Magisterarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Präambel
Zum methodischen Vorgehen
Zur Struktur der Arbeit
1. Theoretische Probleme in der Praxis
1.1. Der unerfahrene Berater
1.2. Der erfahrene Berater
2. Was sind Emotionen?
2.1. Zum Begriff der Emotion
2.1.1. Ataraxie versus Emotionen
2.2. Moderne Ansichten und Bestimmungen
2.2.1. Gefühle in der realistischen Phänomenologie
2.2.2. Eine Physiologie der Emotionen
2.2.3. Bedeutung körperlicher Erregung
2.2.4. Mimisches Verhalten und kardiovaskuläre Reaktion
2.2.5. Emotion als verbal kommunizierte Erfahrung
2.2.6. Gedanken-Exkurs: Emotion als Prozess
2.3. “Emotion” in dieser Arbeit
3. Wenn Sie wütend sind…
3.1. Online-Befragung
3.2. Straßen-Erhebung
3.3. Analyse der Erhebungen
3.3.1. Zur Online-Befragung
3.3.2. Zur Straßen-Erhebung
3.3.3. Experten-Aussagen und Straßen-Erhebung
4. Praktische Probleme in der Praxis
4.1. Konfrontiert-sein mit Emotionen
4.2. Zum Umgang mit Emotionen in einer Beratung
5. Beratungskontext
5.1. Beratung
5.2. Coaching
5.3. Therapie
5.4. Pädagogische Beratung
5.5. Schlussbemerkung zu Beratung
6. Experten-Interviews
6.1. Was ist ein Experte?
6.2. Vorstellung der Beratungsstellen
6.3. Halb-standardisiertes Interview
6.4. Hintergrund der Experten-Interviews
6.4.1. Zum Aufbau des Fragebogens
6.5. Analyse der Experten-Interviews
6.5.1. Zur Frage des Umgangs
6.5.2. Zum Pool an Variablen
7. Schlusswort: Praktische Probleme in der Theorie
Diese Arbeit befasst sich mit der Definitionsproblematik von Emotionen und den daraus resultierenden Herausforderungen für Berater im professionellen Kontext. Ziel ist es, zu untersuchen, wie Emotionen im Beratungsgespräch operationalisiert werden können, ob intersubjektiv geteilte Begriffsbasen existieren und wie Berater mit eigenen emotionalen Betroffenheiten umgehen.
2.2.6. Gedanken-Exkurs: Emotion als Prozess
In folgender Überlegung tauchen nun die Begriffe „sogenannte Emotion“ und Emotion auf. „Sogenannte Emotion“ soll auf die bisherige Bezeichnung bzw. den Sammelbegriff für Zustände wie Wut, Angst, Freude usw. verweisen und wird zuweilen synonym zu Resultat und Zustand gebraucht. Den Prozess, der eine Veränderung herbei führt, sodass aus dem Ruhepol etwas „bewegt“ und zu einem messbaren Resultat wird, beschreibt hingegen Emotion.
Radikal gedacht, erfolgt nun ein Gedankenschritt, der sich vom bisherigen Verständnis einer „sogenannten Emotion“ entfernt, vielleicht sogar einen Schritt zurück macht. Die Idee ist, dass das, was als „sogenannte Emotion“ (also Wut, Angst, Freude usw.) bezeichnet wird, fälschlicherweise geschieht. Ohne abstreiten zu wollen, dass die drei Komponenten (Verhalten, physiologische Prozesse und subjektives Erleben) Merkmale einer „sogenannten Emotion“ sein können, soll hier der Prozess an sich, der zu einer „sogenannten Emotion“ führt, als Emotion verstanden werden.
Einleitung: Einführung in die Problematik der Emotionsdefinition und Darlegung des methodischen Aufbaus der Arbeit.
1. Theoretische Probleme in der Praxis: Kritische Auseinandersetzung mit der Operationalisierung von Emotionen bei unerfahrenen und erfahrenen Beratern.
2. Was sind Emotionen?: Historischer und moderner Überblick über Emotionsforschung und die Konzeptualisierung von Emotion als Prozess.
3. Wenn Sie wütend sind…: Vorstellung und methodische Beschreibung der durchgeführten Online-Befragung und Straßen-Erhebung zur Emotion Wut.
4. Praktische Probleme in der Praxis: Untersuchung der direkten Konfrontation des Beraters mit Klientenemotionen in der Beratungssituation.
5. Beratungskontext: Definition von Beratung und Abgrenzung gegenüber verwandten Disziplinen wie Coaching, Therapie und pädagogischer Beratung.
6. Experten-Interviews: Analyse von Interviews mit verschiedenen Beratern zur praktischen Handhabung von Emotionen und dem Wunsch nach einer Basis-Variablensammlung.
7. Schlusswort: Praktische Probleme in der Theorie: Abschließende Reflexion über die Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Studien unter Berücksichtigung von Wahrnehmungskanälen.
Emotion, Beratung, Wut, Operationalisierung, Beratungspraxis, Emotionspsychologie, Experteninterview, Empathie, Distanz, professionelle Distanz, Basis-Pool, verbale Kommunikation, Krisenintervention, Trias, Betriebsblindheit
Die Arbeit untersucht die Schwierigkeit, Emotionen im Beratungskontext präzise zu definieren und zu operationalisieren, sowie die Auswirkungen dieser definitorischen Unschärfe auf die Arbeit von Beratern.
Im Zentrum stehen die Begriffsbestimmung von Emotionen, die Analyse der professionellen Beraterrolle bei emotionalen Themen sowie der Einfluss von persönlichen Erfahrungen auf den Beratungsprozess.
Ziel ist es zu klären, ob es einen intersubjektiv geteilten Basis-Pool an Variablen gibt, die Emotionen beschreiben, und wie Berater ihre eigene emotionale Involviertheit während der Sitzung managen.
Der Autor kombiniert theoretische Literaturarbeit mit einer empirischen Erhebung, bestehend aus einer Online-Umfrage, Straßeninterviews und qualitativen Experten-Interviews mit Beratern aus verschiedenen sozialen Einrichtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Emotionsdefinition, die praktische Auseinandersetzung mit der Emotion Wut in der Befragung sowie die Reflexion über professionelle Distanz und Empathie.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Emotion, Beratung, Wut, Operationalisierung, professionelle Distanz und der intersubjektive Basis-Pool.
Die Emotion Wut dient als empirisches Fallbeispiel, um die Variabilität individueller Emotionsbeschreibungen messbar zu machen und die Problematik einer einheitlichen Definition praktisch zu verdeutlichen.
Die Experten nutzen unterschiedliche Strategien, von Supervision und kollegialem Austausch bis hin zu bewusster Distanzbildung oder dem Abbau durch körperliche Aktivitäten, um eine professionelle Haltung zu bewahren.
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