Magisterarbeit, 2008
77 Seiten, Note: 14
EINLEITUNG
1. Entstehungsgeschichte des Themas
2. Problematik und Forschungshypothesen
3. Erkenntnisinteresse
4. Forschungsdesign
5. Aufbau der Arbeit
6. Forschungsstand
TEIL I - THEORETISHER TEIL
KAPITEL 1: ANATOMISCHE DARSTELLUNG DES GEHIRNS UND BIOLOGISCHE BEDINGUNGEN FÜR DAS ERLERNEN EINER SPRACHE
1. Die Anatomie des Gehirns
1.1. Das Großhirn
1.2. Das Kleinhirnhirn
1.3. Das Zwischenhirn
1.4. Das Mittelhirn
1.5. Das Nachhirn
1.6. Die Neuronen
2. Biologische Voraussetzungen für das Erlernen einer Fremdsprache
KAPITEL 2. GEHIRN UND LERNEN
2.1. Die Informationen
2.1.1. Primäre Informationen
2.1.2. Sekundäre oder Begleitinformationen
2.2. Die Wahrnehmung
2.2.1. Lateralisierung des Gehirns
2.2.1.1. Die rechte Hemisphäre
2.2.1.2. Die linke Hemisphäre
2.3. Zentrum und Funktionieren der Fertigkeiten
2.3.1. Das Sprechen und das Hören
2.3.1.1. Zentrum
2.3.1.2. Funktionieren
2.3.1.2.1. Die Antizipation
2.3.1.2.2. Das Kurzzeitgedächtnis
2.3.1.2.3. Die innere Sprache
2.3.1.2.4. Das phonematische Gehör
2.3.1.2.5. Das sprachliche Gehör
2.3.2. Das Schreiben und das Lesen
2.3.2.1. Zentrum
2.3.2.2. Funktionieren
2.3.2.2.1. Die Worterkennung
2.3.2.2. Der phonologische Kode
2.3.2.2.3. Die syntaktische Analyse
2.3.2.2.4. Die Sinnentnahme
2.4. Die Lernertypen
2.4.1. Der visuelle Lerner
2.4.2. Der auditive Lerner
2.4.3. Der haptische Lerner
2.5. Die Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen
2.5.1. Das Ultrakurzzeitgedächtnis
2.5.2. Das Kurzzeitgedächtnis
2.5.3. Das Langzeitgedächtnis
2.6. Lernen und Vergessen
2.6.1. Die internen Faktoren
2.6.2. Die äußeren Faktoren
TEIL II - EMPIRISCHER TEIL
KAPITEL 3. EMPIRISCHE ANALYSEN
3.1. Die Unterrichtsbeobachtungen
3.1.1 Zur Schule A
3.1.1.1 Verlauf des beobachteten Unterrichts
3.1.2 Zur Schule B
3.1.2.1 Verlauf des ersten Unterrichts
3.1.2.2 Verlauf des zweiten Unterrichts
3.1.3. Analyse der beobachteten Unterrichtsstunden
3.2. Die Unterrichtsdurchführungen
3.2.1. Zu den Schulen und Unterrichtsangaben
3.2.2. Die dargebotenen Lernstoffen
3.2.2.1. Der nicht bildliche Lernstoff
3.2.2.2. Der bildliche Unterricht
3.2.2.3. Die Evaluation
3.2.2.4. Ergebnisse der Evaluation
3.2.3. Interpretation der Schülernoten
3.2.4. Analyse der Schülernoten
KAPITEL 4 : ERGEBNISSE DER ARBEIT UND VORSCHLÄGE ZUR KONSOLIDIERUNG DER UNTERRICHTSPRAXIS
4.1. Ergebnisse der Arbeit
4.1.1. Hypothesenüberprüfung
4.1.2. Einschränkung der Gültigkeit der Ergebnisse
4.1.3. Mögliche Weiterarbeit
4.2. Vorschläge zur Konsolidierung der Unterrichtspraxis
4.2.1. Zur Durchführung von Lernstoffen
4.2.2. Zum Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden
SCHLUSSBEMERKUNGEN
LITERATURVERZEICHNIS
Diese Arbeit untersucht die psycholinguistischen und biologischen Prozesse des Gehirns während des Fremdsprachenerwerbs, insbesondere am Beispiel des Deutschen. Das primäre Ziel ist es, Lehrern wissenschaftlich fundierte Einblicke zu vermitteln, wie Lernprozesse durch die Berücksichtigung neurologischer Abläufe, unterschiedlicher Lerntypen und geeigneter Lehrmethoden optimiert und somit der Lernerfolg der Schüler gesteigert werden kann.
2.5.1. Das Ultrakurzzeitgedächtnis
Das Ultrakurzzeitgedächtnis ist der erste Filter für Wahrnehmungen. Jeder durch eine Sinneswahrnehmung, das Auge, das Ohr oder die Haut ankommende Impuls wird mit bereits vorhandenen, im Gehirn kreisenden Gedanken assoziiert und kreist auch zunächst in Form von elektrischen Strömen und Schwingungen für zehn bis zwanzig Sekunden. Nach dieser kleinen Zeit klingt er wieder ab, wenn er keinen „Anschluss“ findet. Wenn eine Resonanz mit bereits vorhandener Information erzeugt werden kann, werden die neuen Eindrücke vor dem Verlöschen gerettet und ins Kurzzeitgedächtnis übernommen. Der Übergang vom Ultrakurzzeitgedächtnis ins Kurzzeitgedächtnis ist ein Filter, der vor einer zu starken Belastung mit Informationen schützt.
