Bachelorarbeit, 2013
50 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Männerdomäne Fußball
2.1. Heteronormativität und Maskulinität
2.2. Körperlichkeit im Männerbund
3. Homophobie und Diskriminierung
4. Der Fall Fashanu
5. Angst und Geheimhaltung
6. Öffnung gegenüber Schwulen?
7. Der schwule Fußballprofi Robbie Rogers
7.1. Zur Person
7.2. Mediendiskursanalyse
7.2.1. Coming-Out und Rücktritt
7.2.2. Comeback
8. Ein Kulturwandel?
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Situation von homosexuellen Profifußballern im Männerfußball, um zu analysieren, ob ein kultureller Wandel hin zu mehr Akzeptanz stattfindet.
2.1. Heteronormativität und Maskulinität
Fußball ist ein Sport, der in seinen Anfängen im 19. Jahrhundert gerade in England eine Art Sammelbecken für Männer war, denen ihre Verantwortung als vorindustrielle Handwerker, durch die aufkommenden Fabrikmaschinen genommen wurde. Der sinkende Bedarf männlicher Körperlichkeit in der Arbeitswelt suchte in der symbolischen Relevanz von Kraft und Stärke in den Arenen des Fußball seine Kompensation. Die körperliche Beanspruchung im Fußball war eine geeignete Möglichkeit, den exklusiven Männlichkeitstypus zu erhalten. Im Fußball spielte es immer eine wichtige Rolle Härte, Geschwindigkeit, Tapferkeit, Schmerztoleranz und schnelles zielorientiertes Handeln gepaart mit Bewegungsperfektion unter Beweis zustellen. Statt der, durch die industrielle Revolution, stark abnehmenden Nachfrage nach handwerklichen Fertigkeiten der Männer wurde die Ausübung, Demonstration und Anerkennung sportlicher Fähigkeiten besonders im Fußball immer wichtiger (vgl. Cashmore 2011, S. 4).
Dies kann als ein relevanter Grund verstanden werden, warum ein Archetyp der Männlichkeit von Beginn der Fußballtradition an so stark aufgegriffen wird. Aggressivität kann hier nicht nur ausgelebt werden, sondern bekommt zudem eine positive Konnotation. Der Kampf im Sport weckt Assoziationen zum Männer dominierten Feld des Krieges. Heroisierung durch Überlegenheit, welche durch den kraftvollen Körper als Medium erreicht wird, schafft ein traditionelles Männerbild, dass sich kaum stärker von einem traditionellen Frauenbild unterscheiden könnte. Der Fußball bietet hier eine unvergleichliche Möglichkeit, stereotype männliche Geschlechtsidentität als eindimensionale Sozialstruktur zu reproduzieren. Denn jene Geschlechtsidentität wird einerseits von den Spielern demonstriert und andererseits massenhaft von den Zuschauern als gefeierter Idealtypus rezipiert. Mit der Verkörperung eines traditionellen Männlichkeitsbildes geht die Abgrenzung zum Weiblichen einher.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Tabuisierung von Homosexualität im professionellen Männerfußball ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich eines möglichen kulturellen Wandels.
2. Männerdomäne Fußball: Dieses Kapitel erläutert, wie historische Männlichkeitsbilder und heteronormative Strukturen den Fußball als exklusiven Männerbund konstituiert haben.
3. Homophobie und Diskriminierung: Hier werden die Ursachen von Homophobie im Stadionkontext sowie die verschiedenen Ausprägungen von verbaler und struktureller Diskriminierung analysiert.
4. Der Fall Fashanu: Das Kapitel betrachtet die Lebensgeschichte des ersten schwulen Profifußballers Justin Fashanu als abschreckendes Beispiel für die Folgen eines Outings in den 90er Jahren.
5. Angst und Geheimhaltung: Es wird der immense soziale und psychische Druck beleuchtet, dem schwule Profifußballer ausgesetzt sind, was sie zur Verleugnung ihrer Identität zwingt.
6. Öffnung gegenüber Schwulen?: Dieses Kapitel untersucht aktuelle Studien und Tendenzen, die auf eine beginnende Akzeptanz von homosexuellen Athleten im Sport hindeuten.
7. Der schwule Fußballprofi Robbie Rogers: Anhand des Fallbeispiels Robbie Rogers wird die mediale Resonanz auf sein Outing, den Rücktritt und das spätere Comeback diskursanalytisch untersucht.
8. Ein Kulturwandel?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert, ob durch neue Vorbilder wie Rogers ein nachhaltiger Wandel der heteronormativen Fußballkultur möglich ist.
Homosexualität, Männerfußball, Heteronormativität, Maskulinität, Diskriminierung, Homophobie, Coming-Out, Robbie Rogers, Justin Fashanu, Fußballkultur, Genderdebatte, Inklusion, Profisport, Männlichkeitsbild, Diskursanalyse.
Die Bachelorarbeit analysiert die gesellschaftliche Position von homosexuellen Spielern im professionellen Männerfußball und untersucht, ob und wie sich der Sport gegenüber einer sexuellen Liberalisierung öffnet.
Zu den Schwerpunkten zählen heteronormative Männlichkeitskonstrukte im Fußball, die psychologischen Belastungen durch Geheimhaltung, Diskriminierungsformen und die mediale Darstellung schwuler Fußballprofis.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich im professionellen Männerfußball ein kultureller Wandel vollziehen könnte, insbesondere unter dem Einfluss prominenter Outings wie dem von Robbie Rogers.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus soziologischen Theorien (insbesondere zur Heteronormativität und Männlichkeit) und einer Mediendiskursanalyse nach Siegfried Jäger.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über das "Männerbündische" im Fußball, eine Auseinandersetzung mit historischer Ausgrenzung am Beispiel Fashanus sowie eine detaillierte Diskursanalyse von Berichten zu Robbie Rogers.
Homosexualität, Männerfußball, Heteronormativität, Diskriminierung, Coming-Out, Robbie Rogers, Inklusion und Maskulinität sind die zentralen Begriffe.
Robbie Rogers dient als wichtiges Fallbeispiel, da sein Coming-Out und das anschließende Comeback in der Presse überwiegend positiv aufgenommen wurden, was im Kontrast zu früheren Diskursen steht.
Während Fashanu in den 90er Jahren massiver Feindseligkeit ausgesetzt war, zeigen moderne Studien und das Medienecho zu Rogers einen langsamen Prozess hin zu einer inklusiveren Maskulinität.
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