Diplomarbeit, 1995
121 Seiten, Note: 2,4
1 Einleitung
2 Das ideologische Frauenbild im Nationalsozialismus
2.1 Die Entwicklung der Ideologie und die Herleitung des Wesens und der Aufgaben der Frau
2.2 Die „NS-Biopolitik” und der Mutterkult
2.3 Die Erwerbstätigkeit von Frauen
2.4 Frauen im Journalismus
2.4.1 Die Entwicklung der Stellung des Schriftleiterberufs
2.4.2 Der Beruf der Schriftleiterin
2.4.3 „NS Frauen-Warte” – Schriftleiterinnen im Dienst des „Mutterkultes”
3 Das Frauenstudium an deutschen Universitäten von 1933-1945
3.1 Zur Situation an den deutschen Universitäten vor und nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten
3.2 Das Frauenstudium an den deutschen Universitäten dieser Zeit
3.3 Die Situation an der Universität Leipzig
4 Biographische Analyse
4.1 Methoden und Kriterien der Auswertung
4.2 Die Ergebnisse
5 Sprachlich-qualitative Analyse der Dissertationsthemen und der ausgewählten Dissertationen
5.1 Vergleich der Themenwahl
5.1.1 Methoden und Kriterien
5.1.2 Die Ergebnisse
5.2 Vergleich der Dissertationen
5.2.1 Methoden und Kriterien
5.2.2 Die Ergebnisse
5.2.2.1 Jahrgang 1935/36
5.2.2.2 Jahrgang 1940/41
5.2.2.3 Jahrgang 1944/45
6 Auswertung und Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Frauen im Nationalsozialismus am Beispiel der Absolventinnen des Instituts für Zeitungswissenschaft der Universität Leipzig im Zeitraum von 1933 bis 1945. Ziel ist es, die biographischen Daten, die Wahl der Dissertationsthemen sowie die sprachliche Argumentationsstruktur der Absolventinnen zu analysieren, um der Frage nachzugehen, ob diese Frauen lediglich passive Opfer oder aktive Mitläuferinnen und „geistige Brandstifterinnen“ des NS-Regimes waren.
Die „NS-Biopolitik” und der Mutterkult
„Doch hat der völkische Staat eben nicht die Aufgabe, eine Kolonie friedsamer Ästheten und körperlicher Degeneraten aufzurichten. Nicht in ehrbaren Spießbürger oder tugendsamen alten Jungfern sieht er sein Menschheitsideal, sondern in der trotzigen Verkörperung männlicher Kraft und in Weibern, die wieder Männer zur Welt zu bringen vermögen.”44
Die Betonung des „Weiblichen” war ein konstitutives Element des nationalistischen Herrschaftssystems. Ein System, das auch in Hinblick auf die „NS-Biopolitik” und den Mutterkult auf Gewaltherrschaft beruhte. Einer Gewaltherrschaft, die nur zwischen lebenswertem, rein arischem Leben und lebensunwertem, nicht arischem Leben unterschied.
Gleichzeitig wurde durch gezielte Gesetzgebung in der Politik die Verfügung und die Kontrolle über den Körper der Frau erreicht.” Die Aufhebung aller Selbstbestimmungsrechte der Frau, die Prämisse für die nationalsozialistische biopolitische «Lösung der Frauenfrage» traf alle Frauen, wenn auch in sehr unterschiedlicher Weise.”45
1 Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für ihre Studie dar, die sich aus der Beschäftigung mit der Rolle der Frau im Nationalsozialismus und der spezifischen Situation am Leipziger Institut für Zeitungswissenschaft ergibt.
2 Das ideologische Frauenbild im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen des patriarchalen Frauenbildes, den „Mutterkult“ sowie die Rolle der Frau in der Arbeitswelt und im Journalismus unter der NS-Ideologie.
3 Das Frauenstudium an deutschen Universitäten von 1933-1945: Es wird die allgemeine universitäre Situation sowie die spezifische Lage in Leipzig beleuchtet, inklusive der Maßnahmen zur Lenkung und Einschränkung des Frauenstudiums.
4 Biographische Analyse: Anhand von Promotionsakten und Lebensläufen untersucht die Autorin die Herkunft und den Werdegang der Absolventinnen und Absolventen der Jahre 1933 bis 1945.
5 Sprachlich-qualitative Analyse der Dissertationsthemen und der ausgewählten Dissertationen: Hier erfolgt eine Untersuchung der Themenwahl und eine tiefgehende sprachliche Analyse ausgewählter Arbeiten auf ihre Argumentationsstruktur und nationalsozialistische Einflüsse.
6 Auswertung und Schlussfolgerungen: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Absolventinnen keine passiven Opfer, sondern aktive Mitgestalterinnen waren, die sich an das System anpassten.
Nationalsozialismus, Frauenstudium, Zeitungswissenschaft, Universität Leipzig, Propaganda, Biopolitik, Mutterkult, Frauenrolle, Schriftleitergesetz, Dissertation, Dokumentenanalyse, NS-Frauenschaft, Antisemitismus, Frauenforschung, Ideologie.
Die Arbeit untersucht die Rolle und das Verhalten von Absolventinnen des Instituts für Zeitungswissenschaft der Universität Leipzig während des Nationalsozialismus.
Die Themen umfassen die nationalsozialistische Frauenideologie, das Frauenstudium unter dem NS-Regime, die biographische Entwicklung der Studierenden und die Rolle der Frau im Journalismus jener Zeit.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Absolventinnen als passive Opfer oder als aktive Akteurinnen (Mitläuferinnen/Täterinnen) agierten.
Die Arbeit basiert primär auf der Methode der Dokumentenanalyse (Promotionsakten, Promotionsbücher) sowie einer sprachlich-qualitativen Analyse von Dissertationen.
Der Hauptteil analysiert die ideologische Herleitung des Frauenbildes, die universitäre Situation, eine biographische Auswertung der Studierenden sowie eine detaillierte sprachliche Untersuchung der eingereichten Dissertationsthemen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Frauenstudium, Zeitungswissenschaft, Propaganda, Biopolitik und Mitläufertum geprägt.
In den untersuchten Briefwechseln wird deutlich, dass der Doktortitel als essenzielles Mittel galt, um auf dem Karriereweg voranzukommen und sich in einer männerdominierten Berufswelt zu behaupten.
Trotz restriktiver Maßnahmen kam es in den Kriegsjahren zu einem Anstieg der Studentinnenzahlen, unter anderem aus Angst vor der Zukunft und dem Wunsch nach einer abgesicherten Berufsausbildung.
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