Examensarbeit, 2003
20 Seiten, Note: sehr gut
1 Aufgabenbestimmung und weiterer Gang der Arbeit
1.1 Die Bestimmung der Aufgabe
1.2 Geschichtlichkeit der Heilfformen und der weitere Gang der Arbeit
2 Die Heilsoffenbarung in Vielfalt und Exklusivität
3 Die Heilsbedeutung des Passa
3.1 Die Herkunft: Passa als apotropäischer Ritus
3.2 Historisierung und Heilsmittel der Erlösung
3.2.1 Die Historisierung
3.2.2 Passa als Heilsmittel der Erlösung
3.3 Die zweifache Entfaltung des Heils: Passa als Heilsmittel zu Gerechtigkeit und Heiligung
3.4 Ausdehnung des Passa und Rückführung auf erlösende Befreiung
4 Gesetz und Christus Jesus
5 Die Heilsbedeutung des Abendmahls
5.1 Letztes Mahl und Einsetzung
5.2 Abendmahl als Heilsmittel zu Erlösung, Gerechtigkeit und Heiligung
6 Vergleichende Verhältnisbestimmung
Die vorliegende Arbeit unternimmt eine systematisch-theologische Verhältnisbestimmung zwischen dem Passamahl im Judentum und dem christlichen Abendmahl. Dabei wird nicht bloß ein Vergleich angestellt, sondern die besondere Beziehung der beiden Mähler als exemplarischer Ausdruck des Verhältnisses zwischen Juden und Christen untersucht.
3.2.2 Passa als Heilsmittel der Erlösung
Gewicht und Tragweite des dtn. historisierten Passa kommen erst dann recht zum Ausdruck, wenn man bedenkt, daß die genannte Erinnerungskultur mit dem (neuen) Passa einen äußerst wirkmächtigen Raum für die Heilsoffenbarung Gottes an das Volk schuf. Denn eben die Form der Erinnerung („Jahwe hat ...“; vgl. Ex 15,20f.) hält den Bezug bestimmter Ereignisse auf das Verständnis von Gott und der Welt fest, so daß sie überhaupt als Heilsereignis - hier: Befreiung aus der zerstörerischen Fremdmacht zur Herrschaft Gottes, zusammengefaßt als: Erlösung (vgl. IKor 1,30) - aufgefaßt werden können. So hatte nach der Deutung der Deuteronomiker die im Passa erinnerte Heilstat Jahwes das Volk Israel überhaupt erst geschaffen, und zwar allein aus Gnade (vgl. z.B. Dtn 7,7f.). Durch diese Gnadentat Jahwes entstand Israels geschichtlich-dialogisches Gottesverhältnis: der Einzelne, wie das Volk hatten auf Jahwes Erlösungstat mit Gebotsgehorsam und ausschließlicher Jahweverehrung zu antworten. Seinen begrifflichen Ausdruck fand dieses Gottesverhältnis im „Bund“, analog den altorientalischen Staatsverträgen.
Insofern unter den dtn. Reformern die Erkenntnis von Gottes Heilstat zur die Gesellschaft durchwirkenden Institution wurde, kann das dtn. Reformwerk selber mit eingerechnet werden in Gottes Heilstat. Tatsächlich und indirekt haben die dtn. Reformer selber - aber wohl eher unbewußt - diesen Schritt vollzogen, indem sie nämlich ihre Tora als im Exodusgeschehen von Mose durch Gott eingesetzt auswiesen, an deren Beachtung den Segen des Bundes banden und dementsprechend auch die von ihnen erstellte Vorschrift zur Feier des Passa (Dtn 16,1-8) mit in die Bundesverpflichtungen des Exodus´ hineinnahmen. Dadurch mußte, wie die Tora, das Passa selber früher oder später die Qualität einer Offenbarung stiftenden Heilsgabe, die zugleich ein Mittel zu weiterem Heil ist, erlangen.
1 Aufgabenbestimmung und weiterer Gang der Arbeit: Einführung in die methodische Vorgehensweise und Klärung des Zieles, das Verhältnis von Passamahl und Abendmahl systematisch-theologisch zu bestimmen.
2 Die Heilsoffenbarung in Vielfalt und Exklusivität: Theoretische Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen des Heils und der Frage, wie christliche Exklusivität im Kontext religiöser Offenbarung zu verstehen ist.
3 Die Heilsbedeutung des Passa: Historische und inhaltliche Untersuchung der Entwicklung des Passa vom apotropäischen Ritus hin zu einem zentralen Heilsmittel Israels.
4 Gesetz und Christus Jesus: Reflexion über die eschatologische Bewertung von Jesus von Nazareth und die daraus resultierende Spannung zwischen jüdischem Gesetz und christlichem Glauben.
5 Die Heilsbedeutung des Abendmahls: Analyse der Einsetzung des Abendmahls als Abschiedsmahl Jesu und seiner Bedeutung als Raum für die Zueignung von Heil in Form von Erlösung, Gerechtigkeit und Heiligung.
6 Vergleichende Verhältnisbestimmung: Fazit der Untersuchung, das die Gemeinsamkeiten in der Offenbarungsstruktur hervorhebt und das Verhältnis von Kirche und Israel als Bruderschaft neu bewertet.
Passamahl, Abendmahl, Heilsmittel, Erlösung, Gerechtigkeit, Heiligung, Offenbarung, Bund, Israel, Kirche, Dogmatik, Josianische Reform, Christusbekenntnis, Jüdisch-christlicher Dialog, Heilsgeschichte.
Die Arbeit untersucht das systematisch-theologische Verhältnis zwischen dem Passamahl des Judentums und dem christlichen Abendmahl als komprimiertes Beispiel für das Verhältnis zwischen Juden und Christen.
Im Fokus stehen die Entwicklung der Heilsbedeutung beider Mähler, die Begriffe Erlösung, Gerechtigkeit und Heiligung sowie die kritische Reflexion über kirchliche Bundestheorien.
Ziel ist eine exemplarische Bestimmung der Beziehung zwischen dem Judentum und dem Christentum durch eine dogmatische Analyse der jeweiligen zentralen Mahlfeiern.
Der Autor wählt einen systematisch-theologischen bzw. dogmatischen Ansatz, der die biblische Überlieferung und deren Wirkungsgeschichte unter Berücksichtigung des zeitgenössischen Verständnisses von Offenbarung reflektiert.
Der Hauptteil behandelt die Genese des Passa im Kontext der josianischen Reform sowie die Einsetzung des Abendmahls als symbolisch-kultische Praxis der ersten Christen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Passamahl, Abendmahl, Heilsmittel, Erlösung, Bund und das Verhältnis von Israel zur Kirche charakterisiert.
Der Autor betont, dass das Gesetz für das jüdische Gottesverhältnis zentral bleibt, während im Christentum eine direkte Beziehung zu Gott durch Christus ohne die Mittlerschaft des Gesetzes ermöglicht wird.
Das Abendmahl als Gedächtnis bedeutet, dass Gott der Menschen gedenkt, indem die Gläubigen sich an das Lebenszeugnis, das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi erinnern und so Anteil an der göttlichen Liebe erhalten.
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