Masterarbeit, 2013
67 Seiten, Note: 2,7
Einführung
I. Traditionelle Konzepte der Wohlstandsmessung
1. Definition des Wohlstandes und des Wirtschaftswachstums
2. Klassisches Model der Berechnung des Bruttoinlandprodukts
3. Integrierter Wohlstandindex und Set von Schlüsselindikatoren als Konzepte der Wohlstandsmessung
II. Rechtliche Aspekte des Wohlstandes und Wachstums
1. Nationale rechtliche Aspekte
2. Internationale rechtliche Aspekte
III. Kritik an traditionelle Konzepte der Wohlstandsmessung
1. Konzeptionelle Kritik
a. Kritik der Verwendung des Bruttoinlandsprodukts als Wohlstandsindikator
b. Kritik der Verwendung des Integrierten Wohlstandsindexes und des Sets von Schlüsselindikatoren
2. Empirische Überprüfung der Kritik
a. Überblick über die Industriestaaten
b. Betrachtung der Lage in der Bundesrepublik Deutschland
3. Vergleichskriterien zur alternativen Konzepte
IV. Alternative theoretische Modelle und Konzepte für die Wohlstandmessung
1. Beschreibung von ausgewählten theoretischen Modelle und Konzepte
a. Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI)
b. Der Genuine Progress Indicator (GPI) für die USA
c. Der Nationale Wohlstandsindex in Deutschland (NAWI D) nach Horst Opaschowski
d. Der Wohlstandsindikatorensatz der Enquete – Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ des Deutschen Bundestages (WIS)
e. Das Wohlstandsquintett des „Denkwerkes für Zukunft“ (WQ)
2. Vergleich von beschriebenen theoretischen Modelle und Konzepte gemäß den ausgewählten Kriterien
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Grenzen der traditionellen Wohlstandsmessung durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und analysiert alternative Modelle, die eine umfassendere und angemessenere Darstellung des gesellschaftlichen Wohlfahrtsniveaus ermöglichen sollen.
1. Konzeptionelle Kritik
Einer der Hauptkritiker des Bruttoinlandsprodukts als Wohlstandindikators ist der britische Wirtschaftswissenschaftler Tim Jackson. Sein Kritikkonzept richtet sich vor auf das Wachstum des BIP und hat die folgenden Schwerpunkte:
1) Durch das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes kommt die Vermehrung des Wohlstandes nicht der gesamten Erdbevölkerung oder der Bevölkerung eines Staates zugute, sondern wird sehr ungleichmäßig verteilt. Dabei verdient ein Fünftel der Weltbevölkerung etwa zwei Prozent des Welteinkommens, und die reichsten 20 Prozent verdienen 74 Prozent des Welteinkommens. Es ist bemerkenswert, dass der Einkommensunterschied auch in hoch entwickelten Industriestaaten immer größer wird. Während die Reichen immer wohlhabender wurden, stagnierten die Realeinkommen der Mittelschicht in den westlichen Staaten seit mehreren Jahre. Das Wachstum des Bruttoinlandprodukts hat das Lebensniveau der Bedürftigen keineswegs gehoben. Die Ungleichheit des Einkommens führt zur sozialen Spannung, die den gesellschaftlichen Frieden beeinträchtigen und somit auf Wohlstand und Lebensqualität einer Gesellschaft sehr negativ auswirken können (Jackson 2011: 27).
2) Es gibt keine Korrelation oder Zusammenhang zwischen dem ständigen Streben nach wirtschaftlichem Wachstum und Steigerung von Glück und Lebenszufriedenheit der Menschen. Das Streben nach ständigem Wachstum des BIP kann sie sogar beeinträchtigen. Während die entwickelten Volkswirtschaften in den letzten zehn Jahren ökonomisch vergleichsweise erfolgreich waren, kann man in entsprechenden Staaten gleichzeitig eine wachsende „sozialen Rezession“ beobachten (Jackson 2011: 27).
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Notwendigkeit, Wohlstand jenseits von reinem Wachstum neu zu definieren und stellt die zentrale Forschungsfrage nach geeigneten alternativen Messmodellen vor.
I. Traditionelle Konzepte der Wohlstandsmessung: Dieses Kapitel definiert den klassischen Wohlstandsbegriff sowie das BIP und erläutert deren Rolle als Standardindikatoren in modernen Gesellschaften.
II. Rechtliche Aspekte des Wohlstandes und Wachstums: Hier werden die verfassungsrechtlichen und internationalen Rahmenbedingungen analysiert, die Wohlstand als Ziel definieren, ohne ihn jedoch im materiellen Sinne direkt festzuschreiben.
III. Kritik an traditionelle Konzepte der Wohlstandsmessung: Dieses Kapitel bündelt sowohl theoretische Argumente als auch empirische Befunde, die die mangelnde Aussagekraft des BIP hinsichtlich der Lebensqualität und ökologischen Nachhaltigkeit belegen.
IV. Alternative theoretische Modelle und Konzepte für die Wohlstandmessung: Der Hauptteil beschreibt fünf ausgewählte alternative Modelle (NWI, GPI, NAWI D, WIS, WQ), bewertet diese nach festgelegten Kriterien und vergleicht ihre Praxistauglichkeit.
Wohlstandsmessung, Bruttoinlandsprodukt, BIP, Wirtschaftswachstum, Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Genuine Progress Indicator, Nationaler Wohlfahrtsindex, Enquete-Kommission, Lebenszufriedenheit, Ökonomische Indikatoren, Soziale Indikatoren, Ökologische Indikatoren, Einkommensverteilung, Ressourcenknappheit.
Die Arbeit befasst sich mit der Kritik am BIP als alleinigem Wohlstandsindikator und der Suche nach alternativen Modellen, die ökologische und soziale Aspekte besser einbeziehen.
Die zentralen Themen sind die ökonomische Theorie der Wohlstandsmessung, die ökologischen Grenzen des Wachstums sowie die soziale Ungleichheit in Industriegesellschaften.
Das Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse zu bewerten, welches alternative Wohlstandskonzept die gesellschaftliche Lebensqualität umfassender widerspiegeln kann als das BIP.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und einem Vergleich ausgewählter Wohlfahrtsmodelle basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine konzeptionelle Kritik des BIP, eine empirische Überprüfung dieser Kritik sowie die detaillierte Darstellung und Bewertung von fünf alternativen Wohlstandsmodellen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wohlstandsmessung, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Teilhabe und kritische Wachstumstheorie charakterisiert.
Während der NWI primär als Ergänzung des BIP konzipiert wurde, bietet der GPI ein umfassenderes Spektrum an Indikatoren, weist jedoch bei der Anwendung außerhalb der USA methodische Schwierigkeiten aufgrund der Datenverfügbarkeit auf.
Das Modell nach Opaschowski basiert auf Repräsentativbefragungen, wodurch das individuelle Wohlstandsempfinden der Bevölkerung direkt in die Messung einfließt, was jedoch zu Lasten einer rein objektiven Datenerhebung gehen kann.
Er ist bedeutend, da er keinen aggregierten Gesamtindex bildet, sondern durch ein System von Leitindikatoren und Warnlampen Fehlentwicklungen in verschiedenen Wohlstandsbereichen gezielt sichtbar macht.
Alternative Modelle dürfen nationalen und internationalen Rechtsnormen nicht widersprechen. Die Arbeit stellt fest, dass keines der analysierten Konzepte gegen geltende Grundrechte verstößt, da diese Wohlstand ohnehin nur indirekt adressieren.
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