Bachelorarbeit, 2013
50 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Aktueller Bezug
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen und Begriffsabgrenzungen
2.1. Risiko und Liquidität
2.2. Liquiditätsrisiken in Kreditinstituten
2.3. Liquiditätsrisikomanagement im Kontext der Gesamtbanksteuerung
3. Aufsichtsrechtliche Anforderungen an das Liquiditätsrisikomanagement von Kreditinstituten
3.1. Anforderungen des KWG und der Liquiditätsverordnung
3.2. Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)
3.3. Die Liquiditätsreform nach Basel III
3.3.1. Mindestliquiditätsquote (LCR)
3.3.2. Strukturelle Liquiditätsquote (NSFR)
4. Eine Analyse des Liquiditätsrisikomanagements ausgewählter Banken im Zeitablauf
4.1. Die quantitative Analyse
4.1.1. Liquiditätsrisikomessung
4.1.2. Buchwerte der Verbindlichkeiten: Kunden / Interbankenmarkt
4.2. Die qualitative Analyse
4.2.1. Liquiditätsrisikostrategie
4.2.2. Refinanzierung
4.2.3. Liquiditätsablaufbilanz
4.2.4. Stresstests
4.2.5. Liquiditätskrisenpläne („Contingency Plans“)
5. Schlussbetrachtung
5.1. Fazit
5.2. Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die kritische Prüfung, ob das Reformpaket Basel III mit seinen neuen Liquiditätskennzahlen (LCR und NSFR) einen signifikanten Einfluss auf das Liquiditätsrisikomanagement in Kreditinstituten ausübt und welche Auswirkungen sich daraus für die Institute ergeben.
3.1. Anforderungen des KWG und der Liquiditätsverordnung
Das Kreditwesengesetz ist ein Bundesgesetz, welches sich speziell auf Kreditinstitute bezieht. Die Ziele des KWG orientieren sich am Schutz der Gläubiger und in der Sicherung einer funktionsfähigen Kreditwirtschaft. Hervorzuheben sei hier der §11 KWG, der als klassische quantitative Liquiditätsnorm fungiert. Gemäß §11 Abs. 1, S.1 KWG haben Kreditinstitute ihre Mittel so anzulegen, dass die Zahlungsbereitschaft (Liquidität) jederzeit ausreichend gewährleistet ist. Zur Beurteilung gelten dabei die von der Deutschen Bundesbank aufgestellten Grundsätze. Eine letztmalige Änderung des §11 KWG erfolgte am 01. August 2009, indem der Absatz 2 durch das „Gesetz zur Stärkung der Finanzmarkt- und Versicherungsaufsicht“ neu gefasst wurde. Die BaFin ist nun befugt, über die Liquiditätsverordnung hinausgehende Maßnahmen zu fordern, wenn die Liquidität eines Kreditinstituts nicht gesichert ist. Eingriffsmöglichkeiten formuliert der §45 KWG i.V.m. §12 KWG: Die BaFin kann Entnahmen durch die Inhaber, Gewinnausschüttung und Kreditgewährung beschränken sowie die Anlage verfügbarer Mittel in Grundstücken, Gebäuden, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anteilen an Kreditinstituten und an sonstigen Unternehmen untersagen.
Somit liefert das KWG die Rechtsgrundlage, anhand derer die BaFin effektiv und frühzeitig eingreifen kann.
Konkretisiert wird der §11 KWG durch die Liquiditätsverordnung, die am 01. Januar 2007 in Kraft getreten ist. Diese wurde von der BaFin beschlossen und löst den bis dahin gültigen Grundsatz II ab. Das Ziel der LiqV ist den Kreditinstituten gewisse Vorschriften aufzuerlegen, die gewährleisten, dass die verfügbaren Zahlungsmittel die fällig werdenden Zahlungsverpflichtungen überschreiten. Dabei teilt sich die Verordnung in einen Standardansatz und in sogenannte Öffnungsklauseln. Der Standardansatz besitzt quantitativen Charakter. Er ist im Wesentlichen mit dem Grundsatz II identisch und fordert die Berechnung einer Liquiditätskennzahl und weiterer Beobachtungskennzahlen. Die Liquiditätskennzahl bezieht sich auf das erste Laufzeitband und ist monatlich der Deutschen Bundesbank zu melden (§11 Abs. 1 LiqV).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt den aktuellen Bezug zur Finanzkrise her und definiert das Ziel, den Einfluss von Basel III auf das Liquiditätsrisikomanagement bei ausgewählten Banken zu untersuchen.
2. Grundlagen und Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Risikos und der Liquidität im bankbetrieblichen Kontext dargelegt sowie das Liquiditätsrisikomanagement innerhalb der Gesamtbanksteuerung verortet.
3. Aufsichtsrechtliche Anforderungen an das Liquiditätsrisikomanagement von Kreditinstituten: Das Kapitel erläutert die gesetzlichen Anforderungen durch KWG und Liquiditätsverordnung und stellt die neuen quantitativen Kennzahlen LCR und NSFR nach Basel III gegenüber.
4. Eine Analyse des Liquiditätsrisikomanagements ausgewählter Banken im Zeitablauf: Hier erfolgt eine quantitative und qualitative Untersuchung des Liquiditätsrisikomanagements bei vier spezifischen Bankinstituten auf Basis ihrer Geschäftsberichte der Jahre 2006 bis 2012.
5. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Auswirkungen der neuen Regulierung und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen im Liquiditätsrisikomanagement.
Basel III, Liquiditätsrisiko, Liquiditätsrisikomanagement, LCR, NSFR, Kreditwesengesetz, MaRisk, Liquiditätskennzahl, Refinanzierung, Liquiditätsablaufbilanz, Stresstests, Gesamtbanksteuerung, Zahlungsfähigkeit, Bankenaufsicht, Liquiditätspuffer
Die Arbeit untersucht den Einfluss der neuen regulatorischen Anforderungen nach Basel III, speziell der Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR, auf das Liquiditätsrisikomanagement von Kreditinstituten.
Die Arbeit fokussiert sich auf die aufsichtsrechtlichen Grundlagen, die Messmethoden des Liquiditätsrisikos, die Refinanzierung, die Rolle von Stresstests und Liquiditätskrisenplänen.
Ziel ist eine kritische Prüfung, ob die Anforderungen von Basel III lediglich eine formale Reform darstellen oder das Liquiditätsrisikomanagement der Banken zu einer grundlegenden Neuausrichtung zwingen.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der Geschäftsberichte von vier ausgewählten Banken (Deutsche Bank, HSBC Trinkaus, DZ Bank, Stadtsparkasse Düsseldorf) im Zeitraum von 2006 bis 2012.
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Analyse der Messkennzahlen und Verbindlichkeiten sowie eine qualitative Analyse der Strategien, Refinanzierungsmaßnahmen, Ablaufbilanzen und Krisenpläne.
Zentrale Begriffe sind Basel III, Liquiditätsrisiko, LCR, NSFR, MaRisk, Liquiditätsablaufbilanz, Stresstests und Refinanzierung.
Als Zentralbank der Genossenschaftsbanken nimmt die DZ Bank eine Sonderrolle ein, da sie für den Liquiditätsausgleich innerhalb des Finanzverbundes verantwortlich ist und ihr Refinanzierungsprofil spezifische regionale und strukturelle Anforderungen berücksichtigt.
Der Autor kommt zum Schluss, dass Basel III einen bedeutenden Einfluss haben wird, da es die qualitative Ausrichtung des Managements hin zu quantitativen Strukturen verschiebt und eine Anpassung der Geschäftsmodelle sowie der Strategien erforderlich macht.
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