Magisterarbeit, 2012
94 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Zur Geschichte internationaler Freiwilligendienste
1.1.1 weltwärts – der entwicklungspolitische Freiwilligendienst
1.2. Zur Wirkung von Freiwilligendiensten
2 Forschungsstand der interkulturellen Kompetenzwissenschaft
2.1 Ethnologische Perspektiven interkultureller Kompetenz
2.2 Das Verhältnis von Identität und interkultureller Kompetenz
2.3 Vorurteile und Stereotypisierungen im Freiwilligendienst
2.4 Verständnis von Kultur in der interkulturellen Kompetenzforschung
2.4.1 Bedeutung Hofstedes für die interkulturelle Kompetenzforschung
2.5 Konzepte interkultureller Kompetenz
2.6 Modelle und Entwicklungsprozesse interkultureller Kompetenz
2.6.1 Das Spiralenmodell interkulturellen Lernens nach Gisela Führing
2.6.2 Das Phasenmodell interkulturellen Lernens nach Leenen und Grosch
2.6.3 Phasenmodell interkultureller Sensibilität
3 Methoden zur Erfassung interkultureller Kompetenz
3.1 Überblick über gängige Fragebogenverfahren
3.1.1 Das IDI
3.1.2 Die Critical Incident Methode
4. Theorieteil
5. Methodisches Vorgehen
5.1 Sampling
5.1.1 Datenaufbereitung und Datenverarbeitung
5.2 Analysemethode und Operationalisierung der Variablen
5.2.1 Abhängige Variable
5.2.2 Unabhängige Variablen
5.2.3 Auswertungsstrategie
6 Analyse
6.1 Beschreibung der Stichprobe
6.2 Univariate Analyse der Dimension interkulturellen Lernens
6.2.1 Zur kognitiven Dimension interkulturellen Lernens
6.2.2 Zur affektiven Dimension interkulturellen Lernens
6.2.3 Zur konativen Dimension interkulturellen Lernens
6.3 Bivariate Analyse
6.4 Auswertung der ExpertInnen-Interviews
6.5 Zusammenfassung der Analyseergebnisse
7 Fazit
Diese Abschlussarbeit untersucht, ob die Teilnahme am entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "weltwärts" tatsächlich den Erwerb interkultureller Kompetenz bei den Freiwilligen fördert. Unter Anwendung methodischer Triangulation und der Analyse von drei Dimensionen interkulturellen Lernens (kognitiv, affektiv, konativ) wird das Potenzial des Programms evaluiert.
1.1 Zur Geschichte internationaler Freiwilligendienste
Sherraden definiert internationale Freiwilligendienste (engl. „International voluntary services”) als: „[…] an organized period of engagement and contribution to society by volunteers who work across an international border, in another country, or countries. [ An international voluntary service] may be sponsored by public or private organizations, it is recognized and valued by society, and volunteers receive little or no monetary compensation" (Sherraden et al. 2008:397).
Die ersten Initiativen für den gezielten Aufbau interkultureller Austauschprogramme reichen zurück bis 1920. Jeweils in der Zeit nach dem ersten und zweiten Weltkrieg entstanden Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) wie „Service Civil International“ (SCI) in Frankreich oder „American Field Service“ (AFS) in den USA. Internationale Freiwilligendienstprogramme mit dem Fokus auf der Arbeit im sozialen Bereich stellten eine spätere Entwicklung in diesem Prozess dar (Clowes/Schenk 2010).
Die Geschichte von Freiwilligendiensten, die durch religiöse Netzwerke ins Leben gerufen wurden, reicht teilweise Jahrhunderte weiter zurück, als die hier beschriebenen Vorgänge. Obgleich sich heute viele religiöse und säkulare Freiwilligendienste in ihrer Zielsetzung gleichen, fand sich deren Ursprung eher in einem religiös motivierten, häufig missionarisch geprägten Altruismus und Sendungsbewusstsein als in der Förderung eines auf gegenseitigen Austausch beruhenden interkulturellen Dialoges.
