Bachelorarbeit, 2012
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. neurowissenschaftliche Definition von Verhalten
2.2. Aspekte des Einkaufsverhaltens bei übergewichtigen Konsumenten
2.2.1. Ernährungsgewohnheiten und Produktpräferenzen
2.2.2. Zugrunde liegende Kaufentscheidungsprozesse
2.2.3. Einfluss von „Food Addiction“ auf Kaufentscheidungen
2.3. Wirkung von Neuromarketing auf suchtinduziertes Kaufverhalten
2.3.1. begriffliche Grundlagen und Bedeutung im Einzelhandel
2.3.2. Förderung von habituellem und impulsivem Kaufverhalten
2.3.3. Implikationen zur Gestaltung der Einkaufssituation
2.4. „Food Addiction“ in der Einkaufssituation
2.4.1. sozial-kognitive Theorie des Rückfalls
2.4.2. situativ wirkende Einflussfaktoren
2.5. Methode: konzeptionelle Überlegungen zum Schulungskonzept
2.5.1. Schulungsziele und -didaktik
2.5.2. Transfermethode und Techniken
2.6. Präzisierung der Zielsetzung
3. Methode
3.1. Methodische Vorüberlegungen
3.2. Fragestellung und Hypothesen
3.3. Untersuchungsdesign
3.3.1. Variablen
3.3.2. statistische Vorgehensweise
3.3.3. Versuchsanordnung
3.4. Kontrolle von Störvariablen
3.5. Generalisierbarkeit der Ergebnisse
3.6. Stichprobe
3.7. Treatment
3.8. Erhebungsinstrument
3.9. Versuchsablauf
4. Ergebnisse
4.1. Fehlende Werte
4.2. Beschreibung der Stichprobe
4.3. Deskriptive Werte
4.4. Hypothesenprüfung
4.4.1. Hypothese 1: Mehrkäufe
4.4.2. Hypothese 2: Einkaufsdauer
4.4.3. Hypothese 3: Zeitspanne von letzter Mahlzeit bis Einkaufsbeginn
4.4.4. Hypothese 3a: Hungergefühl
5. Diskussion
5.1. Kritische Betrachtung der Methode
5.2. Beobachtungen während des Treatments
5.3. Interpretation der Ergebnisse über Hypothesen
5.4. Agglomeration der Ergebnisse
5.5. Einordnung der Ergebnisse in den Präventionskontext
5.6. Ausblick
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob die Vermittlung von Wissen über neuromarketing-basierte Verkaufsstrategien übergewichtigen Personen dabei helfen kann, ihr impulsives und habituelles Einkaufsverhalten positiv zu verändern und somit eine gesündere Kaufentscheidung am Point of Sale zu treffen.
2.2.3. Einfluss von „Food Addiction“ auf Kaufentscheidungen
Die mehrheitlich impulsiv und habituell entstehenden Kaufentscheidungen für die kritischen Produktgruppen korrespondieren mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Suchtpotenzial von Nahrung.
Chemische Analogien zwischen den kritischen Produktgruppen und Alkohol stützen die Annahme. Die biochemische Basis bilden Kohlenhydrate. „Süß“ als eine Grundqualität des Geschmackssinns identifiziert unter anderem Zucker. Bei Zucker handelt es sich um Oxidationsprodukte mehrwertiger Alkohole, die als Saccharide in der Gruppe der Kohlenhydrate (Glykobiologie) klassifiziert werden. Dies erklärt auch den Drang zu zuckerreicher Nahrung bei Alkoholabhängigen im Entzugsprozess. Bei der Grundqualität „Umami“ reagieren die Geschmacksrezeptoren auf Glutamat. Industriell dient dieser ursprünglich körpereigene, neuronale Botenstoff als Geschmacksverstärker.
