Masterarbeit, 2013
79 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Die Europäische Währungsunion: Entwicklung bis zum Ausbruch der Schuldenkrise
2.1 Die Optimum Currency Area Theorie und die Wirklichkeit
2.2 Vollzug des Projekts einer einheitlichen Währung
2.2.1 Verwicklungen bei der Gestaltung der EWU
2.2.2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt
2.3 Ausgangspunkt: Schulden- Banken und Wettbewerbskrise
3. Dauerhaften Mechanismen zur Stabilisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
3.1 Der Vertrag über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion (VSKS)
3.1.1 Rechtsstatus und Ziel
3.1.2 Inhalt des Korrekturmechanismus: Ausweichklauseln und Verfahren
3.2 Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM)
3.2.1 Ziel, Organe, Beschlussverfahren und Finanzausstattung
3.2.2 Finanzhilfen: Instrumente und Verfahren
4. Grundsätze staatlicher Verschuldung
4.1 Ursachen
4.2 Auswirkungen exzessiver Staatsverschuldung
4.2.1 Ökonomische Ansätze
4.2.2 Politische Ansätze
4.2.3 Verweis auf implizite und explizite Staatsschulden
5. Alternativen zur Krisenbewältigung
5.1 Staatsbankrott und Austritt aus der EU
5.2 Die Fiskalunion
5.3 Ein Mechanismus zur Krisen-Prävention, -Milderung und -Bewältigung
5.3.1 Optimale Charakteristiken
5.3.2 Theoretische Vorschläge zur Prävention ökonomischer Ungleichgewichte
5.3.2.1Vorbild von Schuldenbremsen in Europa
5.3.3 Theoretischer Vorschlag zur Postvention ökonomischer Ungleichgewichte
6. Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung ausgewählter Krisen-Länder
6.1 Griechenland
6.2 Irland
6.3 Portugal
7. Bewertung der Stabilitätsmechanismen
7.1 Gesamtwertung des VSKS
7.2 Gesamtwertung des ESM
7.3 Ausblick
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der präventiven und korrektiven Mechanismen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion – namentlich des Fiskalvertrags (VSKS) und des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) – bei der Bewältigung ökonomischer Ungleichgewichte im Euroraum.
2.1 Die Theorie optimaler Währungsräume und die Wirklichkeit
Die Schaffung einer Zone mit einer gemeinsamen Währung und Zentralbank hat das Problem eines optimalen Währungsraums aufgeworfen. Die Theorie optimaler Währungsräume (optimum currency area) wird vom Nobelpreisträger Robert Mundell (1961) vorangetrieben und basiert auf der Annahme, dass unabhängige Nationen sich in einer Währungsunion zusammenschließen, wenn die Nutzen des Beitritts die Kosten übertreffen (Mankiw, 2008, S.928). Zu den Nutzen einer gemeinsamen Währung zählen zunächst geringere Transaktionskosten, welche eine Intensivierung des Handels von Gütern und Dienstleistungen sowie die Zunahme ausländischen Investitionen als direkte Konsequenz begünstigen können. Durch eine Währungsunion verlieren aber die betreffenden Staaten das Monopol über die Steuerung eines wichtigen makroökonomischen Politikinstruments: Den Wechselkurs.
Der Wechselkurs sorgt dafür, dass Staaten, die sich innerhalb einer gewissen Zeitspanne in unterschiedlichen ökonomischen Zyklen befinden, wieder ins Gleichgewicht kommen. Wenn zwei Staaten, z.B. Deutschland und Spanien, nicht zu einer Währungsunion gehören und sich Deutschland in einer Aufschwungsphase und Spanien in einer Abschwungphase befindet, ist es wahrscheinlich, dass diese zwei Länder unterschiedliche Geldpolitiken betreiben. Auf dem Devisenmarkt würde der Wert der D-Mark ansteigen und der Wert der spanischen Peseta sinken. Gleichzeitig wären deutsche Güter für die spanische Bevölkerung teurer und ggf. spanische Güter für die deutsche Bevölkerung günstiger. Dies könnte eine Reduzierung des Nettoexports Deutschlands und umgekehrt eine Steigerung der Nettoexporte Spaniens zur Folge haben, bis sich die Geldnachfrage und das Preisniveau zurück auf das ursprüngliche Gleichgewicht einpendeln. Alternativ könnte das Land, das sich in einer Rezession befindet, die Zinssätze auf seine Staatsanleihen senken, um die Nachfrage zu erhöhen, während das Land, das sich in der Wachstumsphase befindet, die Zinssätze erhöhen wird, um die Gefahr einer auf übertriebenem Optimismus zurückzuführenden Preissteigerung zu vermeiden. In der EWU werden jedoch die Zinssätze extern bzw. von den internationalen Märkten bestimmt.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der staatlichen Verschuldung in der Eurozone seit 2009 und definiert die Fragestellung zur Wirksamkeit von Präventions- und Postventionsverträgen.
