Bachelorarbeit, 2012
39 Seiten, Note: 10,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Männlichkeiten bei Connell
2.2 Hegemoniale Männlichkeiten und männlicher Habitus
3. Männlichkeit im Film
3.1 Männlichkeit im Western
3.2 Männlichkeit im Action
4. Entwicklung der Männerbilder
4.1 The Graduate (1967)
4.2 Annie Hall (1977)
4.3 When Harry Met Sally (1989)
4.4 American Beauty (1999)
4.5 Up In The Air (2009)
5. Fazit
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht die Entwicklung hegemonialer Männlichkeitsbilder im Film über einen Zeitraum von fünfzig Jahren. Ziel der Arbeit ist es, anhand ausgewählter filmischer Beispiele aufzuzeigen, wie sich die Darstellung des "Mannseins" im Kontext gesellschaftlichen Wandels verändert hat und welche neuen Ausprägungen von Männlichkeit im Mainstreamkino dominieren.
3. Männlichkeit im Actionkino
„Kein anderes filmisches Genre weist eine dem Actionkino vergleichbar ostentative Beschäftigung mit dem männlichen Körper auf.“ (Morsch 2002: 50)
Erste Aufsätze, die sich mit Männlichkeitsbildern im Actionkino beschäftigen, erschienen erst in den 1980er Jahren. Und auch die Männlichkeitsforschung ließ, wie erwähnt, bis in die 1990er Jahre auf sich warten.
Bereits in den 1970er Jahren wiesen die damaligen Männerbilder im Actionkino, die weitgehend von Eastwood, Bronson und McQueen dargestellt wurden, bestimmte Verhaltensmuster auf, wie Unabhängigkeit, Entschlossenheit, Härte oder Souveränität. Ein Jahrzehnt später explodierte die Szene der Männerbilder im Actionkino gerade zu. Im Jahre 1982 trat zum ersten Mal Sylvester Stallone als John J. Rambo auf der Leinwand auf. Diese demonstrative Zurschaustellung des männlichen, muskelgestählten Körpers erreichte eine neue Dimension des Männerbildes im Actionkino. Erst in den 1990er Jahren schien die Erfolgssträhne von Stallone, Schwarzenegger, Segal, Van Damme & Co. abzureißen.
Doch wieso brachten gerade die 1980er Jahre so viele Actionhelden hervor? Zum einen erscheinen die vor Muskel protzenden Actionhelden „als Verkörperung eines obsoleten männlichen Machismo“ (ebd.: 52) und verkörpern gleichzeitig auch das patriarchale Ego, welches zu dem Zeitpunkt mehr und mehr zu verschwinden schien. Das vermehrte Auftreten der Frauen in Führungsposition, das eigentlich Männern zustand, und der Verlust der Position als Familienoberhaupt und Alleinernährer „kann man in dem Exzess der Männlichkeit, die sich im Actionfilm zeigt“ (ebd.: 52) als eine symbolische Kompensation für den eigentlichen Verlust des bisher traditionellen Männerbildes sehen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Films als gesellschaftliches Leitmedium ein und begründet das theoretische Interesse an der Entwicklung hegemonialer Männlichkeit.
2. Theoretische Grundlage: Es werden die zentralen Männlichkeitskonzepte von Raewyn Connell sowie der Habitus-Begriff von Pierre Bourdieu vorgestellt und miteinander in Beziehung gesetzt.
3. Männlichkeit im Film: Dieses Kapitel beleuchtet allgemein die filmische Untersuchung von Männlichkeit und analysiert spezifische Prototypen in den Genres Western und Action.
4. Entwicklung der Männerbilder: Anhand von fünf ausgewählten Filmen (1967-2009) wird die zeitliche Entwicklung und Veränderung des männlichen Rollenbildes im Kino detailliert analysiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet den Trend hin zum ungebundenen Karrieremann.
Hegemoniale Männlichkeit, Männerbild, Filmsoziologie, Raewyn Connell, Pierre Bourdieu, Actionkino, Western, New Hollywood, Midlife Crisis, Geschlechterkonstruktion, Maskulinität, Genderforschung, Anti-Held, Rollenverteilung, Gesellschaftswandel.
Die Arbeit untersucht, wie sich das männliche Rollenbild in Filmen der letzten fünfzig Jahre entwickelt hat und inwiefern diese Darstellungen soziologische Konzepte von Männlichkeit widerspiegeln.
Die Themenfelder umfassen die soziologische Theoriebildung zu Männlichkeit, die filmische Repräsentation von Geschlechterrollen sowie den Wandel von Männerbildern in verschiedenen Filmgenres über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Ziel ist es, die Entwicklung der hegemonialen Männlichkeit anhand ausgewählter Filmbeispiele von 1967 bis 2009 aufzuzeigen und dabei filmsoziologische Interpretationen vorzunehmen.
Die Arbeit basiert auf einer filmsoziologischen Untersuchung, die theoretische Konzepte (Connell, Bourdieu) auf ausgewählte Spielfilme anwendet, um gesellschaftliche Entwicklungen in der Darstellung des Mannes zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Männlichkeitsdarstellung im Western- und Actionkino sowie eine chronologische Fallstudienanalyse von fünf Filmen.
Zu den prägenden Begriffen gehören "hegemoniale Männlichkeit", "Geschlechterkonstruktion", "Männerkrise", "Habitus" und der "Anti-Held" im filmischen Kontext.
Die Neurosen dienen als Ausdruck einer neuen Form der Männlichkeit, die sich von den traditionellen, harten Action-Vorbildern distanziert und eine verunsicherte, reflektiertere oder krisenhafte Männlichkeit zeigt.
Der Film wird als aktuelles Beispiel für das hegemoniale Bild des ungebundenen, karriereorientierten Mannes gewählt, das einen starken Kontrast zu den traditionellen Familienmodellen früherer Jahrzehnte darstellt.
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