Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie und Forschungsstand
3. Design und Methoden
4. Ergebnisse
4.1 Feldbeschaffenheit und -zugang
4.2 Zentrales Modell
4.3 Thesen, Theorie und Fazit
5. Reflexion des Forschungsprozesses
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für die individuellen Diskriminierungserfahrungen von MigrantInnen aus der Russischen Föderation in Österreich zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie diese Personen mit Diskriminierung umgehen, welche persönlichen Handlungsstrategien sie entwickeln und welche langfristigen Konsequenzen sich daraus für ihre Lebensqualität und Integration ergeben.
4.2 Zentrales Modell
Im Folgenden wird das im Laufe des Erhebungs- und Analyseprozesses durch offenes, axiales und selektives Kodieren erstellte zentrale Modell dargestellt und erläutert. Die ursprüngliche Forschungsfrage nach konkreten Diskriminierungserfahrungen von MigrantInnen aus der Russischen Föderation in Österreich entwickelte sich im ersten Forschungszyklus parallel mit der Frage nach konkreten Integrationserfahrungen der Personen, war jedoch besonders im zweiten Forschungszyklus übermächtig vertreten, sodass die Fragestellung beibehalten wurde. Das zentrale Modell entstand auf Basis von vier persönlich geführten face-to-face-Interviews. Dabei kam nicht nur die narrativ-explorative erzählgenerierende Methode zum Einsatz, sondern auch die Interviewtechniken des problemzentrierten Interviews und des Experteninterviews (wie im Methodenkapitel beschrieben).
Alle Interviews wurden vollständig transkribiert und kodiert. Durch permanentes Vergleichen von Indikatoren und Kategorien entstanden neben den offenen Kodierungen von Konzepten nicht nur sechs axiale Modelle, die in einem selektiven, zentralen Modell mündeten, sondern auch eine Reihe von Protokollen, Memos und Reflexionen, die neben der Lektüre der geeigneten Fachliteratur und themennahen Studien zur theoretischen Sensibilität des Autors beitrugen und es somit ermöglichten, eine „dichte Beschreibung“ (Geertz 1987) zu generieren.
Dabei wird die konkrete Konfrontation mit Diskriminierungserfahrungen nicht nur als Resultat faktischer Handlungen betrachtet, sondern vielmehr in ihren ursächlichen und intervenierenden Bedingungen, Eigenschaften, Handlungs- und Interaktionsstrategien und den daraus entstandenen Konsequenzen betrachtet, wie im folgenden Modell dargestellt wird:
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Migration russischer Staatsangehöriger nach Österreich ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von Diskriminierungserfahrungen als Integrationshemmnis.
2. Theorie und Forschungsstand: Hier werden theoretische Grundlagen zu Migration und Diskriminierung, einschließlich der Konzepte von Fremdenfeindlichkeit und der „Self-Fulfilling Prophecy“, diskutiert.
3. Design und Methoden: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz der Grounded Theory und die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung durch qualitative Interviews.
4. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die Feldbeschaffenheit, das entwickelte zentrale Modell sowie die aus der Analyse abgeleiteten Thesen und Theorien zur Diskriminierung.
5. Reflexion des Forschungsprozesses: Abschließend wird der gesamte Forschungsprozess kritisch hinterfragt, wobei die Stärken und Grenzen der angewandten qualitativen Methode bewertet werden.
Diskriminierung, Migration, Russische Föderation, Österreich, Integration, Grounded Theory, Identität, Sozialforschung, Lebensbiographie, Handlungsstrategien, Stereotype, Selbstbild, Fremdbild, soziale Distanz, Statusverlust.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den konkreten Diskriminierungserfahrungen, die MigrantInnen aus der Russischen Föderation in Österreich machen, und wie diese den Integrationsprozess beeinflussen.
Zentral sind der Umgang mit Diskriminierung, die Bedeutung von sozialen Netzwerken, die Rolle von Klischees und Vorurteilen sowie die Auswirkungen von institutionellen Hürden.
Das Ziel ist es, die tiefere, individuelle Bedeutung von Diskriminierung zu verstehen und eine empirisch fundierte Theorie über Handlungsstrategien und Konsequenzen für die Betroffenen zu generieren.
Der Autor verwendet die Grounded Theory, ein qualitativer Forschungsansatz, der es ermöglicht, induktiv aus den Daten Theorien zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse aus vier Interviews und visualisiert diese in einem zentralen Modell, das Ursachen, Kontextbedingungen, Strategien und Konsequenzen verknüpft.
Die wichtigsten Begriffe sind Diskriminierung, Migration, Integration, Identität, Lebensbiographie und die Grounded Theory.
Die Betroffenen nutzen unterschiedliche Strategien, wie etwa Anpassung (z.B. durch Spracherwerb und respektvolles Verhalten), Ablehnung oder teils die Reproduktion von Stereotypen.
Der institutionelle Kontext, etwa bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen oder im Asylverfahren, ist ein wesentlicher Faktor, der Diskriminierung begünstigen oder behindern kann.
Ja, der Statusverlust gegenüber dem Leben im Herkunftsland führt zu prekären Beschäftigungsverhältnissen und negativem persönlichem Befinden, was die Integration erschwert.
Die Arbeit zeigt, dass mediale Berichte über Russland in Österreich häufig negative Stereotype fördern, was die öffentliche Meinungsbildung und damit die alltägliche Interaktion negativ beeinflusst.
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