Diplomarbeit, 1999
68 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das nigerianische Pidgin English
2.1 Geschichte
2.2 Das Pidgin bei Saro-Wiwa, Soyinka und Achebe
2.2.1 Phonologie
2.2.2 Lexikosemantik
2.2.3 Syntax und Grammatik
2.2.4 Orthographie
3. Analyse der Übersetzungen
3.1 Ken Saro-Wiwa: Sozaboy
3.1.1 Inhalt und Sprache des Romans
3.1.1.1 Inhalt
3.1.1.2 Sprache
3.1.2 Analyse der deutschen Übersetzung von Sozaboy
3.1.2.1 Stilebenen
3.1.2.2 Lehnübersetzungen
3.1.2.3 Namen
3.1.2.4 Afrikanische Wörter und Pidgin-Ausdrücke
3.1.3 Bewertung der Übersetzung
3.2 Wole Soyinka: The Road
3.2.1 Inhalt und Sprache des Stückes
3.2.1.1 Inhalt
3.2.1.2 Sprache
3.2.2 Analyse der deutschen Übersetzung von The Road
3.2.2.1 Stilebenen
3.2.2.2 Afrikanismen
3.2.2.3 Wortspiele
3.2.2.4 Übersetzungsfehler
3.2.2.4.1 Übersetzungsfehler bei Standard English
3.2.2.4.2 Übersetzungsfehler beim Pidgin
3.2.2.4.3 Auslassungen
3.2.3 Bewertung der Übersetzung
3.3 Chinua Achebe: Anthills Of The Savannah
3.3.1 Inhalt und Sprache des Romans
3.3.1.1 Inhalt und Erzählstruktur
3.3.1.2 Sprache
3.3.2 Analyse der deutschen Übersetzung von Anthills Of The Savannah
3.3.2.1 Stil im Erzähltext
3.3.2.2 Stil in der wörtlichen Rede: Pidgin
3.3.2.3 Afrikanismen
3.3.2.4 Abkürzungen
3.3.2.5 Wortspiele und Übersetzungsfehler
3.3.3 Bewertung der Übersetzung
4. Vergleich der Übersetzungen
4.1 Realisierung des Pidgin
5. Schluß
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übersetzungsstrategien von Texten aus dem nigerianischen Pidgin English ins Deutsche anhand von drei literarischen Werken (Ken Saro-Wiwas "Sozaboy", Wole Soyinkas "The Road" und Chinua Achebes "Anthills Of The Savannah") mit dem Ziel, die Angemessenheit und Qualität der jeweiligen Übersetzungen zu bewerten.
3.1.1.1 Inhalt
Der Roman Sozaboy von Ken Saro-Wiwa beschreibt die Erlebnisse eines jungen Nigerianers im Biafrakrieg 1967-1970. Mene, Hauptfigur und Ich-Erzähler des Buches, lebt und arbeitet in Dukana, einem winzigen Dorf im Südosten Nigerias in der Nähe der Provinzhauptstadt Pitakwa (Port Harcourt). Menes Heimat liegt isoliert, und daher erfahren die Bewohner von Dukana so gut wie nichts über den Bürgerkrieg, der sich mit den Sezessionsbestrebungen der Region Biafra über ihnen zusammenbraut. Im Radio wird zwar über die neue Unabhängigkeit Biafras berichtet, aber die einfachen Leute in Dukana, die außer ihrer Muttersprache nur Pidgin-Englisch sprechen, können mit der hochtrabenenden "Grammatik" der Regierungserklärungen nichts anfangen und verstehen die neue Situation nur vage.
Die ersten Auswirkungen des Krieges, die die Bewohner von Dukana zu spüren bekommen, sind einerseits die Flüchtlingsströme aus dem Westen Nigerias, die über Pitakwa hereinbrechen und Mene und seinem Arbeitgeber, dem Fahrer eines Transportunternehmens, ein gutes Geschäft verschaffen, andererseits aber die plötzlich auftretende schmerzliche Salzknappheit und die immer häufiger stattfindenden "Kollekten" des Chiefs Birabee, der im Namen der neuen Regierung Geld einsammelt.
