Bachelorarbeit, 2013
39 Seiten, Note: 2,0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Politische Ideen
2.1 Konservatismus
2.2 Liberalismus
2.3 Sozialismus
3. Wohlfahrtsstaat
3.1 Kennzeichen des Wohlfahrtsstaates
3.2 Entstehung des Wohlfahrtsstaates
3.2.1 Funktionalistische Erklärungsansätze
3.2.2 Interessen und konflikttheoretische Ansätze
3.2.3 Institutionalistische Ansätze
3.2.4 Wohlfahrtskulturelle Ansätze
3.3 Wichtige Begriffe in der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung
3.3.1 Äquivalenzprinzip
3.3.2 Bedarfsgerechtigkeitsprinzip
3.3.3 Bedürftigkeitsprüfung
3.3.4 Dekommodifizierung
3.3.5 Solidaritätsprinzip
3.3.6 Subsidiaritätsprinzip
3.3.7 Stratifizierung
3.4 Wohlfahrtsstaaten nach dem Bismarck- oder Beveridge System
3.4.1 Bismarck System
3.4.2 Beveridge System
4. Rückschlüsse aus den theoretischen Konzepten der politischen Ideen auf die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat
4.1 Rückschlüsse auf den Wohlfahrtsstaat aus konservativer Perspektive
4.2 Rückschlüsse auf den Wohlfahrtsstaat aus liberaler Perspektive
4.3 Rückschlüsse auf den Wohlfahrtsstaat aus sozialistischer/sozialdemokratischer Perspektive
5. Wohlfahrtsstaatstypologie nach Esping-Andersen
5.1 Konservatives Wohlfahrtsstaatsmodell
5.2 Liberales Wohlfahrtsstaatsmodell
5.3 Sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell
6. Ideologische Kernelemente in den einzelnen Wohlfahrtsstaatstypen
6.1 Ideologische Kernelemente im konservativen Wohlfahrtsstaatstypus
6.2 Ideologische Kernelemente im liberalen Wohlfahrtsstaatstypus
6.3 Ideologische Kernelemente im sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaatstypus
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie die drei zentralen politischen Ideen des 19. Jahrhunderts – Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus – das Verständnis und die Ausgestaltung von Wohlfahrtsstaaten geprägt haben. Die zentrale Forschungsfrage liegt in der ideologischen Fundierung verschiedener Wohlfahrtsstaatstypen, um aufzuzeigen, dass die unterschiedlichen Konzepte tief in diesen politischen Traditionen verwurzelt sind.
3.2.1 Funktionalistische Erklärungsansätze
Funktionalistischen Erklärungsansätzen zufolge, liegt die Entstehung des Wohlfahrtsstaates in der Industrialisierung und ihren Folgen begründet. Dies wird auch als Logik des Industrialismus bezeichnet. Die Industrialisierung der Wirtschaft führte zu grundlegenden Änderungen in der Gesellschaft (vgl. Ullrich 2005, S. 28). Diese Auswirkungen sind durch die Auflösung traditioneller Lebenszusammenhänge, dem Anstieg der Bevölkerungszahl, sowie der Landflucht und der damit einhergehende Konzentration der Bevölkerung in urbanen Gebieten gekennzeichnet.
Im Zuge dieser Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen entstanden neue soziale Probleme, Nöte und Bedürfnisse (vgl. Lessenich 2008, S. 39 f.). Bestehende soziale Sicherungssysteme, wie z.B. Familien und Zünfte, waren diesen veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr gewachsen (vgl. Ullrich 2005, S. 28). Demnach ist der Wohlfahrtsstaat eine Antwort auf die veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen, sowie auf die damit einhergehenden neu entstandenen sozialen Probleme, im Laufe der Entwicklung von der Agrar- zur Industriegesellschaft (vgl. Lessenich 2008, S. 39).
