Bachelorarbeit, 2013
52 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kulturelle Entwicklung des Reisens
3. Quellenkorpus
4. Motivationen zur Erkundung von Höhlen
4.1 Motivationskomplex
4.2 „Curiositas“: Neugierde und Schaulust
5. Erkundung des subterranen Raums
5.1 Befahrungsmodalitäten
5.1.1 Widrigkeiten der Höhlenexkursion
5.1.2 Bedeutung der Lichtverhältnisse
5.2 Befahrungsbefindlichkeiten: „delightful horror“
5.2.1 Geisterglaube
5.2.2 Naturgefühl und Schauder
6. Fazit
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Sekundärliteratur
8. Anhang
8.1 Abbildungen
8.2 Chronologische Übersicht zur Primärliteratur
Die Arbeit untersucht in einer diachronen Betrachtung die kulturellen Vorstellungswelten über das Subterrane im Harz vom späten 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Wandlungen in den Wahrnehmungs- und Deutungsschemata von Höhlen zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Naturphänomene durch damals verfügbare Erkenntnissysteme diskursiv formuliert wurden.
5.1.1 Widrigkeiten der Höhlenexkursion
Das Befahren der Höhlen im Harz war am Beginn der Frühen Neuzeit äußerst beschwerlich, wie die Quellen berichten. Erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden sie weiter erschlossen und für die Besucher ausgebaut, dennoch musste mit Unannehmlichkeiten gerechnet werden. Die Erkundung dieser unterirdischen Landschaft war dementsprechend im Untersuchungszeitraum durchgehend mit körperlichen Anstrengungen verknüpft. Im Verlauf dieses Abschnitts soll nun auf die Bedingungen der Befahrung und die physischen Befindlichkeiten während eines Höhlenbesuchs eingegangen werden, um nachvollziehen zu können, wie dadurch bestimmte Vorstellungswelten über das Subterrane konstituiert wurden.
In fast allen Quellen werden die Modalitäten vor dem Gang in die Höhle beschrieben. Zunächst war es notwendig, einen Führer auszumachen, der anschließend mit Trinkgeld bezahlt wurde. Die Familie Becker aus Rübeland wurde ab 1668 durch die Obrigkeit privilegiert, Besichtigungen in der Baumannshöhle durchzuführen. Die Höhle wurde ferner mit einer Tür vor Unbefugten verriegelt, sodass das eigenständige Befahren nicht möglich war. In der Einhornhöhle übernahmen Ortsansässige gegen Entlohnung die Führung. Es lässt sich feststellen, dass ein Wegweiser in der unterirdischen Landschaft notwendig war, da er die benötigte Ausrüstung stellte sowie durch seine Kenntnis der Gänge die Besucher auf die richtigen Pfade leitete. Der Topos des „Verirrens“ und die damit einhergehende Angst sind in den Texten sehr häufig zu finden und oft mit dem Motiv des „Labyrinths“ als symbolische Beschreibung für die Höhle verbunden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der diachronen Betrachtung von Höhlenwahrnehmungen ein und definiert das Forschungsziel sowie den zeitlichen und räumlichen Rahmen der Untersuchung.
2. Kulturelle Entwicklung des Reisens: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Reisens, insbesondere im Harz, und setzt den Kontext für die spätere Entstehung eines touristischen Interesses an Höhlen.
3. Quellenkorpus: Hier erfolgt eine methodische Vorstellung und Quellenkritik des verwendeten Materials aus dem Zeitraum von 1600 bis 1800.
4. Motivationen zur Erkundung von Höhlen: Dieses Kapitel analysiert die Beweggründe für den Höhlenbesuch, angefangen beim allgemeinen Motiv der Neugierde bis hin zu spezifischen Erwartungen an Wissensgewinn und Unterhaltung.
5. Erkundung des subterranen Raums: Im Hauptteil werden die konkreten Bedingungen der Befahrung, die Rolle der Beleuchtung sowie die mentalen Befindlichkeiten wie das Streben nach „Thrill“ und Schauder untersucht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Wandel der kulturellen Deutungsmuster von Höhlen zusammen und bestätigt die These, dass Höhlenbesichtigungen bereits früh als touristisches Moment verstanden werden können.
Höhlen, Harz, Frühe Neuzeit, Reisekultur, Curiositas, Neugierde, Naturgefühl, Schauder, Baumannshöhle, Einhornhöhle, Höhlenbefahrung, Tourismus, Wahrnehmungsmuster, Naturphänomene, Wissensgeschichte
Die Arbeit untersucht, wie sich die menschliche Wahrnehmung und Deutung von Höhlen im Harz vom späten 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert gewandelt hat.
Im Fokus stehen die kulturellen Wahrnehmungsmuster von Naturräumen, die historische Entwicklung des Reisens und der Wandel von der wissenschaftlich-rationalen bis zur ästhetisch-empfindsamen Betrachtung der Unterwelt.
Es soll herausgefunden werden, welche Vorstellungswelten Menschen von Höhlen ausbildeten und inwiefern sie diese Naturgegebenheiten mit ihren jeweiligen Erkenntnissystemen erschlossen und diskursiv formten.
Die Autorin nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, insbesondere texthermeneutische Verfahren zur diachronen Analyse von historischen Quellenberichten und Befahrungsberichten.
Der Hauptteil analysiert die konkreten Motivationen für Höhlenbesuche, die physischen Befahrungsmodalitäten wie Ausrüstung und Lichtverhältnisse sowie die emotionalen Befindlichkeiten wie Ehrfurcht, Grusel und Schauder.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie „Curiositas“, „Tourismus“, „Naturgefühl“, „Harz“ und „Subterrane“ definiert.
Sie gilt als eine der frühesten erschlossenen Schauhöhlen und liefert durch die Vielzahl an erhaltenen Befahrungsberichten eine exzellente Quellenlage zur Analyse des frühen Tourismus.
Dieser Begriff beschreibt die ästhetische Erfahrung eines „lustvollen Schauders“, bei dem Besucher Gefahr und Angst in einer kontrollierten Umgebung als spannungsvollen, unterhaltsamen Reiz empfinden.
Licht war entscheidend für die Wahrnehmung des Raumes; die Art der Beleuchtung – von Fackeln bis zu Grubenlampen – beeinflusste sowohl die Sichtbarkeit der Formationen als auch das mentale Befinden der Reisenden.
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