Magisterarbeit, 2010
54 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Stylistique comparée als Translationstheorie
3. Äquivalenzbegriff der Stylistique comparée
4. Übersetzungsprozeduren
4.1. Prozeduren der Direktübersetzung (traduction directe)
4.1.1. Entlehnung
4.1.2. Lehnübersetzung
4.1.3. Wortgetreue Übersetzung
4.2. Prozeduren der traduction oblique
4.2.1. Transposition
4.2.1.1. Bauschs Transpositionstypen
4.2.1.1.1. Substitution
4.2.1.1.2. Chasse-croise
4.2.1.1.3. Dilution
4.2.1.1.4. Konzentration
4.2.2. Modulation
4.2.3. Äquivalenz
4.2.4. Adaptation
5. Regelsystem der Stylistique comparée
6. Kritik am Regelsystem
7. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die französische Translationsschule Stylistique comparée, deren deskriptives Regelsystem sowie die zugrunde liegenden Übersetzungsprozeduren, um deren Praxistauglichkeit anhand deutsch-kroatischer und kroatisch-deutscher Sprachbeispiele kritisch zu evaluieren.
4.1.1. Entlehnung
Bei der Entlehnung ist der Grad der Nähe zum ausgangssprachlichen Segment am größten, weil ein oder mehrere zusammenhängende lexikalische Elemente unverändert aus dem Ausgangstext in den Zieltext übertragen werden (Weiß 2008, 12). Nach Erich Prunč dienen die Entlehnungen oder Direktentlehnungen dazu, lexikalische Lücken im Zieltext aufzufüllen (2007, 45). Dabei werden graphisch oder phonetisch ausgangssprachliche Elemente bzw. Lexeme oder Lexemkombinationen in die Zielsprache mehr oder weniger unverändert übernommen (Prunč 2007, 45). Nachdem diese Elemente graphemisch und inhaltlich unverändert übernommen worden sind, werden sie eingebürgert bzw. orthographisch und lautlich der zielsprachlichen Schreib- und Sprechweise angepasst und somit zu Lehnwörtern (Wills 1977, 114).
Um die Übersetzungsprozedur emprunt genauer vorzustellen, dienen folgende Belege für Entlehnungen von Substantiven (a), Adjektiven (b), Verben (c) und Adverbien (d).
a)
Deutsch (Der Vorleser) > Kroatisch (Žena kojoj sam čitao):
1) Linoleum (12) – linoleum (13)
2) Couch (13) – kauč (14)
3) Problem (58) – problem (51)
4) Skat (70) – skat (60)
5) Alkohol (74) – alkohol (63)
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Stylistique comparée theoretisch vorzustellen und ihre methodische Praxistauglichkeit kritisch zu hinterfragen.
2. Stylistique comparée als Translationstheorie: Beleuchtet die historische Entwicklung, die Vertreter und die strukturalistischen Grundlagen der Schule.
3. Äquivalenzbegriff der Stylistique comparée: Untersucht die theoretische Bedeutung der Äquivalenz als Qualitätskriterium innerhalb dieses Ansatzes.
4. Übersetzungsprozeduren: Erläutert das Stufenmodell der Übersetzung, unterteilt in traduction directe und traduction oblique, illustriert durch umfangreiche Sprachbeispiele.
5. Regelsystem der Stylistique comparée: Analysiert das didaktische System als Hilfsmittel für Übersetzer und diskutiert die Anwendung der Prozeduren.
6. Kritik am Regelsystem: Bietet eine fundierte kritische Auseinandersetzung mit den methodischen Schwachstellen, insbesondere der Vernachlässigung des Textganzen.
7. Schlussfolgerung: Führt die Ergebnisse zusammen und fordert eine prospektive sowie retrospektive Ausrichtung der Stylistique comparée.
Stylistique comparée, Übersetzungsprozeduren, Äquivalenzbegriff, Regelsystem, Kritik, Translationstheorie, kontrastive Linguistik, Strukturalismus, Direktübersetzung, traduction oblique, Transposition, Modulation, Adaptation, Übersetzungswissenschaft, Sprachvergleich.
Die Arbeit befasst sich mit der französischen Translationsschule Stylistique comparée, deren theoretischen Grundlagen sowie deren Regelsystem für den Übersetzungsprozess.
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Übersetzungsprozeduren, die Analyse des Äquivalenzbegriffs und eine kritische Diskussion darüber, inwieweit diese Regeln in der modernen Übersetzungspraxis tatsächlich anwendbar sind.
Das Ziel ist es, die didaktischen und normativen Regeln der Stylistique comparée transparent zu machen und durch den Vergleich von deutsch-kroatischen Textbeispielen deren Praxistauglichkeit objektiv zu beurteilen.
Es handelt sich um eine deskriptive und kontrastiv-linguistische Analyse, bei der vorliegende Übersetzungen (u.a. von Bernhard Schlink und Miroslav Krleža) als empirische Materialbasis dienen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der sieben Übersetzungsprozeduren – von der Entlehnung bis zur Adaptation – und deren kritische Reflexion anhand praktischer Belege.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stylistique comparée, Übersetzungsprozeduren, Äquivalenz, Regelsystem, Kritik und Kontrastive Linguistik charakterisieren.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die starke Fokussierung auf Mikrostrukturen, welche den Blick auf das Textganze verstellt, sowie gegen die Annahme, dass Übersetzer beim Prozess aktiv nach starren Regeln verfahren.
Die Adaptation wird als „äußerste Grenze“ der Eingriffe in einen Text verstanden und kommt dann zum Einsatz, wenn kulturelle Unterschiede zwischen Ausgangs- und Zielkultur eine direkte Entsprechung unmöglich machen.
Sie schlägt vor, dass die Stylistique comparée ihren Fokus erweitern sollte: Weg von der reinen Konzentration auf das Resultat, hin zur wissenschaftlichen Untersuchung des gesamten Übersetzungsvorgangs unter Einbeziehung prospektiver und retrospektiver Ansätze.
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