Magisterarbeit, 2008
148 Seiten, Note: 1,0
III. Hauptteil
1. Auf den ersten Blick ein Problem
2. Das Internet - Eine kurze Bestandsaufnahme
2.1 Der Wandel im WWW von Web 1.0 zu Web 2.0
2.2 Wer nutzt das Netz?
3. Social Software und Virtual Community
3.1 Gemeinschaft und Gesellschaft nach Ferdinand Tönnies
3.2 Imagined Communities
3.3 Was ist nach soziologischer Definition soziale Gemeinschaft?
4. Kommunikation, CMC und Handlungsräume
4.1 Subjektkonstruktion, Sozialisation und Identität
4.2 Realität und Virtualität aus mediologischer Sicht
5. Oralität und Virtual Communities
6. Fazit – Gibt es Gemeinschaft im Netz?
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht das Konzept der "Virtual Community" vor dem Hintergrund aktueller technischer Entwicklungen, insbesondere des Web 2.0. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob im Internet Gemeinschaften im soziologischen Sinne entstehen können oder ob es sich lediglich um Gruppen oder soziale Netzwerke handelt. Ziel ist eine wissenschaftliche Einordnung des Begriffs unter Berücksichtigung soziologischer, mediologischer und kommunikationstheoretischer Perspektiven.
2. Das Internet – eine kurze Bestandsaufnahme
Wenn in dieser Arbeit die Rede vom Internet ist, so wird der Begriff Internet synonym für den Begriff ‚World Wide Web’ (WWW) genutzt. ‚Web’ ist eine Verkürzung der Bezeichnung World Wide Web. Ebenfalls synonym für die Bezeichnung WWW ist mittlerweile der Begriff ‚Netz’ allgemein gebräuchlich - Netz ist wiederum die Verkürzung für Internet, also streng genommen nur vernetzte Rechner. Wenn mit Internet das WWW bezeichnet wird, so ist dies technisch und sachlich falsch.
Dadurch, dass aber allgemeiner Konsens über die Inhalte von Internet als Konzept besteht, wird in dieser Arbeit bewusst keine definitorische Beschränkung vorgenommen, da die oben genannten Termini dermaßen eng in den Alltagssprachgebrauch eingebunden sind, dass eine an dieser Stelle konzeptionell sicherlich sinnvolle inhaltliche Festschreibung langfristig vermutlich keinen Bestand hätte. Dementsprechend wird im Folgenden, sofern nicht gesondert gekennzeichnet, das Hypertextsystem World Wide Web auch als Internet, Web und Netz bezeichnet.
Als wichtig anzumerken bleibt allerdings: ‚Internet’ hat in der Vergangenheit auch schon anderen großen Computernetzwerken als Label gedient, so dass es zu generellen Verständigungsschwierigkeiten kommen kann, wenn man sich ältere wissenschaftliche Arbeiten zum ‚Internet’ ansieht. In den Beiträgen ist beispielsweise oft nicht das heutige World Wide Web mit ‚Internet’ gemeint, sondern das Usenet, das Unix User Network. Problematisch ist, dass Annahmen, die vor rund zwei Dekaden über ein Netzwerk wie das Usenet getätigt wurden, nicht zwingend übertragbar sind auf die Anwendungen, die heute im WWW zur Verfügung stehen, so dass schon allein aus diesem Grund eine Revision der vorliegenden Hypothesen und Begriffe zum Ent- und Bestehen von Virtual Communities sinnvoll ist. Rechnerverbünde bzw. -Netzwerke eint das Benutzen desselben Betriebssystems und der jeweilig dazugehörenden Programmiersprache. Die sich dem Nutzer aus diesen verschiedenartigen Computernetzwerken eröffnenden Möglichkeiten der Vernetzung der Rechner und die Probleme, die durch die einheitliche Bezeichnung der Netzwerke WWW und Usenet als Internet entstehen, werden im späteren Verlauf der Arbeit in Kapitel 5 erneut zur Diskussion gestellt werden.
1 Auf den ersten Blick ein Problem: Die Einleitung thematisiert die Problematik des Begriffs "Virtual Community" und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der soziologischen Einordnung solcher Gemeinschaften im Internet.
2 Das Internet - Eine kurze Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel zeichnet die technische Entwicklung des Internets vom Arpanet über das Usenet bis hin zum Web 2.0 nach und beleuchtet die Rolle der Nutzer.