Um dieses Phänomen am Beispiel eines Unterrichts zu erläutern, stützen wir uns auf einen Deutschlehrer, der es versucht, den Schülern die Bedeutung der Passivform zu erklären. Er äussert sich wie folgt: „ der Passiv hebt die Handlung des Subjekts hervor“. Philippe, ein Schüler, fängt an zu überlegen. Nach vier Sekunden sagt der Lehrer noch mal: „das Subjekt wird im Hintergrund gestellt“. Dieses Mal schaut Philippe seinen Nachbarn ratlos an, der schon längst verloren ist. Der Lehrer schreibt an die Tafel: „im Passiv ist also nur die Handlung wichtig“. Im Abstand von dreizehn Sekunden wird also die Bedeutung des Passivs auf drei verschiedene Weisen erläutert. Indem der Lehrer das zweite und das dritte Mal innerhalb weniger Sekunden (jedes Mal in einer anderen Form) wiederholte, tat er nichts anderes, als die bereits kreisenden Impulse mit erneuten Informationen zu löschen, die diesmal wegen ihrer Ähnlichkeit stören. Philippe hat es als Verwirrung empfunden, weil ihm keine Zeit gegeben worden ist, die im Gehirn kreisenden von dem Lehrer gegebenen Informationen abzurufen und an bekannte Gedankeninhalte zu verankern. Aus diesem Beispiel lernen wir, dass fehlende Assoziationsmöglichkeit oder, wie hier, störende Zusatzwahrnehmungen die elektrisch kreisenden primären Informationen ohne festere Speicherung abklingen lassen. Der Lehrer hat das getan, was heute in vielen didaktischen Büchern steht, nämlich, dass den Schülern der Lehrstoff in verschiedenen Variationen angeboten werden soll. Er hat somit die Lerntypen in Rücksicht genommen. Zwischen den Erklärungen soll jedoch aber genügend Zeit liegen, d.h. nicht alles auf einmal auf den Lernenden einstürmen, damit das Mitgeteilte ins Kurzzeitgedächtnis gelangen kann.
KAPITEL 1: ANATOMISCHE DARSTELLUNG DES GEHIRNS UND BIOLOGISCHE BEDINGUNGEN FÜR DAS ERLERNEN EINER SPRACHE: Dieses Kapitel liefert eine anatomische Übersicht der Hirnbereiche und untersucht die biologischen Voraussetzungen, die den Menschen zum Erwerb von Sprachen befähigen.
KAPITEL 2. GEHIRN UND LERNEN: Hier werden die Mechanismen der Informationsaufnahme, die Rolle der Wahrnehmung und der Gedächtnisspeicher sowie die verschiedenen Lerntypen detailliert analysiert.
KAPITEL 3. EMPIRISCHE ANALYSEN: Der empirische Teil dokumentiert Unterrichtsbeobachtungen und Versuche in verschiedenen Schulen, um den Einfluss von bildlichen Lehrmethoden auf den Lernerfolg praktisch zu prüfen.
KAPITEL 4 : ERGEBNISSE DER ARBEIT UND VORSCHLÄGE ZUR KONSOLIDIERUNG DER UNTERRICHTSPRAXIS: Abschließend werden die Hypothesen überprüft und praxisnahe didaktische Empfehlungen zur Optimierung der Unterrichtsgestaltung auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse abgeleitet.
Gehirnforschung, Fremdsprachenerwerb, Gedächtnis, Ultrakurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, Lerntypen, visuelles Lernen, auditives Lernen, haptisches Lernen, Unterrichtsmethodik, Bilddidaktik, Informationsverarbeitung, Hirnhemisphären, Lernmotivation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den neurologischen und psycholinguistischen Grundlagen des Gehirns im Kontext des Fremdsprachenlernens, um zu verstehen, wie Lernprozesse effektiver gestaltet werden können.
Zentrale Themen sind die Anatomie des Gehirns, die Funktionsweise des Gedächtnisses, der Einfluss von Lerntypen, die Bedeutung von Wahrnehmungsprozessen sowie didaktische Strategien für den Fremdsprachenunterricht.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein besseres Verständnis der Gehirnfunktionen und der Lernertypen den Unterricht so gestalten können, dass Schüler Informationen besser aufnehmen und dauerhaft verankern.
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Ansatz, der auf neurobiologischer Fachliteratur basiert, mit einer empirischen Untersuchung durch Unterrichtsbeobachtungen und vergleichende Experimente an verschiedenen Schulen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine anatomische Darstellung des Gehirns und eine Analyse von Lernprozessen, ergänzt durch einen empirischen Teil, der bildliche gegen nicht bildliche Unterrichtsmethoden in der Praxis vergleicht.
Wichtige Begriffe sind Gehirnforschung, Fremdsprachenerwerb, Lerntypen, Gedächtnisstrukturen, Informationsverarbeitung und die Bedeutung der Unterrichtsgestaltung für den Lernerfolg.
Die Analyse verdeutlicht, dass Bilder als zusätzliche visuelle Stimuli fungieren, die Assoziationsmöglichkeiten erhöhen, die Aufnahme erleichtern und somit die Behaltensquote bei Schülern signifikant verbessern.
Ein positives, ermutigendes Lehrerverhalten, das Angst minimiert und die Schüler einbindet, ist förderlich, während autoritäre oder frustrierende Verhaltensweisen Lernblockaden auslösen und den Gedächtnisabruf behindern können.
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