Diplomarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Untersuchungsgegenstand
1.2 Voraussetzungen zum Verständnis der Arbeit
2 Die Kostenträgerrechnung im Krankenhaus
2.1 Die Kosten- und Leistungsrechnung als Teil der internen Unternehmensrechnung
2.2 Die Kostenträgerrechnung als Grundlage der InEK-Kalkulation
2.2.1 Die Kostenträgerrechnung aus Sicht der Betriebswirtschaft
2.2.2 Die Aufgaben des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus
2.2.3 Das Kalkulationshandbuch als Grundlage für die Datenerhebung in den Krankenhäusern
2.2.4 Die spezielle Rolle der Kostenträgerrechnung bei der Kostenkalkulation
2.2.5 Probleme des Kalkulationsverfahrens
2.3 Dezentralisierung als Ursache der Koordinationsnotwendigkeit
2.3.1 Entscheidungs- und Verhaltenssteuerungsfunktion der Kostenrechnung
2.3.2 Interessenkonflikte und asymmetrische Informationen im Krankenhaus
2.3.3 Instrumente zur Koordination dezentraler Organisationseinheiten
3 Verrechnungspreise zur Abrechnung und Steuerung interner Krankenhausleistungen
3.1 Verrechnungspreise aus Sicht der Betriebswirtschaft
3.1.1 Funktionen von Verrechnungspreisen
3.1.2 Arten von Verrechnungspreisen
3.1.2.1 Marktpreisorientierte Verrechnungspreise
3.1.2.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
3.1.2.3 Verhandelte Verrechnungspreise
3.2 Verrechnungspreise im Krankenhaus
3.2.1 Zur Notwendigkeit des Einsatzes von Verrechnungspreisen im Krankenhaus
3.2.2 Spezielle Verrechnungspreisfunktionen im Krankenhaus
3.2.3 Spezielle Verrechnungspreisarten im Krankenhaus
3.2.4 Zur Verwendung von InEK-Daten als Grundlage der Verrechnungspreisbestimmung
4 Vergleichende Analyse zweier Verrechnungspreissysteme anhand eines Fallbeispiels
4.1 Zielsetzung der vergleichenden Analyse
4.2 Rahmenbedingungen des Fallbeispiels
4.2.1 Organisatorischer Rahmen
4.2.2 Diagnostischer Rahmen
4.2.3 Behandlungsprozess
4.3 Ermittlung realer Verrechnungspreise
4.3.1 Verrechnungspreise für die Laborleistung
4.3.2 Verrechnungspreise für die Anästhesie
4.4 Beurteilung der ermittelten Verrechnungspreise
4.4.1 Beurteilungskriterien
4.4.2 Beurteilung
4.4.2.1 Realitätsgehalt der ermittelten Verrechnungspreise
4.4.2.2 Funktionserfüllung der ermittelten Verrechnungspreise
5 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Verrechnungspreissysteme im Krankenhausumfeld sinnvoll eingesetzt werden können, um bei einem existierenden Informationsgefälle zwischen Mediziner und Verwaltung Anreize für wirtschaftliches Handeln zu schaffen und gleichzeitig die Unternehmensführung bei der Steuerung zu unterstützen. Dabei wird analysiert, inwieweit die Nutzung der InEK-Kostendaten für diesen Zweck geeignet ist und wie differenziertere Verrechnungsansätze die Steuerungsfunktion verbessern können.
3.1 Verrechnungspreise aus Sicht der Betriebswirtschaft
„Selbst wenn es möglich wäre, jedem Unterbetrieb, jeder Werkstätte nur ganz zuverlässige Betriebsführer zuzuteilen, so würde doch das Zusammenarbeiten an dem Mangel leiden, daß dem Leiter des Unterbetriebs die Übersicht über das Ganze, dem Leiter des Gesamten dagegen die Einsicht in das Einzelne fehlt. Und hier gibt es nur einen Ausweg: die einzelnen Teile des Betriebes müssen in einen rechnerischen Verkehr treten. Und diese Rechnung muß sich der Bewertung der gegenseitigen Leistungen bedienen. Und so entsteht ein hier eigenartiger Preis: der Verrechnungspreis.“
Dieses von Eugen Schmalenbach stammende Zitat aus dem Jahr 1909 zeigt, dass Verrechnungspreise in der Betriebswirtschaft eine lange Tradition besitzen und es zeigt auch, worum es im Kern geht. Über ein gesamtes Jahrhundert wurden sie wiederholt von verschiedenen Autoren thematisiert; und doch besteht bis heute keine allgemeingültige Handlungsempfehlung, wie solche Preise optimal in einem Betrieb eingesetzt werden sollten.
