Bachelorarbeit, 2011
53 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Die Diskurse zur frühkindlichen Bildung
1.1 Die Relevanz des Krippenausbaus aus unterschiedlichen Perspektiven
1.2 Sozialpolitische Reaktionen
1.3 Der Bildungsbegriff der frühen Kindheit im Kontext nationaler bildungs- und sozialpolitischer Entwicklungen
2. Bildung und Bildungsprozesse
2.1 Definitionsversuche zum Bildungsbegriff
2.2 Merkmale von Bildungsprozessen
2.3 Funktionen von Bildung
2.4 Zum Wechselverhältnis von Bildung, Erziehung, Betreuung, Lernen und Entwicklung
3. Aktuelle Bildungsdiskurse
3.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der frühpädagogischen Orientierungen
3.2 Die postmoderne Perspektive
3.3 Grundprinzipien heutiger Bildungsansätze
3.4 Stärkung von Basiskompetenzen als Leitziel von Bildung
3.5 Das Konzept der Selbstbildung
3.6 Das Konzept der Ko-Konstruktion
3.7 Der Zusammenhang zwischen Selbstbildung und Ko-Konstruktion
4. Ansätze zur Bildung von Kindern unter drei Jahren
4.1 Stellenwert der Bildung in Krippen
4.2 Die fehlende Didaktik für Bildung von Kindern von null bis drei Jahren
4.3 Bildungsthemen für Krippenkinder
4.4 Bindung als Voraussetzung für Bildung
4.5 Bildung als ästhetische Bildung
4.5.1 Argumentation
4.5.2 Lernen durch ästhetische Erfahrungen
4.5.3 Die Didaktik ästhetischer Bildung
4.5.4 Die Bedeutung von Kindern und Erwachsenen im ästhetischen Bildungsprozess
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den theoretischen Bildungsbegriff und die pädagogischen Vorstellungen, die dem System der öffentlichen Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren zugrunde liegen, um aufzuzeigen, welche Bildungsziele verfolgt werden und wie eine entsprechende Didaktik gestaltet sein sollte.
4.5.4 Die Bedeutung von Kindern und Erwachsenen im ästhetischen Bildungsprozess
Schäfer unterscheidet die Wahrnehmung der Fernsinne, die Wahrnehmung des Körpers und die emotionale Wahrnehmung (vgl. Schäfer 2005b: 75 f.). Für die Entwicklung der emotionalen Wahrnehmung benötigt das Kind Beziehungserfahrungen mit Personen, aber auch Beziehungen zu Objekten oder Phänomenen (vgl. Schäfer 2003: 18/19). Daher müssen Kinder die Dinge der Welt in einer subjektiven Bedeutsamkeit erfahren. Diese persönliche Bedeutung entsteht, wenn Kinder fantasieren und gestalten. Deshalb sollten wir versuchen, Kindern keine objektive und reale Weltsicht aufzudrängen, weil wir ihnen damit den persönlichen Bedeutungshintergrund nehmen (vgl. Schäfer 2003: 20). Rationale und realitätsgerechte Lernprozesse, die die Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder untergraben, versperren ihnen die Möglichkeiten dieser persönlichen Sinnfindung (vgl. ebd.: 27).
Um aus Erfahrungen zu lernen, brauchen Kinder Beziehungen zu anderen Menschen. Sie brauchen einen Resonanzraum, um ihre Empfindungen zu entwickeln und sie brauchen eine andere – sprachliche oder emotionale – Sichtweise auf einen gemeinsamen Gegenstand. Durch diese Spiegelung erfahren Kinder eine andere, äußere Perspektive auf den Gegenstand oder die Situation (vgl. Schäfer 2010a: 166, 173).
Da Erwachsene aber oft kein anschlussfähiges Verhalten zeigen, weil sie sich nicht in die Perspektive des Kindes hineindenken können, um mit ihm eine Erfahrung zu vertiefen, benötigen Kinder Gleichaltrige. Damit sich Kinder mit ihren Ideen gegenseitig herausfordern, sollten Erwachsene Möglichkeiten dafür schaffen, dass Kinder mit anderen Kindern in Beziehung treten können (vgl. Schäfer 2010: 174).