Des Weiteren besagt dieser Ansatz, dass die Qualität des Wohlfahrtsstaates von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes abhängig ist (vgl. Ullrich 2005, S. 28 f.). Zu den funktionalistischen Erklärungsansätzen zählen auch die neomarxistischen Ansätze, welche die Ursache für die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates in der kapitalistischen Produktionsweise begründet sehen (vgl. ebd., S. 29). Demnach braucht es zur Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems ein gewisses Maß an wohlfahrtsstaatlicher Absicherung, um es vor seiner Selbstzerstörung zu bewahren (vgl. Lessenich 2008, S.41).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kritik am Wohlfahrtsstaat ein und begründet die Notwendigkeit, diesen aus den Perspektiven zentraler politischer Ideologien zu betrachten.
2. Politische Ideen: Es erfolgt eine theoretische Darstellung der drei prägenden politischen Ideologien des 19. Jahrhunderts: Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus.
3. Wohlfahrtsstaat: Dieses Kapitel definiert den Begriff Wohlfahrtsstaat, analysiert Entstehungsansätze und erläutert wesentliche Begriffe sowie die Unterschiede zwischen dem Bismarck- und Beveridge-System.
4. Rückschlüsse aus den theoretischen Konzepten der politischen Ideen auf die Vorstellung vom Wohlfahrtsstaat: Hier werden die politischen Theorien genutzt, um Rückschlüsse auf die idealtypische Ausgestaltung von Wohlfahrtsstaaten zu ziehen.
5. Wohlfahrtsstaatstypologie nach Esping-Andersen: Die Typologie von Esping-Andersen wird als methodisches Konstrukt eingeführt, um die drei Grundmodelle (konservativ, liberal, sozialdemokratisch) zu differenzieren.
6. Ideologische Kernelemente in den einzelnen Wohlfahrtsstaatstypen: Das Kapitel vergleicht die zuvor analysierten Ideologien mit den Esping-Andersen-Typen, um die ideologischen Wurzeln der verschiedenen Wohlfahrtsstaatsmodelle freizulegen.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass reale Wohlfahrtsstaaten Idealtypen entsprechen und durch die jeweilige ideologische Verankerung tiefgreifend geformt wurden.
Wohlfahrtsstaat, Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus, Esping-Andersen, Sozialpolitik, Politische Ideologien, Dekommodifizierung, Stratifizierung, Sozialversicherung, Solidaritätsprinzip, Subsidiarität, Idealtypen, Soziale Sicherheit, Wohlfahrtsstaatsforschung
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung von Wohlfahrtsstaaten durch die Brille der drei großen politischen Ideologien des 19. Jahrhunderts: Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus.
Die Themenfelder umfassen die Definition des Wohlfahrtsstaates, seine historischen Entstehungsursachen, wichtige fachspezifische Begriffe sowie die Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten nach Gøsta Esping-Andersen.
Das primäre Ziel ist es, die ideologischen Wurzeln verschiedener Wohlfahrtsstaatsmodelle freizulegen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Ideen abweichende Vorstellungen von der Gestaltung sozialer Sicherungssysteme begründen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, wobei Idealtypen (nach Max Weber) und die Typologie von Esping-Andersen als methodische Hilfsmittel dienen, um die ideologische Ausgestaltung der Wohlfahrtsstaatstypen zu systematisieren.
Im Hauptteil werden die politischen Ideen definiert, Erklärungsansätze für die Entstehung von Wohlfahrtsstaaten kritisch diskutiert, die Unterschiede zwischen Bismarck- und Beveridge-Systemen erläutert und die Esping-Andersen-Modelle mit den jeweiligen politischen Ideologien verknüpft.
Zentrale Begriffe sind neben den drei Ideologien insbesondere Dekommodifizierung, Stratifizierung, das Subsidiaritätsprinzip, das Äquivalenzprinzip sowie die Unterscheidung zwischen konservativen, liberalen und sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaatsmodellen.
Der konservative Typ zeichnet sich durch die Koppelung an die Erwerbsarbeit und das Subsidiaritätsprinzip aus, wobei die Familie eine zentrale Rolle einnimmt und Leistungen primär dem Erhalt von Statusunterschieden dienen.
Es dient als strukturgebendes Instrument, um reale Wohlfahrtsstaaten in theoretische Kategorien einzuteilen und somit nachweisen zu können, dass unterschiedliche Typen tief in bestimmten ideologischen Traditionen verwurzelt sind.
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