Diese Autoren verwenden dabei unterschiedliche Begriffe, die entweder synonym verwendet werden oder eine leichte Differenzierung aufweisen. Verrechnungspreise werden oft als Lenk- und Transferpreis bezeichnet. Lenkpreise inkludieren nach Ewert und Wagenhofer bereits die wichtige Funktion der Lenkung und Koordination. Transferpreise beschreiben nach ihrer Auffassung hingegen die Preise, die zwischen einzelnen Unternehmensbereichen für Gütertransfers bezahlt werden. Und mit Verrechnungspreisen werden interne Dienstleistungen verrechnet. In der vorliegenden Diplomarbeit wird lediglich der letzte Begriff - wie von zahlreichen Autoren - als allgemeingültig verwendet.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die veränderte wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser seit Einführung des Fallpauschalensystems und definiert das Ziel, den Einsatz von Verrechnungspreisen als Steuerungsinstrument zu untersuchen.
2 Die Kostenträgerrechnung im Krankenhaus: Dieses Kapitel analysiert die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaussektor, insbesondere die Rolle der InEK-Kalkulation und die Notwendigkeit einer internen Koordination durch dezentrale Entscheidungsstrukturen.
3 Verrechnungspreise zur Abrechnung und Steuerung interner Krankenhausleistungen: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Verrechnungspreise in der Betriebswirtschaft, gefolgt von einer spezifischen Betrachtung ihrer Anwendungsmöglichkeiten und Funktionen innerhalb der besonderen Krankenhausstrukturen.
4 Vergleichende Analyse zweier Verrechnungspreissysteme anhand eines Fallbeispiels: Das Kapitel vergleicht mittels eines praxisorientierten Szenarios einer Appendektomie die Wirkungsweisen von auf InEK-Daten basierenden Erlösverteilungen gegenüber differenzierter kalkulierten, anreizorientierten Systemen.
5 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Grenzen der Verrechnungspreise angesichts hoher Gemeinkosten und deutet alternative Instrumente wie die Prozesskostenrechnung in Kombination mit klinischen Behandlungspfaden an.
Krankenhausmanagement, Verrechnungspreise, Kostenträgerrechnung, G-DRG-System, InEK-Kalkulation, Unternehmenssteuerung, Anreizsysteme, Dezentralisierung, Kostenstellenrechnung, Leistungsverrechnung, Fallpauschalen, betriebswirtschaftliche Steuerung, Profit Center, Kostenkontrolle, Wirtschaftlichkeit.
Die Arbeit behandelt den Einsatz von Verrechnungspreisen in Krankenhäusern als betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument zur Verbesserung der internen Effizienz und Zielerreichung im Kontext des G-DRG-Systems.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Verrechnungspreisen, die Struktur der Krankenhaus-Kostenrechnung (InEK), die Koordination von dezentralen Einheiten und die empirische Überprüfung mittels eines Fallbeispiels.
Das Ziel ist zu klären, wie Verrechnungspreise sinnvoll gestaltet werden können, um bei bestehendem Informationsgefälle Anreize für wirtschaftliches Handeln der Mediziner zu setzen und die Führung bei der Steuerung zu entlasten.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der betriebswirtschaftlichen Literatur führt der Autor eine vergleichende Analyse zweier Verrechnungspreissysteme an einem praxisnahen Fallbeispiel (Appendektomie) durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kostenrechnung im Krankenhaus, die theoretische Definition von Verrechnungspreisen sowie die praktische Umsetzung und kritische Beurteilung von zwei verschiedenen Abrechnungsmodellen.
Krankenhausmanagement, Verrechnungspreise, G-DRG-System, Anreizsysteme, Kostenträgerrechnung und interne Unternehmenssteuerung sind die prägenden Begriffe.
Er kritisiert, dass diese Daten auf einer Durchschnittskalkulation basieren und nicht dazu konzipiert wurden, spezifische, hausinterne Entscheidungen abzubilden, was zu massiven Verzerrungen und Fehlsteuerungen führen kann.
Das Fallbeispiel dient als „Praxistest“, um zu zeigen, wie unterschiedliche Verrechnungspreissysteme (einfache Erlösverteilung vs. differenzierte Anreizsetzung) sich auf die Bereichserfolge der beteiligten Abteilungen (Labor, Anästhesie) auswirken.
Trotz des erheblichen Ressourcenaufwands hält der Autor ein differenzierteres System für überlegen, da es Anreizstrukturen schafft, die wirtschaftliches Handeln fördern, anstatt nur pauschale Erlöse zu verteilen.
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