Masterarbeit, 2011
160 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Konzept der Sozialraumorientierung
2.1 Sozialwissenschaftliche Grundlagen
2.1.1 Sozialökologische Erkenntnisse der frühen Chicagoer Schule
2.1.2 Soziales Kapital bei James S. Coleman, Robert D. Putnam und Pierre Bourdieu
2.1.3 Sozialer Raum bei Pierre Bourdieu
2.1.4 Der soziologische Raumbegriff
2.1.5 Theoretische Konzepte als Hintergrund sozialraumorientierter Arbeit
2.2 Sozialraumorientierte Soziale Arbeit
3. Behinderung – Versuch einer Begriffsklärung
3.1 Formen von Behinderung
3.1.1 Menschen mit körperlicher Behinderung
3.1.2 Menschen mit geistiger Behinderung
3.1.3 Menschen mit seelischer Behinderung
3.1.3.1 Die Beschaffenheit psychischer Störungen
3.1.3.2 Klassifikationssysteme
3.1.3.3 Formen psychischer Störungen
3.1.3.3.1 Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen
3.1.3.3.2 Konsum- und substanzunabhängige psychische Störungen
3.2 Kritik am Behindertenbegriff und Abgrenzungsprobleme
4. Integration und Inklusion – Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Praxis der Sozialen Arbeit
4.1 Begriffsklärungen: Integration und Inklusion
4.2 Inklusionsfaktoren und Inklusionsformen der modernen Gesellschaft
4.3 Politische, rechtliche und gesellschaftliche Voraussetzungen für Inklusion
4.3.1 Politische und rechtliche Interventionen
4.3.2 Gesellschaftliche Voraussetzungen im Rahmen ausgewählter Strategien
4.4 Die UN-Behindertenrechtskonvention
4.5 Soziale Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung
4.5.1 Notwendige Grundhaltung der Organisationsformen von Teilhabeleistungen
4.5.2 Inklusion im Kontext von Sozialraumorientierung
4.6 Herausforderungen für die Praxis
5. Empirische Untersuchungen zu Inklusion, Sozialraumorientierung und Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Vorstellung der einzelnen Erhebungsinstrumente
5.3 Datenerhebung und Datenaufbereitung
5.3.1 Untersuchungsdurchführung
5.3.2 Datenaufbereitung
5.3.2.1 Transkription der Experteninterviews
5.3.2.2 Transkription des narrativen Interviews
5.4 Datenauswertung – Inklusion, Sozialraumorientierung und die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention aus unterschiedlichen Perspektiven
5.4.1 Die Perspektive der Fachkräfte
5.4.1.1 Das Interview mit Frau A.
5.4.1.2 Das Interview mit Herr B.
5.4.1.3 Diskussion und Resümee
5.4.2 Die Perspektive der Menschen mit Behinderung, speziell Menschen mit psychischer Erkrankung
5.4.2.1 Formale Textanalyse
5.4.2.2 Strukturelle inhaltliche Beschreibung
5.4.2.3 Analytische Abstraktion
5.4.2.4 Wissensanalyse
5.4.2.5 Zusammenfassung der Antworten der exmanenten Nachfragen
5.4.2.6 Reflexion und Resümee des narrativen Interviews
5.4.3 Die Perspektive der BewohnerInnen eines ausgewählten Sozialraums
5.4.3.1 Auswertung der Fragebögen
5.4.3.2 Diskussion der Ergebnisse
6. Schlussbemerkungen und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Praxis der Sozialen Arbeit zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Inklusion und Sozialraumorientierung im Arbeitsfeld mit Menschen mit Behinderung – insbesondere unter Berücksichtigung psychischer Erkrankungen – konkret umsetzen lassen und welche Herausforderungen dabei entstehen.
2.1.1 Sozialökologische Erkenntnisse der frühen Chicagoer Schule
Innerhalb der Chicagoer Schule wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem Etikett der Sozialökologie zunächst gesellschaftliche Veränderungen analysiert und nach Gesetzmäßigkeiten hin untersucht. Dies stellten zugleich die Anfänge systematischer raumbezogener Analysen dar, wobei sich der Begriff des ‚Sozialraums‘ als Übersetzung von ‚social area‘, ein Terminus der Chicagoer Schule, weit verbreitet hat (vgl. Riege/Schubert 2005, S.8). Ziel war es, zu ergründen, wie sich menschliche Gemeinschaften und deren physisch-räumliche Umwelt gegenseitig bedingen. Zunächst typisch für die Sozialforschung der Chicagoer Schule sind qualitativ-empirische und ethnographische Studien, die sich mit der Thematik sozialer Desintegration durch beispielsweise Scheidungen, Jugendbanden, Prostitution, Selbstmord oder Wohnungslosigkeit auseinandersetzten (vgl. Farwick 2009, S.25). Vor diesem Hintergrund wurde der Sozialraum im Verständnis der Chicagoer Schule als empirische Konstruktion, durch eine räumlich eingegrenzte Sozialstruktur, definiert (vgl. Riege/Schubert 2005, S.8).
