Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Der anthropogene Klimawandel
2.1 Bisherige Beobachtungen
2.1.1 Klimaänderungen
2.1.2 Auswirkungen
2.2 Ursachen
2.3 Zukunftsszenarien
2.3.1 Emissionen und Klimaänderungen
2.3.2 Auswirkungen
3. Gewaltsame Konflikte und ihre Ursachen
3.1 Definition gewaltsamer Konflikte
3.2 Konfliktursachen
3.2.1 Ökonomische Konfliktursachen
3.2.2 Politische Konfliktursachen
3.2.3 Demographische und ethnische Konfliktursachen
3.2.4 Migration als Konfliktursache
3.2.5 Konfliktgeschichte als konfliktrelevante Rahmenbedingung
3.2.6 Geographie als konfliktrelevante Rahmenbedingung
4. Der Zusammenhang von Klimawandel und Gewaltkonflikten
4.1 Erkenntnisse aus der Umweltkonfliktforschung
4.2 Klimabedingte Konfliktkonstellationen
4.2.1 Der Einfluss des Klimawandels auf konfliktrelevante Kontextbedingungen
4.2.2 Klimabedingter Wassermangel
4.2.3 Ernährungsunsicherheit und Landnutzungskonflikte infolge des Klimawandels
4.2.4 Extremwetterereignisse
4.2.5 Klimabedingte Migration
4.3 Ausgewählte regionale Brennpunkte
4.3.1 Sahelzone
4.3.2 Südasien
4.3.3 Andenregion
4.4 Zwischenstaatliche und globale Herausforderungen und Risiken
4.5 Die Gefahr der Versicherheitlichung des Klimawandels
4.6 Maßnahmen zur Reduktion des klimabedingten Konfliktrisikos
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob und unter welchen Umständen die Folgen des anthropogenen Klimawandels zu gewaltsamen Konflikten führen können und wie diese hinsichtlich ihrer Intensität und Reichweite einzuordnen sind. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs um den Klimawandel als Gefahrenmultiplikator zu strukturieren und potenzielle regionale sowie globale Konfliktpfade zu analysieren.
4.2.2 Klimabedingter Wassermangel
Wasser ist durch nichts substituierbar und stellt somit das wichtigste Lebensmittel dar. Zudem ist es als Schlüsselrohstoff für die Industrie, Landwirtschaft und die privaten Haushalte zu verstehen, der jedoch durch die mengenmäßige Übernutzung und Verschmutzung, das globale Bevölkerungswachstum und den Klimawandel gefährdet ist. (vgl. Fröhlich, 2006, S. 36; Ratsch & Mège, 2008, S. 219; Smith & Vivekananda, 2009, S. 8; WBGU, 2007, S. 84). Derzeit leben bereits etwa 1,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser (vgl. Messner, 2009, S. 168; WBGU, 2007, S. 84). Dabei kann zwischen hydrologischer und ökonomischer Wasserknappheit unterschieden werden. Unter hydrologischer Wasserknappheit ist ein Mangel des Wasserangebots zu verstehen, der selbst bei Nutzung effizienter Technologien bestehen bleibt, wohingegen ökonomische Wasserknappheit auf fehlende institutionelle oder finanzielle Kapazitäten zur Nutzbarmachung des Wassers zurückzuführen ist (vgl. ebd.).