Evolutionsbiologische Aspekte untermauern die Annahme von suchtinduziertem Verlangen als latentes Kaufmotiv weiter. Verlangen nach Befriedigung ist gleichsetzbar mit Belohnung. Das limbische „Belohnungszentrum“ im Gehirn zählt zu den ältesten Systemen, der Wurzel jeden Verhaltens. Belohnung ist ein evolutionär verankerter Motivationsmechanismus, der den Mensch als Säugetier klassifiziert. Lust und Befriedigung durch fett- und kohlenhydratreiche Nahrung sicherte über Äonen das Überleben. Die Speicherung eines „Nahrungs-Flashs“ zusammen mit situativen Signalreizen wie Geruch, Farbe u.a. (Multicodierung) diente zum Erinnern / Wiedererkennen von Situationen, in denen die Nahrung gefunden wurde, als Voraussetzung zur Wiederholung. Zudem ist Nahrung von Geburt an mit sozialer Zuwendung verbunden, was die Verbindung von Nahrung mit Emotionen verstärkt.
1. Einleitung: Beschreibt das globale Problem von Übergewicht im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft, Medizin und Wirtschaft und führt in die Fragestellung ein, ob Wissen über Neuromarketing bei der Bewältigung der Einkaufssituation unterstützen kann.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert neurobiologische Grundlagen des Verhaltens, das Einkaufsverhalten bei Übergewichtigen sowie die Wirkungsweisen von Neuromarketing und diskutiert Schulungsansätze.
3. Methode: Dokumentiert das quasi-experimentelle Versuchsdesign, die Hypothesenbildung, die Stichprobenauswahl, das Treatment in Form einer Schulung sowie die statistische Vorgehensweise.
4. Ergebnisse: Präsentiert die erhobenen Daten, beschreibt die Stichprobe und prüft die aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Mehrkäufen, Einkaufsdauer und Sättigung.
5. Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse unter Berücksichtigung der Methodenkritik, interpretiert die Hypothesenprüfungen und ordnet die Erkenntnisse in den Kontext der Prävention ein.
Adipositas, Einkaufsverhalten, Food Addiction, Prävention, Neurobiologie, Neurodidaktik, Neuromarketing, Übergewicht, Wissen, Kaufentscheidungsprozess, Verhaltenstherapie, Impulskauf, Point of Sale, Konsumentenpsychologie, Suchtpotenzial.
Die Arbeit untersucht das Einkaufsverhalten von übergewichtigen Personen und prüft, ob eine präventive Aufklärung über die Mechanismen des Neuromarketing dabei helfen kann, unbewusste Kaufentscheidungen zu reduzieren.
Zentral sind die Verknüpfung von neurobiologischen Erkenntnissen über "Food Addiction" mit absatzfördernden Strategien im Einzelhandel sowie der Einsatz systemischer Beratungsmethoden in der Ernährungsprävention.
Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob Wissen über neuromarketing-basierte Verkaufsstrategien am Point of Sale dazu beitragen kann, das Einkaufsverhalten von Übergewichtigen hinsichtlich habitueller und impulsiver Käufe zu verbessern.
Es wurde ein quasi-experimentelles Design gewählt, bei dem eine Experimentalgruppe vor einem Testeinkauf geschult wurde, um deren Ergebnisse mit einer nicht geschulten Kontrollgruppe statistisch zu vergleichen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Suchtproblematik bei Nahrung, die Analyse von Marketing-Reizen am POS und die detaillierte Darstellung des entwickelten Schulungsprogramms für die Probanden.
Wichtige Begriffe sind Adipositas, Food Addiction, Neuromarketing, Point of Sale, Impulskauf, Neurodidaktik und systemische Beratung.
Das Konzept liefert die theoretische Begründung, warum Übergewichtige in der Einkaufssituation besonders anfällig für bestimmte Reize sind, da diese Reize ähnliche neuronale Belohnungssysteme aktivieren wie Suchtmittel.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Experimentalgruppe ihren Einkauf tendenziell zügiger durchführte als die Kontrollgruppe, was die Wirksamkeit der Schulung in Bezug auf die Vermeidung von Stimulationszeit stützt.
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