1961 führte Präsident John F. Kennedy das „Peace Corp“ ein, das bis heute umfassendste Freiwilligendienstprogramm weltweit. Das Programm war allerdings ein Ergebnis des Kalten Krieges und vordergründig eher dazu gedacht, den chinesischen und sowjetischen Einfluss entgegen zu treten, als interkulturellen Austausch zu fördern. Mittlerweile zählt jedoch auch für das Friedenscorps die Förderung des interkulturellen Austausches zu den vorrangigen Zielsetzungen des Programms (Cobbs-Hoffman 2000). Mehr als 200.000 US-Amerikaner haben bis heute im Friedenscorps gedient (Peace Corps 2012).
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die theoretische Problematik von Perspektive und Repräsentation im Rahmen internationaler Freiwilligendienste und definiert die Forschungsfrage bezüglich des "weltwärts"-Programms.
2 Forschungsstand der interkulturellen Kompetenzwissenschaft: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über ethnologische Perspektiven, Identitätskonzepte, Stereotypisierung, Kulturbegriffe sowie diverse Modelle und Entwicklungsprozesse interkultureller Kompetenz.
3 Methoden zur Erfassung interkultureller Kompetenz: Hier werden gängige Messverfahren wie Fragebogen- und Attributionstests vorgestellt, mit besonderem Fokus auf das IDI-Verfahren und die Critical-Incident-Methode.
4. Theorieteil: Dieser Abschnitt verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der spezifischen Fragestellung der Arbeit und leitet zur methodischen Herangehensweise über.
5. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das Sampling der Experteninterviews, die Erstellung und Auswahl der Fragebögen sowie die methodische Strategie zur Operationalisierung der kognitiven, affektiven und konativen Dimensionen.
6 Analyse: Das Kernkapitel präsentiert die Auswertung der empirischen Daten, unterteilt in Stichprobenbeschreibung, univariate Analysen der Dimensionen interkulturellen Lernens, bivariate Zusammenhänge sowie Expertenmeinungen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die positiven Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt Empfehlungen für eine methodische Erweiterung sowie strukturelle Anpassungen des Freiwilligendienstes.
weltwärts, interkulturelle Kompetenz, Freiwilligendienst, interkulturelles Lernen, Persönlichkeitsentwicklung, interkulturelle Sensibilität, Critical Incidents, Kulturaustausch, Entwicklungszusammenarbeit, Identität, Vorurteile, Stereotypen, Fragebogenverfahren, ethnorelatives Mindset, Bildungsarbeit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen internationaler Freiwilligendienste – speziell des "weltwärts"-Programms – auf die Entwicklung der interkulturellen Kompetenz der teilnehmenden Freiwilligen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse interkultureller Lernprozesse, der Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen und Identität sowie der Evaluierung, ob ein Auslandsaufenthalt tatsächlich die Fähigkeit zur interkulturellen Interaktion stärkt.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Teilnahme am "weltwärts"-Freiwilligendienst eine nachweisbare Zunahme interkultureller Kompetenz bei ehemaligen Freiwilligen bewirkt.
Die Autorin nutzt methodische Triangulation: eine Kombination aus schriftlichen, webbasierten Fragebögen (mit Selbsteinschätzung und Critical Incidents) sowie Experteninterviews mit Vertretern von Entsendeorganisationen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu interkulturellen Modellen, die methodische Erläuterung der Datenerhebung sowie eine detaillierte Analyse der Ergebnisse anhand der kognitiven, affektiven und konativen Dimensionen.
Zentrale Begriffe sind weltwärts, interkulturelle Kompetenz, interkulturelles Lernen, Critical Incidents sowie verschiedene Entwicklungsmodelle wie das IDC/DMIS.
Die Experten betonen das große Potenzial des Programms, weisen aber kritisch darauf hin, dass der Erwerb interkultureller Kompetenz kein automatischer Prozess ist, sondern maßgeblich von der individuellen Persönlichkeit und einer guten pädagogischen Begleitung abhängt.
Vorurteile werden als zentraler Bestandteil der affektiven Dimension analysiert. Die Studie zeigt, wie Freiwillige während ihres Dienstes mit solchen Denkmustern konfrontiert werden und welche Lernprozesse (z.B. vom Ethnozentrismus hin zu ethnorelativem Verständnis) sich daraus entwickeln können.
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