Bildung basiert auch auf Reflexion. Erfahrungen kann das Kind an der sozio-kulturellen Umwelt reflektieren. Daher sind Bildungsprozesse auch immer Beziehungsprozesse zwischen dem Kind und seiner personellen und sozio-kulturellen Umwelt. Um Kinder bei ihren Bildungsprozessen zu unterstützen, muss man wissen, welche Erfahrungen sie gerade machen. Das wird erreicht durch Anwesenheit und durch Beobachtung.
1. Die Diskurse zur frühkindlichen Bildung: Das Kapitel beleuchtet die historischen und sozio-ökonomischen Gründe für den Krippenausbau sowie die Entwicklung des Bildungsbegriffs im politischen Kontext.
2. Bildung und Bildungsprozesse: Hier werden Definitionen sowie die Merkmale und Funktionen von Bildung analysiert und eine Abgrenzung zu Erziehung und Betreuung vorgenommen.
3. Aktuelle Bildungsdiskurse: Es erfolgt eine Gegenüberstellung zeitgenössischer pädagogischer Ansätze, insbesondere im Hinblick auf Selbstbildung und Ko-Konstruktion.
4. Ansätze zur Bildung von Kindern unter drei Jahren: Dieser Hauptteil diskutiert spezifische Herausforderungen der Krippenpädagogik, die Rolle der Bindung und den Ansatz der ästhetischen Bildung.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich einer wissenschaftlich fundierten Didaktik für unter Dreijährige.
Frühkindliche Bildung, Krippe, Selbstbildung, Ko-Konstruktion, Bindung, Ästhetische Bildung, Bildungsprozesse, Didaktik, Kindertagesbetreuung, Kompetenzorientierung, Frühpädagogik, Bildungsdiskurse, Kleinkindpädagogik, Wahrnehmung, Kreativität.
Die Arbeit deskribiert die aktuellen Diskurse zur Bildung von Kindern unter drei Jahren und untersucht, wie Bildungsprozesse in Krippen theoretisch fundiert und didaktisch begleitet werden können.
Zu den Schwerpunkten zählen die sozialpolitischen Hintergründe des Krippenausbaus, die theoretische Definition von Bildung, die Rolle der Bindung sowie das Konzept der ästhetischen Bildung.
Das Ziel ist es, den Bildungsbegriff für die Altersspanne unter drei Jahren zu klären und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte Bildung theoretisch fundiert in der Praxis umsetzen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Deskription und Rekonstruktion aktueller wissenschaftlicher Diskurse und Publikationen zum Thema frühkindliche Bildung.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung von Bildungsprozessen sowie der Analyse spezifischer Konzepte wie Selbstbildung, Ko-Konstruktion und ästhetischer Bildung in der Krippe.
Besonders prägend sind die Begriffe Selbstbildung, Ko-Konstruktion, Bindung als Voraussetzung für Bildung und die ästhetische Bildung als didaktischer Zugang.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass in der Fachdebatte Einigkeit darüber herrscht, dass nur sicher gebundene Kinder Exploration und somit Bildungsprozesse erfolgreich vollziehen können.
Die Autorin stellt kritisch fest, dass eine systematische, theoretisch begründete Didaktik für die Altersgruppe unter drei Jahren bisher weitgehend fehlt und oft Konzepte für Kindergartenkinder übertragen werden.
Es beschreibt einen sozialen Prozess, bei dem Bildung durch Interaktion zwischen Kind und Erwachsenen (oder anderen Kindern) gemeinsam gestaltet wird, anstatt rein passiv oder isoliert zu erfolgen.
Die ästhetische Bildung wird als ein wesentlicher, theoretisch fundierter Weg identifiziert, um die Weltaneignung kleiner Kinder durch sinnliche Erfahrungen, Fantasie und Gestaltung zu fördern.
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