Zu dieser Zeit lernt Mene in einer Bar in Pitakwa Agnes kennen, ein Mädchen, das in Dukana geboren wurde, aber bis zum Kriegsausbruch in Lagos gelebt hatte. Agnes zieht nach Dukana zu ihrer Mutter, und im folgenden verliebt sich Mene in sie und will sie heiraten. Agnes stellt die Bedingung, daß Mene zur Armee gehen soll, um sie beschützen zu können. Mene ist sich nicht ganz schlüssig, vor allem, weil seine Mutter strikt dagegen ist. Nach und nach freundet er sich aber mit dem Gedanken an, auch unter dem Einfluß anderer Dorfbewohner, die ihn - halb im Scherz - anstacheln und ihm den Spitznamen "Sozaboy" ("Soldatenjunge") verleihen, den er aber mit Stolz trägt. Schließlich ist es aber die schicke Uniform der Soldaten und der große "Respekt", den sie bei der zivilen Bevölkerung genießen, was für Mene den Ausschlag geben, sich bei der Armee zu melden. Gegen wen und warum er überhaupt kämpfen muß, ist ihm allerdings völlig unklar.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Übersetzung des nigerianischen Pidgin English ins Deutsche ein und stellt die drei untersuchten Werke sowie die methodischen Ansätze vor.
2. Das nigerianische Pidgin English: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte des Pidgin English in Nigeria sowie seine zentralen sprachlichen Merkmale wie Phonologie, Lexikosemantik und Syntax.
3. Analyse der Übersetzungen: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Untersuchung der deutschen Übersetzungen der Werke von Saro-Wiwa, Soyinka und Achebe, unterteilt in deren Inhalt, sprachliche Besonderheiten, gewählte Übersetzungsstrategien und kritische Bewertung.
4. Vergleich der Übersetzungen: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Übersetzer zur Realisierung des Pidgin und zieht Schlussfolgerungen hinsichtlich ihrer Wirkung auf den deutschen Leser.
5. Schluß: Das abschließende Kapitel reflektiert die allgemeine Problematik der Übersetzung von Sprachvarietäten und diskutiert die Eignung verschiedener Strategien für diesen Prozess.
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Die Diplomarbeit untersucht, wie das nigerianische Pidgin English in deutschen Übersetzungen literarischer Werke dargestellt wird und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Es werden drei Werke untersucht: "Sozaboy" von Ken Saro-Wiwa, "The Road" von Wole Soyinka und "Anthills Of The Savannah" von Chinua Achebe.
Ziel ist es, die Qualität und Treffsicherheit der deutschen Übersetzungen zu bewerten und zu prüfen, ob die Übersetzer dem deutschen Leser ein angemessenes Bild der Sprachvariante vermitteln konnten.
Die Arbeit analysiert die Übersetzungen anhand von Übersetzungstheorien, vergleicht Textstellen direkt mit den Originalen und hinterfragt die verwendeten Strategien in Bezug auf ihre Wirkung auf das Zielpublikum.
Im Hauptteil werden die Übersetzungen der drei Werke einzeln auf Stilebenen, Lehnübersetzungen, Umgang mit Afrikanismen und Übersetzungsfehlern untersucht.
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Übersetzung von Dialekten und Soziolekten, literarisches Pidgin, Sprachverlust bei der Übersetzung und die Rolle von kulturellem Kontext.
Weil der Kontrast zwischen diesen Sprachstilen in den Originalwerken entscheidend für die Charakterisierung der Figuren und die Darstellung sozialer Spannungen ist.
Da "Sozaboy" vollständig in Pidgin verfasst ist, musste hier eine radikalere Übersetzungsstrategie gewählt werden als bei den anderen Werken, wo Pidgin nur in der wörtlichen Rede auftritt.
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