Als weiterer Forschungshintergrund diente die schnelle Verstädterung in den USA und den damit in Zusammenhang stehenden Zuwachs an sozialen Problemen. Zentraler Forschungsgegenstand war somit die Entwicklung von abweichendem Verhalten und sozialer Desintegration im Kontext unterschiedlicher städtischer Lebensräume, Subkulturen und Milieus (vgl. Riege/Schubert 2005, S11).
Eine Zusammenfassung des theoretischen Ansatzes im Hinblick auf die Sozialökologie ist aufgrund der Komplexität der unterschiedlichen Texte von verschiedenen Autoren kaum möglich. Daher soll in dieser Arbeit nicht die Theorie als Ganzes, sondern einzelne vorrangige Grundgedanken und Leitprinzipien der sozialökologische Erkenntnisse der frühen Chicagoer Schule im Vordergrund stehen.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Inklusionsdebatte und formuliert das Ziel der Arbeit, verschiedene Perspektiven auf die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu untersuchen.
2. Das Konzept der Sozialraumorientierung: Dieses Kapitel beschreibt die sozialwissenschaftlichen Grundlagen der Sozialraumorientierung sowie deren Prinzipien und Zielsetzungen für eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit.
3. Behinderung – Versuch einer Begriffsklärung: Hier werden verschiedene Formen von Behinderung, insbesondere seelische Behinderung, diskutiert und eine Kritik am Behindertenbegriff formuliert.
4. Integration und Inklusion – Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Praxis der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel klärt die Begriffe Integration und Inklusion und beleuchtet die Rolle der UN-Konvention für die praktische Arbeit in sozialen Dienstleistungsstrukturen.
5. Empirische Untersuchungen zu Inklusion, Sozialraumorientierung und Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention: Im empirischen Teil wird das Untersuchungsdesign vorgestellt und die Ergebnisse aus Fachkräfteinterviews, Betroffeneninterviews und einer Bürgerbefragung werden ausgewertet.
6. Schlussbemerkungen und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines Haltungswandels auf allen Ebenen, um Inklusion nachhaltig zu gestalten.
Inklusion, Sozialraumorientierung, UN-Behindertenrechtskonvention, Soziale Arbeit, Sozialpsychiatrie, Lebensweltorientierung, Empowerment, Teilhabe, Psychiatrie-Erfahrung, Stigmatisierung, Gemeindepsychiatrisches Zentrum, Diskriminierung, Personenzentrierung, Barrierefreiheit, Qualitative Sozialforschung.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Konzept der Sozialraumorientierung und die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Praxis der Sozialen Arbeit auswirken, insbesondere mit Blick auf Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen von Inklusion und Sozialraumorientierung, dem Paradigmenwechsel von Fürsorge zu Teilhabe und den empirischen Ergebnissen aus verschiedenen gesellschaftlichen Perspektiven.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis über die praktische Umsetzung von Inklusion zu gewinnen, indem Fachkräfte, Betroffene und Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der Experteninterviews mit Fachkräften, ein narratives Interview nach Schütze mit einem Betroffenen sowie eine offene Bürgerbefragung umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Fachbegriffe und gesetzlichen Grundlagen sowie in eine empirische Untersuchung, die die Haltungen und Erfahrungen der verschiedenen Akteure gegenüberstellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Sozialraumorientierung, Teilhabe, Empowerment und Psychiatrie-Erfahrung definiert.
Die Konvention wird als entscheidender Impuls für einen Paradigmenwechsel gewertet, der Soziale Arbeit dazu verpflichtet, Strukturen aktiv umzugestalten, statt Betroffene nur anzupassen.
Die Ergebnisse zeigen eine Tendenz zu einer positiven Grundeinstellung gegenüber einem Miteinander, verdeutlichen jedoch gleichzeitig bestehende Hemmschwellen und Unsicherheiten im direkten Umgang mit psychisch erkrankten Menschen.
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