2. Die Europäische Währungsunion: Entwicklung bis zum Ausbruch der Schuldenkrise: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen optimaler Währungsräume und analysiert die politischen Fehlentscheidungen seit Einführung des Euro.
3. Dauerhaften Mechanismen zur Stabilisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion: Hier werden der Fiskalvertrag (VSKS) und der ESM als neue institutionelle Pfeiler für die Haushaltsdisziplin und Krisenbewältigung detailliert vorgestellt.
4. Grundsätze staatlicher Verschuldung: Das Kapitel beleuchtet ökonomische und politische Ursachen für Staatsverschuldung sowie die Unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Staatsschulden.
5. Alternativen zur Krisenbewältigung: Dieses Kapitel diskutiert Handlungsoptionen für die Eurozone, darunter den Austritt aus der EU, die Fiskalunion sowie verschiedene Ansätze für Schuldenbremsen.
6. Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung ausgewählter Krisen-Länder: Eine länderbezogene Untersuchung zeigt die spezifischen Ursachen der Krise in Griechenland, Irland und Portugal auf.
7. Bewertung der Stabilitätsmechanismen: Abschließend erfolgt eine rechtliche, politische und ökonomische Evaluation der Wirksamkeit von VSKS und ESM sowie ein Ausblick auf notwendige Reformen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die bestehenden Mechanismen noch unvollkommen sind und den Anforderungen an ein permanentes Krisenmanagement nur teilweise entsprechen.
Europäische Währungsunion, Staatsverschuldung, Fiskalvertrag, ESM, Eurokrise, Haushaltsdisziplin, Schuldenbremse, Finanzstabilität, Moral Hazard, Asymmetrische Schocks, Strukturreformen, Maastricht-Kriterien, Defizitquote, Wirtschaftsintegration, Krisenbewältigung.
Die Arbeit analysiert die Strategien der Europäischen Union zur Krisenbewältigung, insbesondere durch den Fiskalvertrag und den Europäischen Stabilitätsmechanismus.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie optimaler Währungsräume, den Ursachen von Staatsverschuldung und der konkreten Entwicklung in den Krisenländern Griechenland, Irland und Portugal.
Das Ziel ist es, zu bewerten, inwieweit die unterzeichneten Verträge (VSKS und ESM) geeignet sind, ökonomischen Ungleichgewichten im Euroraum entgegenzuwirken.
Es wird eine systematische Analyse und ein Vergleich vorhandener Politik- und Wirtschaftstexte durchgeführt, um ökonomische Erkenntnisse mit dem europäischen Gesetzesrahmen in Beziehung zu setzen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Währungsunion, die Mechanismen zur Stabilisierung, Ursachen der Verschuldung und eine detaillierte länderbezogene Analyse der Krisenstaaten.
Wichtige Begriffe sind Europäische Währungsunion, Fiskalvertrag (VSKS), ESM, Staatsverschuldung, Haushaltsdisziplin und Krisenbewältigung.
Das Platzen der Immobilienblase 2007 führte zum Insolvenzrisiko des Bankensektors, was den irischen Staat zwang, Garantien für Verbindlichkeiten zu übernehmen und dadurch die Staatsverschuldung explodieren ließ.
Kritiker bemängeln insbesondere das Fehlen eines automatischen Sanktionsmechanismus und die mangelnde Flexibilität bei gleichzeitig notwendigen Wachstumsanreizen.
Der IWF fungiert als beratende Instanz und Partner bei der Gewährung von Finanzhilfen, wobei er auch Konzepte wie den SDRM zur Umstrukturierung von Staatsschulden eingebracht hat.
Es besteht der Konflikt zwischen der Notwendigkeit strenger Disziplin zur Haushaltskonsolidierung und der Gefahr, dass diese Regeln in Rezessionsphasen prozyklisch wirken und das Wachstum abwürgen.
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