Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1,0
1. THEMA
1.1. PROBLEMSTELLUNG UND LEITFRAGE
1.2. FORSCHUNGSSTAND
2. THEORETISCHER RAHMEN
2.1. KERNANNAHMEN DES LIBERALISMUS
2.2. DER KOMMERZIELLE LIBERALISMUS
2.3. ABLEITUNG DER HYPOTHESE
2.4. METHODIK
3. DIE ROLLE DER EU
3.1. EU-BEITRITTSPERSPEKTIVE
3.2. EU-BEITRITTSBEDINGUNGEN
3.3. NORMALISIERUNG DER BEZIEHUNGEN KOSOVO - SERBIEN
4. KOSOVO
4.1. PRÄFERENZEN DER WIRTSCHAFTSAKTEURE
4.1.1. EXPORT
4.1.2. IMPORT
4.1.3. AUSLÄNDISCHE INVESTITIONEN
4.2. DURCHSETZUNG DER PRÄFERENZEN
4.2.1. KLIENTELISMUS
4.2.2. KORRUPTION
4.3. ABSTIMMUNGSVERHALTEN
5. SERBIEN
5.1. PRÄFERENZEN DER WIRTSCHAFTSAKTEURE
5.1.1. EXPORT
5.1.2. IMPORT
5.1.3. AUSLÄNDISCHE INVESTITIONEN
5.2. DURCHSETZUNG DER PRÄFERENZEN
5.2.1. KLIENTELISMUS
5.2.2. KORRUPTION
5.3. ABSTIMMUNGSVERHALTEN
6. ERGEBNISTEIL
Diese Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für die Normalisierung der Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien durch das Normalisierungsabkommen vom 19. April 2013, wobei der Fokus auf dem Einfluss innergesellschaftlicher Wirtschaftsakteure und der Rolle der EU liegt.
1.1. Problemstellung und Leitfrage
Der ethno-territoriale Konflikt zwischen Serben und Albanern gilt als einer der ältesten des Balkans. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen in die Zeit zurück, als die byzantinische Vorherrschaft auf dem Balkan vom osmanischen Reich zurückgedrängt wurde. Die albanische Bevölkerung, die unter der osmanischen Herrschaft größtenteils zum Islam konvertierte, wurde fortan von der serbischen Bevölkerung als Verbündeter der Osmanen und somit als Feind der serbischen Nation wahrgenommen. Für die serbisch-orthodoxe Kirche gilt das sogenannte Kosovo-Metohija schon seit jeher als Wiege der serbischen Nation. Die albanische Mehrheitsbevölkerung hingegen erhebt ihren Anspruch auf das Gebiet aufgrund ihrer frühen Ansiedlung in der Region. Daraus folgt, dass beide Volksgruppen das Gebiet des heutigen Kosovo für sich beanspruchen. Vor allem seit dem Fall des osmanischen Reichs und der Herrschaftsübernahme des serbischen Königreichs 1912 im Kosovo kam es zwischen den beiden Volksgruppen immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Ein friedliches Zusammenleben hat es somit in der gemeinsamen Geschichte nie gegeben.
Den letzten Höhepunkt dieses tief verwurzelten Antagonismus bildete der Kosovo-Krieg von 1999. Nach den NATO-Lufteinsätzen und dem darauf folgenden Abzugs des serbischen Militärs aus dem Kosovo gelang es den KFOR-Truppen nicht, auf dem gesamten Territorium des Kosovo friedenssichernde Maßnahmen vorzunehmen. Vor allem im Norden des Kosovo hatte sich die serbische Bevölkerung in den Kommunen Leposavić, Zvećan, Zubin Potok und dem nördlichen Stadtteil Mitrovicas zurückgezogen und machte fortan ihr eigenes Recht geltend.
1. THEMA: Einführung in den historischen Kontext des Kosovo-Serbien-Konflikts und Formulierung der Forschungsfrage zur Normalisierung der Beziehungen.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Darstellung der Kernannahmen des Liberalismus nach Andrew Moravcsik und Anwendung auf die Fragestellung, inklusive Methodik.
3. DIE ROLLE DER EU: Analyse der EU-Beitrittsperspektive, der Beitrittsbedingungen und der spezifischen Rolle des Normalisierungsabkommens.
4. KOSOVO: Empirische Untersuchung der Präferenzen kosovarischer Wirtschaftsakteure sowie deren Möglichkeiten der Interessensdurchsetzung.
5. SERBIEN: Empirische Untersuchung der Präferenzen serbischer Wirtschaftsakteure sowie deren Möglichkeiten der Interessensdurchsetzung.
6. ERGEBNISTEIL: Zusammenführung der Ergebnisse und Validierung der Hypothese, dass konvergierende wirtschaftliche Interessen zur Ratifizierung des Normalisierungsabkommens führten.
Kosovo, Serbien, Normalisierungsabkommen, Europäische Union, Liberalismus, Wirtschaftsakteure, Interessen, Außenpolitik, Klientelismus, Korruption, EU-Integration, Handelsbeziehungen, Nord-Kosovo, Staatspräferenzen, Ratifizierung
Die Arbeit analysiert die Hintergründe der Annäherung zwischen Kosovo und Serbien, insbesondere wie es zur Ratifizierung des Normalisierungsabkommens vom 19. April 2013 trotz jahrelanger verhärteter Fronten kommen konnte.
Zentral sind die EU-Konditionalität als Treiber, die wirtschaftlichen Präferenzen der nationalen Akteure sowie die Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft in beiden Ländern.
Das Ziel ist zu erklären, warum Staaten trotz eines langjährigen ethno-territorialen Konflikts zu einem politischen Kompromiss bereit waren, basierend auf der Hypothese konvergierender Wirtschaftsinteressen.
Es wird eine empirisch-analytische Vorgehensweise gewählt, die auf den Theorien des Liberalismus, insbesondere dem kommerziellen Liberalismus nach Andrew Moravcsik, basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der EU-Rolle, eine empirische Untersuchung der Wirtschaftsakteure in Kosovo und Serbien sowie deren Einflussnahme durch Klientelismus und Korruption.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kosovo-Serbien-Normalisierung, EU-Annäherung, wirtschaftliche Interdependenz, politische Korruption und staatliche Präferenzbildung charakterisiert.
Die EU nutzt die "Carrot and Stick"-Methode, bei der finanzielle Anreize und die Aussicht auf EU-Integration an die Erfüllung politischer Reformen und die Normalisierung der Beziehungen gekoppelt sind.
Wirtschaftsakteure mit engen Verbindungen zur politischen Elite nutzen ihre wirtschaftliche Macht und Parteispenden, um eine für ihre Interessen (z.B. Import/Export-Erleichterungen) günstige Gesetzgebung zu fördern.
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