Bachelorarbeit, 2012
46 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Theoretische Ansätze
2.1 Definition: Sexarbeit
2.2 Goffman: Theoretische Vorüberlegungen
2.3 Hochschild: Emotionen und Emotionsarbeit
2.4 Fragestellung und Feldauswahl
3 Methodologie
3.1 Zur Erhebungsmethode: Das offene Leitfadeninterview
3.2 Zur Auswertungsmethode: Grounded Theory
4 Empirische Befunde
4.1 Die Interviewten
4.2 Die Interviewfragen
4.3 Das Forschungsfeld
4.4 Auswertung der Interviews: Dimensionen der Emotionsarbeit
5 Fazit
6 Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die Emotionsarbeit bei „Webcam-Girls“ im Kontext der Erotikindustrie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Webcam-Senderinnen mit der Diskrepanz zwischen ihren tatsächlichen Emotionen und den von Kunden sowie Arbeitgebern geforderten, kundenfreundlichen Präsentationsfassaden umgehen.
4.4 Auswertung der Interviews: Dimensionen der Emotionsarbeit
Nachdem im vorangegangenen Kapitel bereits die Vorgaben, die Plattformen und Studiobetreiber an die Senderinnen stellen, interpretativ beleuchtet wurden, werden nun die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Arbeit dargestellt und ihre Entstehung hergeleitet. Dabei wird nicht auf alle Ergebnisse der Interpretation eingegangen, sondern lediglich auf jene, die im Hinblick auf die in 2.3 formulierte Fragestellung relevant sind. Es werden dergestalt Prioritäten gesetzt, dass die beiden aufgefundenen Kategorien und die sie begründenden Konzepte unter direktem Bezug auf das Interviewmaterial erläutert werden.
Wie unter 4.3 festgestellt, beziehen sich die Forderungen der Erotikplattformen an das Emotionsmanagement der Senderinnen vorrangig auf die Präsentationsfassade, die dem Kunden vor der Cam geboten wird. Im Hinblick auf Goffmans Theatermetapher würde dieser Bereich als „Vorderbühne“ bezeichnet werden, wird jedoch von Hochschilds Vokabular Gebrauch gemacht, handelt es sich hierbei um Oberflächenhandeln, also „Surface Acting“. (vgl. 2.3). Im Zuge der Auswertung des Interviewmaterials mittels Grounded Theory konnte eine Kategorie herausgebildet werden, die sich vorrangig auf diesen Bereich bezieht. Diese erste Kategorie soll hier unter dem Namen „Emotionen gegen Geld“ zusammengefasst werden. Sie umfasst sieben verschiedene Konzepte, die sich beim axialen Kodieren des Interviewmaterials bei allen drei Interviewpartnerinnen wiederholten. Diese Konzepte sind:
1. Arbeitsmotivation durch hohen Verdienst
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Emotionsarbeit bei Webcam-Senderinnen ein und erläutert die Relevanz des Forschungsfeldes sowie die theoretische Fundierung.
2 Theoretische Ansätze: Dieses Kapitel legt die soziologische Basis durch Goffmans dramaturgische Soziologie und Hochschilds Theorie der Emotionsarbeit.
3 Methodologie: Es wird das methodische Vorgehen durch offene Leitfadeninterviews und die Auswertung nach der Grounded Theory dargelegt.
4 Empirische Befunde: Hier werden die Ergebnisse der Interviews präsentiert und in Kategorien wie „Emotionen gegen Geld“ und „Arbeitseinstellungswandel“ gegliedert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Relevanz von Emotionsarbeit für den beruflichen Erfolg in der Webcam-Erotik.
6 Bibliographie: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Emotionsarbeit, Webcam-Girls, Sexarbeit, Surface Acting, Deep Acting, Dienstleistungsgesellschaft, Erotikindustrie, Grounded Theory, Präsentationsfassade, Arbeitsmotivation, Sozialpsychologie, Emotionssoziologie, Tabuisierung, Kundeninteraktion, Erving Goffman.
Die Arbeit untersucht, wie Webcam-Senderinnen bei ihrer Tätigkeit auf Internetplattformen Emotionsarbeit leisten, um den Anforderungen ihrer Kunden und Arbeitgeber zu entsprechen.
Die zentralen Themen sind Emotionsmanagement, die Interaktion zwischen Senderin und Kunde, der Einfluss der Erotikindustrie als Dienstleistungssektor sowie der Umgang mit der gesellschaftlichen Tabuisierung der Sexarbeit.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie Webcam-Girls ihre tatsächlichen Emotionen hinter einer kundenfreundlichen Fassade verbergen oder umformen, um ihre Einkünfte zu sichern.
Die Autorin verwendet eine qualitative Herangehensweise mit offenen Leitfadeninterviews, deren Ergebnisse mithilfe der Grounded Theory ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Goffman und Hochschild, beschreibt das Forschungsfeld der Erotikplattformen und präsentiert die empirischen Ergebnisse aus den Interviews mit drei Webcam-Senderinnen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Emotionsarbeit, Surface Acting, Deep Acting, Surplus-Gefühlsarbeit, Präsentationsfassade und Dienstleistungsgesellschaft.
Ja, die Arbeit zeigt eine deutliche Korrelation: Ein erfolgreiches Emotionsmanagement führt zu zufriedeneren Kunden und damit zu höheren Einnahmen.
Die Senderinnen versuchen, auch bei schwierigen oder unhöflichen Kunden höflich und charmant zu bleiben, da dies zum beruflichen Profil einer Dienstleisterin gehört und finanziell motiviert ist.
Ja, das soziale Umfeld und die Angst vor Entdeckung sowie die damit verbundenen moralischen Konflikte stellen eine erhebliche emotionale Belastung für die Senderinnen dar.
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