Bachelorarbeit, 2013
71 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Begriffsabgrenzung
2 EU-Integrationsprozess
2.1 Die Entwicklung der europäischen Integration
2.2 Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in der EU
2.2.1 Kopenhagener Kriterien
2.2.2 Integrationsfähigkeit der EU
2.3 Weg zur Mitgliedschaft
3 Skizze von Bosnien und Herzegowina
3.1 Historischer und soziokultureller Abriss
3.1.1 Krieg und seine Folgen
3.1.2 Interethnische Beziehungen
3.2 Politischer und wirtschaftlicher Abriss
3.2.1 Das politische System und seine Probleme
3.2.2 Sozialökonomische Entwicklung
4 Bosnien und Herzegowina und die EU
4.1 EU-Politik gegenüber dem Westbalkan
4.1.1 Grundlegende Ziele und Prinzipien
4.1.2 Stabilitätspakt für Südosteuropa
4.1.3 Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess
4.2 Beziehungen zwischen Bosnien und Herzegowina und der EU
4.2.1 Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen Bosnien und Herzegowina und der EU
4.2.2 Europäische Partnerschaft
4.2.3 Zielsetzung der EU gegenüber Bosnien und Herzegowina
5 EU-Tauglichkeit Bosniens und Herzegowinas
5.1 Vergleichsanalyse der EU-Tauglichkeit von Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Serbien
5.1.1 Einleitung zur Analyse
5.1.2 Vergleich hinsichtlich der Erfüllung der politischen Kriterien
5.1.3 Vergleich hinsichtlich der Erfüllung der wirtschaftlichen Kriterien
5.1.4 Vergleich hinsichtlich der Erfüllung der „kulturellen“ Kriterien
5.2 Aktueller Stand Bosniens
5.2.1 Politische Kriterien
5.2.1.1 Demokratie und Rechtstaatlichkeit
5.2.1.2 Menschenrechte/Minderheiten
5.2.1.3 Regionale Fragen und internationale Verpflichtungen
5.2.2 Wirtschaftliche Kriterien
5.2.2.1 Funktionierende Marktwirtschaft
5.2.2.2 Fähigkeit, dem Wettbewerbsdruck standzuhalten
5.2.3 Acquise-Kriterien
6 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über die bestehenden Hürden für den EU-Beitritt von Bosnien und Herzegowina zu geben und die Forschungsfrage zu beantworten, warum dem Land die Überwindung dieser Beitrittshürden derzeit so schwerfällt.
3.1.1 Krieg und seine Folgen
Bosnien war bis Anfang der 1990er Jahre Teil der sozialistisch föderativen Republik Jugoslawiens (SFRJ), die nach dem 2. Weltkrieg von Josip Broz Tito gegründet wurde. Bereits zu Beginn der 1980er Jahre führten die wirtschaftliche und politische Situation sowie unterdrückte Konflikte den Zerfall des kommunistisch regierten Jugoslawiens herbei. Durch den Tod von Josip Broz Tito im Jahr 1980 war nicht nur der diktatorische Staatschef der SFRJ gestorben, sondern mit ihm das ehemalige sozialistische Jugoslawien. Er konnte aufkeimende Unzufriedenheit der Bevölkerung bis dahin unter Kontrolle halten bzw. unterdrücken.
Mit dem Ende von Titos Regierungszeit und dem damit einhergehenden Machtvakuum weichten die kommunistischen Ideale der „Brüderlichkeit und Einheit“ den des nationalistischen Bewusstseins. Im Laufe der Zeit übertrugen sich immer stärkere nationalistische Strömungen aus den Teilrepubliken Kroatien und Serbien auf die in Bosnien lebenden Kroaten und Serben. Durch die freien Wahlen 1990 wurden die nationalistischen Strömungen verfestigt. Ziel der kroatischen Partei (HDZ) unter der Führung von Franjo Tudjman war die Vereinigung aller Gebiete, in denen Kroaten lebten, zu einem unabhängigen Kroatien. Gleichzeitig war es Ziel der serbischen Partei (SDS) unter der Führung von Radovan Karadzic ein Großserbien zu gründen, das alle Gebiete umfassen sollte, in denen Serben lebten. Auch dem bosniakischen Politiker Alija Izetbegovic (SDA) wird vorgeworfen eine nationalistische Politik deklariert zu haben, die zur ethnischen Spaltung Bosniens beitrug.
