos Enigma
4.1. Die unknackbare Maschine
4.2. Der Mythos im Museum: Bletchley Park
4.3. Der Mythos in der Fiktion: „Enigma“ von Robert Harris
4.3.1. Der Roman
4.3.2. Der Film
4.3.3. Die Bedeutung beider für den Mythos
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die kulturgeschichtlichen Aspekte der deutschen Verschlüsselungsmaschine Enigma. Dabei wird analysiert, wie aus der technischen Maschine ein Mythos entstehen konnte, wie dieser in modernen Medien wie Literatur und Film verarbeitet wird und welche Rolle die Entschlüsselung durch die Alliierten für diesen Mythos spielt.
2.1. Aufbau und Funktion
Eine Enigma besteht im Wesentlichen „aus drei Hauptelementen, die miteinander verdrahtet sind: einer Tastatur für die Eingabe der Klartextbuchstaben, einer Verschlüsselungseinheit [...] und einem Lampenfeld, das die Geheimbuchstaben anzeigt.“ Die Verschlüsselungseinheit besteht im Falle der Enigma aus den Walzen oder auch Rotoren. Eine Walze ist „eine dicke Gummischeibe, die von Drähten durchzogen ist“. Die innere Verdrahtung ist hierbei das Entscheidende, denn sie bestimmt, wie die Buchstaben verschlüsselt werden. Eine weitere Besonderheit der Walze ist, dass sie sich jedes Mal, wenn ein Buchstabe gedrückt, also verschlüsselt wird, um ein Sechsundzwanzigstel ihres Umlaufs weiter dreht. „Die erste Walze ist mit einem Federzapfen ausgestattet,“ und wenn sie eine vollständige Umdrehung hinter sich hat, stößt sie die zweite Walze um ein Sechsundzwanzigstel ihres Umlaufs weiter und so fort. Die erste militärisch eingesetzte Enigma, die Enigma C, hatte drei von diesen Walzen.
Ein weiteres wichtiges Bauteil der Verschlüsselungseinheit ist die sogenannte Umkehrwalze, oder auch Reflektor genannt. Im Prinzip ähnelt diese einer normalen Walze, sie ist ebenfalls „eine Gummischeibe mit innenliegender Verdrahtung“, allerdings rotiert sie nicht. Simon Singh beschreibt die Funktion der Umkehrwalze wie folgt:
„Der Chiffreur tippt einen Buchstaben ein und schickt damit ein elektrisches Signal durch die drei Walzen und dann in den Reflektor. Der Reflektor schickt es durch die Walzen wieder zurück, doch auf einem anderen Weg. [...] Das Signal wird nicht wieder in die Tastatur geleitet, [...] sondern auf das Lampenfeld. [...] Die Maschine verschlüsselt einen Klarbuchstaben mit einem Geheimbuchstaben, und solange sie dieselbe Einstellung hat, entschlüsselt sie denselben Geheimbuchstaben zurück in denselben Klarbuchstaben.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Kryptographie in Kriegen und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit zur Mythenbildung rund um die Enigma vor.
2. Die Enigma-Maschine: Dieses Kapitel erläutert den technischen Aufbau, die Funktionsweise der Walzen sowie die kommerzielle und militärische Einführung der Maschine.
3. Die Entschlüsselung: Hier werden die drei Phasen der Kryptanalyse beschrieben, beginnend mit der Pionierarbeit der polnischen Mathematiker bis hin zum Einsatz von Bletchley Park und Alan Turing.
4. Der Mythos Enigma: Das Kapitel dekonstruiert den Mythos der "unknackbaren" Maschine und untersucht dessen mediale Darstellung in Museen, Literatur und Film.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Faszination für die Enigma als "Mythos" bis heute anhält und durch die ständige mediale Präsenz weiter genährt wird.
Enigma, Kryptographie, Kryptanalyse, Bletchley Park, Alan Turing, Marian Rejewski, Mythenbildung, Zweiter Weltkrieg, Codierung, Entschlüsselung, Spionage, Robert Harris, Ultra, Geheimsprache, Nachrichtentechnik
Die Arbeit untersucht die kulturgeschichtlichen Aspekte der Verschlüsselungsmaschine Enigma und analysiert, warum sich um dieses Objekt ein Mythos gebildet hat.
Die Arbeit behandelt die Technik der Enigma, die Geschichte ihrer Entschlüsselung durch alliierte Kräfte sowie die mediale Verarbeitung dieser Ereignisse in der Nachkriegszeit.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, warum die Enigma zu einem solchen Mythos werden konnte und wie dieser Mythos in modernen Medien wie Literatur und Film konstruiert und weiterentwickelt wird.
Die Autorin nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, indem sie primäre historische Fakten zur Entschlüsselung mit der Untersuchung medialer Darstellungen (Roman, Film) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Beschreibung der Maschine, einen historischen Teil über die Entzifferungsarbeit in Polen und England sowie eine umfangreiche Analyse der Mythenbildung.
Wesentliche Begriffe sind Kryptographie, Bletchley Park, Enigma, Mythenbildung, Geheimhaltung und die historische Rolle der Codeknacker.
Die Griechenwalze wurde eingeführt, um die Sicherheit der Marine-Enigma zu erhöhen, was jedoch Bletchley Park vor neue Herausforderungen bei der Entschlüsselung stellte.
Kritiker bemängeln, dass der Film die bahnbrechende Vorarbeit der polnischen Mathematiker für die Entschlüsselung der Enigma fast vollständig unterschlägt oder nur marginal erwähnt.
Vor der Lüftung des Staatsgeheimnisses 1974 war die "Unknackbarkeit" der zentrale Teil des Mythos; danach rückten die Helden der Entschlüsselung und das Geheimnis der britischen Geheimdienstarbeit in den Fokus.
Kritiker stören sich daran, dass der Film einen "brillanten Denker" und Mathematiker zu einem actionreichen Helden umformt, was der historischen Figur des Alan Turing und der realen Arbeit in Bletchley Park nicht gerecht wird.
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