Hydrologische Wasserknappheit findet sich bisher vor allem in Nordafrika, dem Nahen Osten und Zentralasien. Durch den zu erwartenden Klimawandel wird der Wassermangel insgesamt jedoch weiter zunehmen, sodass wahrscheinlich auch weite Teile Lateinamerikas, Chinas, des südlichen Afrikas sowie kleine Inseln von hydrologischer Wasserknappheit betroffen sein werden. (vgl. Messner, 2009, S. 168; UNGA, 2009, S. 12; Voigt, 2011, S. 50). Zum einen wird die Wasserverfügbarkeit regional durch veränderte Niederschlags-muster sowie die erhöhte Niederschlagsvariabilität beeinträchtigt. Zum anderen wird die Wasserverdunstung infolge erhöhter Temperaturen zu- und die verfügbare Wassermenge somit abnehmen. Da Gletscher zudem als saisonale Wasserspeicher dienen, ist durch deren Abschmelzen zwar kurzfristig mit erhöhten Abflussmengen der Flüsse zu rechnen, langfristig jedoch vor allem in Trockenzeiten mit einer starken Abnahme. Der Meeresspiegelanstieg kann darüber hinaus die verfügbaren Mengen nutzbaren Wassers durch das Eindringen von Salzwasser in das Grundwasser verringern. Aber auch Verunreinigungen des Trinkwassers infolge von Überflutungen können zu erhöhtem Wassermangel beitragen. (vgl. Klare, 2007, S. 356; Messner, 2009, S. 168; Ratsch & Mège, 2008, S. 220; WBGU, 2007, S. 84ff.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Klimawandels als Sicherheitsrisiko ein und legt den Aufbau sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit dar.
2. Der anthropogene Klimawandel: Das Kapitel fasst den aktuellen Stand der Klimawandelforschung zusammen, beleuchtet Ursachen sowie Beobachtungen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Szenarien.
3. Gewaltsame Konflikte und ihre Ursachen: Hier werden theoretische Grundlagen der Konfliktforschung definiert und zentrale ökonomische, politische sowie soziale Ursachen für gewaltsame Auseinandersetzungen analysiert.
4. Der Zusammenhang von Klimawandel und Gewaltkonflikten: Dieser Hauptteil verknüpft die Umweltkonfliktforschung mit den klimabedingten Stressfaktoren, identifiziert regionale Brennpunkte und diskutiert sicherheitspolitische Risiken sowie Maßnahmen zur Konfliktprävention.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, relativiert deterministische Klimakrieg-Postulate und weist auf den weiteren interdisziplinären Forschungsbedarf hin.
Klimawandel, gewaltsame Konflikte, Sicherheitsrisiko, Umweltdegradation, Ressourcenknappheit, Klimabedingte Migration, Vulnerabilität, Fragile Staaten, Versicherheitlichung, Anpassungskapazität, Konfliktforschung, Sahelzone, Südasien, Andenregion, Friedenspolitik.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Klimawandel als Bedrohungsverstärker oder Auslöser für gewaltsame innerstaatliche Konflikte fungiert.
Die zentralen Felder umfassen die Klimawandelforschung, die klassische Konfliktforschung, die Analyse klimabedingter Stressfaktoren wie Wasser- und Ressourcenmangel sowie die sicherheitspolitische Debatte der Versicherheitlichung.
Die Arbeit fragt nach den Umständen, unter denen Klimafolgen gewaltsame Konflikte begünstigen, und analysiert die Intensität sowie Reichweite potenzieller klimainduzierter Krisen.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstands, basierend auf Literatur, Fallbeispielen und theoretischen Modellen der Konfliktforschung.
Der Hauptteil analysiert die komplexen Kausalketten zwischen Umweltveränderungen und Konfliktdynamiken, wobei spezifische Regionen wie die Sahelzone, Südasien und die Andenregion als Fallbeispiele dienen.
Wichtige Begriffe sind Gefahrenmultiplikator, Anpassungskapazität, Konfliktmultiplikator, Versicherheitlichung und fragile Staatlichkeit.
Die Arbeit betont, dass Staaten mit schwachen Institutionen schlechter in der Lage sind, klimabedingte Stressfaktoren zu bewältigen, was das Risiko für soziale Spannungen und Eskalationen signifikant erhöht.
Nein, der Autor distanziert sich von deterministischen Aussagen und betont, dass Klimafolgen meist indirekt über bestehende soziale, politische oder ökonomische Konfliktlinien wirken.
Er beschreibt die Problematik, Klimawandel vorschnell als reines Sicherheitsproblem zu artikulieren, was eine unangemessene militärische Reaktion auf zivile Herausforderungen zur Folge haben kann.
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