Während die im Land lebenden Kroaten und Bosniaken sich gegen den Widerstand der bosnischen Serben für eine Eigenstaatlichkeit entschieden, entwickelten sich immer stärker werdende nationalistische Spannungen in der kleinen Vielvölkerrepublik Bosnien. Schließlich führte die Frage der Sezession endgültig zum Kriegsausbruch.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Beweggründe der Arbeit und definiert die zentrale Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise.
2 EU-Integrationsprozess: Hier werden die theoretischen Grundlagen der europäischen Integration, die Beitrittskriterien (Kopenhagener Kriterien) und das formale Verfahren zur Erlangung einer Mitgliedschaft detailliert dargelegt.
3 Skizze von Bosnien und Herzegowina: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die historische, soziokulturelle, politische und wirtschaftliche Lage des Landes unter besonderer Berücksichtigung der Folgen des Krieges und des politischen Systems nach Dayton.
4 Bosnien und Herzegowina und die EU: Hier werden die Beziehungen zwischen Bosnien und der EU, die EU-Politik auf dem Westbalkan sowie die zentralen Instrumente der Annäherung, wie das SAA, betrachtet.
5 EU-Tauglichkeit Bosniens und Herzegowinas: In diesem Kapitel erfolgt eine Vergleichsanalyse mit Kroatien und Serbien sowie eine detaillierte Prüfung des aktuellen Stands der Erfüllung der politischen, wirtschaftlichen und Acquis-Kriterien.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die These, dass das aktuelle politische System Bosniens das größte Hindernis für einen erfolgreichen EU-Beitritt darstellt.
Europäische Union, EU-Beitritt, Bosnien und Herzegowina, Westbalkan, Kopenhagener Kriterien, Daytoner Friedensabkommen, Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess, politische Stabilität, Wirtschaftsentwicklung, Korruption, organisierte Kriminalität, Ethnonationalismus, Minderheitenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratiedefizite.
Die Arbeit untersucht die spezifischen Hürden und Herausforderungen, mit denen Bosnien und Herzegowina bei dem Bestreben nach einem Beitritt zur Europäischen Union konfrontiert ist.
Die zentralen Themen umfassen den EU-Integrationsprozess, die politische und wirtschaftliche Analyse Bosniens, die Beziehungen zur EU sowie einen Vergleich mit anderen Staaten des Westbalkans.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, warum Bosnien und Herzegowina Schwierigkeiten hat, die Beitrittshürden zur EU zu überwinden, und welche strukturellen Probleme hierbei eine Rolle spielen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Analyse sowie einen länderspezifischen Vergleich (Benchmarking) unter Nutzung von EU-Fortschrittsberichten und aktueller Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der EU-Erweiterung, die Bestandsaufnahme Bosniens, die Analyse der EU-Beziehungen und eine detaillierte Vergleichsanalyse der Kriterienerfüllung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Kopenhagener Kriterien, das Daytoner Abkommen, der Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess sowie die Problematik des Ethnonationalismus.
Das Abkommen bildet die derzeitige Verfassungsgrundlage Bosniens, ist jedoch aufgrund seiner Komplexität und der daraus resultierenden politischen Blockaden laut Autorin ein erhebliches Hindernis für die Annäherung an die EU.
Der „Fall Sejdic-Finci“ wird als konkrete, gravierende Hürde bezeichnet, da er die ethnische Diskriminierung im bosnischen Wahlsystem offenlegt, die mit den demokratischen Standards der EU unvereinbar ist.
Sie beschreibt die wirtschaftliche Situation als problematisch, gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit und eine ineffiziente Verwaltung, was eine funktionierende Marktwirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU stark erschwert.
Ja, die zentrale These lautet, dass Bosnien mit dem aktuellen politischen System und der gegenwärtigen Verfassung kaum in der Lage sein wird, die EU-Beitrittshürden eigenständig zu überwinden, weshalb eine grundlegende politische Neuordnung notwendig erscheint.
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