Bachelorarbeit, 2010
92 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. WORT - UND BEGRIFFSGESCHICHTLICHES
3. ARBEIT IN VERSCHIEDENEN EPOCHEN UND KULTUREN
3.1 ARBEITSVERSTÄNDNIS IN DER ANTIKE
3.1.1 Der freie Bürger in der Antike
3.1.2 Moralische Hierarchie der Arbeit
3.1.3 Unwürdige Arbeit Unwürdiger Mensch
3.1.4 Lohnarbeit in der Antike
3.2 ARBEITSVERSTÄNDNIS IM MITTELALTER
3.2.1 Arbeitsauffassung in der Bibel
3.2.2 Reichtümer und Zinsgeschäfte
3.2.3 Die kommerzielle Revolution
3.2.4 Arbeit in Utopien – ein kritischer Gegenentwurf
3.2.5 Arbeit gegen Armut
3.3 ARBEITSVERSTÄNDNIS IN DER NEUZEIT
3.3.1 Entwicklung eines „ökonomischen Bewusstseins“
3.3.2 Industrialisierung der Arbeitswelt
3.3.3 Durchsetzung der Erwerbsarbeit
4. KOPPLUNG VON ARBEIT UND EINKOMMEN
4.1 INCOME MIX: NATURALEINKOMMEN UND GELDLÖHNE
4.2 GELDGESELLSCHAFT UND ENTWICKLUNG DES SOZIALSTAATS
4.3 „DER KURZE TRAUM IMMERWÄHRENDER PROSPERITÄT“ – DIE VOLLBESCHÄFTIGUNGSGESELLSCHAFT ENTSTEHT
5. „ARBEITSGESELLSCHAFT OHNE ARBEIT…“
5.1 „…IM WIDERSPRUCH ZU EMPIRISCHEN BEFUNDEN.“
5.2 ZWISCHENFAZIT
6. WANDEL DER ARBEITSMARKTES UND MASSENARBEITSLOSIGKEIT – DIE EROSION DES NAV
6.1 WANDEL AUS NACHFRAGESICHT
6.2 WANDEL AUS ANGEBOTSSICHT
7. KEIN ZURÜCK ZUR VOLLBESCHÄFTIGUNGSGESELLSCHAFT
7.1 VOM KEYNESIANISMUS ZUR NEOKLASSIK
7.2 DER ARBEITSMARKT – (K)EIN MARKT WIE JEDER ANDERE?
7.3 DAS ALLHEILMITTEL „WIRTSCHAFTSWACHSTUM“?
7.4 VOLLBESCHÄFTIGUNG IM NAV – ÜBERHAUPT GEWÜNSCHT?
8. MODELLE EINER VERÄNDERTEN ARBEITSGESELLSCHAFT – WEGE AUS DER KRISE
8.1 „GERECHTE VERTEILUNG“ DER ARBEIT
8.2 BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN
8.2.1 Argumente für ein bedingungsloses Grundeinkommen
8.2.2 Finanzierbarkeit des BGE und Mindestlohn
8.2.3 Argumente gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen
9. RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtige Krise der Arbeitsgesellschaft in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie sich der Arbeitsbegriff historisch gewandelt hat, welche Rolle die Kopplung von Erwerbsarbeit und Geldeinkommen spielt und warum eine Rückkehr zur Vollbeschäftigungsgesellschaft der Nachkriegszeit weder realistisch noch zwingend wünschenswert ist. Ziel ist es, Wege aus dieser Krise aufzuzeigen.
3.1 Arbeitsverständnis in der Antike
„Freilich verbargen die Götter den sterblichen Menschen die Nahrung. Leicht ja könntest du sonst so viel dir erringen in Tagfrist. Dass für ein Jahr du reichtest, in völliger Muße genießend“ (Hesiod 1996: 25)
Wie wir bereits erwähnt haben, besaßen die Griechen keinen allgemein gültigen Begriff, der unserem Arbeitsbegriff entsprechen würde (Nippel, Wilfried 2000: 55). Hingegen gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Beschreibungen von Tätigkeiten wie dem Wort "ergon", der eine eigenverantwortliche Tätigkeit im weitesten Sinne benannte, wie beispielsweise in der Landwirtschaft, und dem Wort "ponos", der Sklavenarbeit, also schwere körperliche oder auch abhängige Arbeit bezeichnete. Gemeinsam hatten sie jedoch, dass ihre Auffassung stark durch den Glauben geprägt war, dass sie eine Strafe des Göttervaters Zeus darstellten (siehe Zitat oben), da der Zwang zur Selbstversorgung als Last empfunden wurde. Insofern konnten die Griechen der arbeitenden Tätigkeit nicht viel Positives abgewinnen und in den, wenn auch sehr raren Beschreibungen über Arbeit, wie z.B. in Hesiods „Werke und Tage“, Xenophons „Oikonomicos“ oder Catos „De agri cultura“ wird es immer in Negierung zur Muße definiert, in Form von Nicht-Muße (otium vs. negotium). Wichtig anzumerken ist jedoch, dass diese Schriften im Regelfall von Leuten verfasst wurden, die der Oberschicht angehörten (als ein geringer Teil der Bevölkerung, der lesen und schreiben konnte), die teilweise auch nur für Angehörige ihrer Schicht geschrieben wurden (vgl. Meier 2003: 25). Dies erklärt den Umstand, dass man bei der Analyse der Quellen auf eine sehr stark vereinseitigte, d.h. negative Arbeitsauffassung stößt. Dieses Phänomen wird uns in umgekehrter Form nochmals im Kapitel über die Zeit der Aufklärung begegnen.