2.1 Der Wandel im WWW von Web 1.0 zu Web 2.0: Hier wird der Übergang von statischen Inhalten zu partizipativen "Mitmach-Netz"-Strukturen und die ökonomische Bedeutung dieses Wandels analysiert.
2.2 Wer nutzt das Netz?: Das Kapitel untersucht quantitative Daten zur Internetnutzung, differenziert Nutzergruppen und diskutiert Aspekte der digitalen Spaltung (Digital Divide).
3 Social Software und Virtual Community: Es erfolgt die theoretische Annäherung an Virtual Communities, wobei Social Software als technischer Motor und Grundlage definiert wird.
3.1 Gemeinschaft und Gesellschaft nach Ferdinand Tönnies: Das Kapitel verortet die soziologischen Ursprünge des Gemeinschaftsbegriffs bei Tönnies als Ausgangspunkt für die Analyse virtueller Strukturen.
3.2 Imagined Communities: Auf Basis von Benedict Andersons Theorie wird untersucht, inwiefern Virtual Communities als "vorgestellte Gemeinschaften" verstanden werden können.
3.3 Was ist nach soziologischer Definition soziale Gemeinschaft?: Hier wird eine präzise soziologische Definition von Gemeinschaft erarbeitet, die als Maßstab für die Bewertung virtueller Formen dient.
4 Kommunikation, CMC und Handlungsräume: Das Kapitel analysiert die Bedeutung von computervermittelter Kommunikation (CMC) für soziale Handlungsräume und die Identitätskonstruktion.
4.1 Subjektkonstruktion, Sozialisation und Identität: Es wird erörtert, wie Persönlichkeit und Identität in einer digitalisierten Umwelt durch Sozialisationsprozesse geformt werden.
4.2 Realität und Virtualität aus mediologischer Sicht: Mediologische Ansätze werden genutzt, um das Verhältnis von Virtualität zur sozialen Realität konstruktivistisch zu verorten.
5 Oralität und Virtual Communities: Die Oralitätsthese von Walter Ong wird auf das Internet übertragen, um die Kommunikationsformen und kulturellen Aspekte virtueller Gemeinschaften besser zu verstehen.
6 Fazit – Gibt es Gemeinschaft im Netz?: Abschließende Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Existenz von Gemeinschaft im Internet.
Virtual Community, Internet, Soziologie, Gemeinschaft, Web 2.0, Social Software, Kommunikation, CMC, Sozialisation, Identität, Mediolgie, Digital Divide, Netzwerkgesellschaft, Oralität, Virtuelle Realität.
Die Arbeit untersucht das Konzept der "Virtual Community" kritisch aus soziologischer Perspektive, um zu klären, ob es sich dabei tatsächlich um Gemeinschaften im klassischen Sinne oder um moderne netzbasierte Sozialformen handelt.
Zentral sind die theoretische Fundierung des Gemeinschaftsbegriffs, die medientechnische Entwicklung des Internets vom Web 1.0 bis zum Web 2.0 und die Analyse von Kommunikationsformen und sozialen Identitäten in virtuellen Räumen.
Das Ziel ist es, das Konzept der Virtual Community theoretisch zu schärfen und zu prüfen, ob und wie im Internet Gemeinschaften entstehen, die soziologischen Kriterien standhalten.
Die Arbeit verwendet eine interdisziplinäre theoretische Herleitung, die gemeinschaftssoziologische Ansätze (Tönnies, Anderson) mit mediologischen Theorien (Debray, Ong) verbindet und durch empirische Beobachtungen der Netznutzung ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Internetentwicklung, eine theoretische Begriffsbestimmung sozialer Gemeinschaft, eine Analyse von Kommunikation (CMC) und Handlungsräumen sowie eine mediologische Untersuchung der Virtuellen Realität.
Virtual Community, Soziologie, Gemeinschaft, Web 2.0, Social Software, Kommunikation, Identität, Mediolgie, Digital Divide, Netzwerkgesellschaft.
Web 2.0 bildet durch den Einsatz von Social Software und partizipative Strukturen die technische Grundlage, die das Konzept der Virtual Community neu belebt und deren wirtschaftliche wie mediale Relevanz massiv gesteigert hat.
Die Arbeit nutzt die Oralitätsthese von Walter Ong, um zu zeigen, dass die Kommunikation in sozialen Netzwerken und virtuellen Räumen strukturelle Ähnlichkeiten zu oralen Kulturen aufweist, was die Gemeinschaftsbildung begünstigen kann.
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