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Bedeutung der Erwerbsarbeit und Aufwerfung der Forschungsfrage bezüglich der Krise der Arbeitsgesellschaft.
2. WORT - UND BEGRIFFSGESCHICHTLICHES: Etymologische und historische Untersuchung des Arbeitsbegriffs als kulturelles Konstrukt.
3. ARBEIT IN VERSCHIEDENEN EPOCHEN UND KULTUREN: Historische Analyse des Arbeitsverständnisses von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit.
4. KOPPLUNG VON ARBEIT UND EINKOMMEN: Untersuchung der Entstehung der unbedingten Verknüpfung von Lohnarbeit und Geldeinkommen in der modernen Gesellschaft.
5. „ARBEITSGESELLSCHAFT OHNE ARBEIT…“: Empirische Überprüfung der These vom Ende der Arbeitsgesellschaft unter Berücksichtigung tatsächlicher Arbeitsvolumina.
6. WANDEL DER ARBEITSMARKTES UND MASSENARBEITSLOSIGKEIT – DIE EROSION DES NAV: Analyse der Veränderungen am Arbeitsmarkt und der Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse.
7. KEIN ZURÜCK ZUR VOLLBESCHÄFTIGUNGSGESELLSCHAFT: Kritik an bisherigen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und der Fixierung auf Wirtschaftswachstum.
8. MODELLE EINER VERÄNDERTEN ARBEITSGESELLSCHAFT – WEGE AUS DER KRISE: Vorstellung von Reformansätzen wie Arbeitszeitverkürzung und bedingungslosem Grundeinkommen.
9. RESÜMEE: Abschließende Betrachtung der Lösungswege und Zukunftsperspektiven einer veränderten Arbeitsgesellschaft.
Arbeitsgesellschaft, Erwerbsarbeit, Vollbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Bedingungsloses Grundeinkommen, Arbeitszeitverkürzung, Sozialstaat, Wertewandel, Prekarität, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Lohnarbeit, Strukturwandel
Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Krise der Arbeitsgesellschaft in Deutschland, indem sie historische Entwicklungen, ökonomische Zusammenhänge und soziale Implikationen untersucht.
Zu den Kernbereichen zählen der historische Wandel des Arbeitsverständnisses, die Erosion des klassischen Normalarbeitsverhältnisses, die Rolle von Wirtschaftswachstum sowie verschiedene Reformansätze für eine zukünftige Arbeitsgesellschaft.
Die Studie zielt darauf ab aufzuzeigen, dass eine Rückkehr zur Vollbeschäftigung der Nachkriegszeit weder realistisch noch zwingend erstrebenswert ist, und sucht nach tragfähigen Wegen aus der Krise.
Der Autor führt eine historische Rekonstruktion durch und vernetzt soziologische sowie ökonomische Analysen mit empirischen Befunden zu Beschäftigungsverhältnissen und Arbeitsmarktstatistiken.
Der Hauptteil befasst sich mit der Historie der Arbeit (Antike bis Neuzeit), der Entstehung der Kopplung von Arbeit und Einkommen, der Kritik an der Vollbeschäftigungshypothese sowie der Diskussion alternativer Modelle wie BGE und Arbeitszeitverkürzung.
Wichtige Begriffe sind Arbeitsgesellschaft, Erwerbsarbeit, Normalarbeitsverhältnis, atypische Beschäftigung, bedingungsloses Grundeinkommen und der Strukturwandel der Erwerbslandschaft.
Aufgrund der Zunahme atypischer Beschäftigungsformen wie Teilzeit, Leiharbeit und befristeten Verträgen verliert das klassische, unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnis seine dominierende Stellung als soziale Absicherung.
Das BGE wird als ein möglicher Weg diskutiert, um die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen zu erreichen, den Arbeitszwang zu reduzieren und soziale Teilhabe unabhängig von klassischer Erwerbsarbeit zu garantieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

