Diplomarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 2,3
Aufgabenstellung
Abstract
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Schallwahrnehmung
3 Forschungsstand
3.1 Forschungsfragen
4 Active Sound Design
4.1 Definition
4.2 Ausgangssound
4.3 Zielsound
4.4 Möglichkeiten der Sounderzeugung im Fahrzeug
4.4.1 ASD-System 1
4.4.2 ASD-System 2
4.4.3 ASD-System 3
5 Messungen
5.1 Außengeräuschmessung der Vorbeifahrt nach NHTSA/Volpe Center
5.2 Außengeräuschmessung der Vorbeifahrt nach ECE R51
5.3 Außengeräuschmessung mit ASD-System 1
6 Probandenbefragung
6.1 Fragenblock I „Allgemein“
6.2 Fragenblock II „Elektromobilität“
6.3 Fragenblock III „Nach dem Testhören“
7 Auswertung der Probandenbefragung
7.1 Physikalische Auswertung der Fragebogen-Sounds
7.2 Psychoakustische Auswertung der Fragebogen-Sounds
7.2.1 Lautheit
7.2.2 Rauigkeit
7.2.3 Schärfe und Tonalität
8 Schlussfolgerung
9 Ausblick
Glossar
Verzeichnis der Formelgrößen
A Anhang
A.1 Grundlegende Formeln
A.1.1 Wellengleichung für eindimensionale Schallfelder
A.1.2 Fourier-Transformation
A.2 Fragebogen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein emotionales, markentypisches Fahrzeug-Geräuschprofil für elektrisch angetriebene Fahrzeuge zu entwickeln, das sowohl die Fußgängerwarnung sicherstellt als auch die Markenidentität transportiert. Hierzu werden verschiedene technische Konzepte zur Sounderzeugung implementiert und in Probandenstudien hinsichtlich ihrer psychoakustischen Wirkung und Kundenakzeptanz validiert.
4.4.1 ASD-System 1
Das Active Sound Design System 1 ist vollsynthetisch und basiert auf Zeitsignalen. Die Hardware besteht in der Serienkonfiguration aus Körperschallerreger, Steuergerät und Programmieradapter. Bis auf letzteres wird jedes Bauteil für die Benutzung fest im Fahrzeug verbaut. Zusätzlich wird eine Fahrzeug-CAN-An- bzw. Ausbindung für das Steuergerät benötigt. Der Körperschallaktuator basiert auf dem Funktionsprinzip eins Lautsprechers: Er wandelt elektrische Signale mit Hilfe einer Schwingspule in mechanische Schwingungen um, wofür keine Membran vorzusehen ist, sondern eine rohbaufeste Verbindung an einer akustisch geeigneten Position im Fahrzeug. Für das Demonstratorfahrzeug wurde mittels einer rohbaufesten Konsole die Stirnwand angeregt (siehe Abbildung 7).
Eine von einem Magneten umgebe ne Schwingspule erzeugt im Aktuator bei anliegendem Strom ein magnetisches Feld. Durch die Interaktion des Festmagneten mit dem Magnetfeld resul tiert die Lorentzkraft. Der Magnet oszil liert zentriert in der Schwingspule. Die resultierende Lorentzkraft verläuft or thogonal zu der Stromflussrichtung so wie zu den Feldlinien des Festmagneten. Bei Umkehrung der Stromflussrichtung bleibt die Kraftwirkung richtungstreu. Dadurch können auch bei anliegender Wechselspannung oszillierende mechani sche Schwingungen erzeugt werden.
1 Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen der Elektromobilität hinsichtlich der akustischen Wahrnehmbarkeit und die Notwendigkeit von Sound-Design zur Warnung von Fußgängern und Imagebildung.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die physikalischen Grundlagen der Schallwahrnehmung, den Schalldruckpegel und die Bedeutung der Psychoakustik für das menschliche Gehör.
3 Forschungsstand: Gibt einen Überblick über aktuelle Studien zur Hörbarkeit leiser Fahrzeuge und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
4 Active Sound Design: Stellt Definitionen, Zielvorgaben und drei technische Systeme zur künstlichen Sounderzeugung in Elektrofahrzeugen im Detail vor.
5 Messungen: Dokumentiert die experimentelle Durchführung von Außen- und Innengeräuschmessungen nach verschiedenen internationalen Normen.
6 Probandenbefragung: Beschreibt das methodische Vorgehen der subjektiven Bewertung von Sounds durch Firmenmitarbeiter in drei verschiedenen Frageblöcken.
7 Auswertung der Probandenbefragung: Verknüpft die physikalischen und psychoakustischen Messdaten mit den Ergebnissen der Probandenbefragung zur Identifikation eines idealen Klangbilds.
8 Schlussfolgerung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die verschiedenen ASD-Systeme im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit und Erfüllung der Kriterien.
9 Ausblick: Identifiziert weiteren Forschungsbedarf, insbesondere zur Objektivierung von Klangbewertung und der Rolle des Corporate Sounds.
Active Sound Design, Elektromobilität, Fahrzeugakustik, Psychoakustik, Lautheit, Rauigkeit, Körperschall, Luftschall, Probandenbefragung, Markentypus, Signalverarbeitung, Fahrzeugwahrnehmung, Fahrzeugsicherheit, Schalldruckpegel, Sound-Bedatung
Die Diplomarbeit untersucht, wie für elektrisch betriebene Fahrzeuge ein künstliches, markentypisches und emotionales Sound-Design entwickelt werden kann, das sowohl die Sicherheit durch akustische Warnsignale erhöht als auch das Markenimage stärkt.
Die zentralen Felder umfassen die akustische Wahrnehmung durch den Menschen, die technische Implementierung von Sound-Systemen in Elektrofahrzeuge sowie die subjektive Bewertung dieser Sounds durch Probanden.
Das primäre Ziel ist es, ein Fahrzeug-Geräuschprofil zu erzeugen, welches die Defizite leiser Elektrofahrzeuge ausgleicht, dabei lastdynamisch und emotional klingt und mittels eines Bewertungssystems validiert wird.
Es wird ein hybrider Ansatz aus physikalischer Akustikmessung (Schalldruck, Spektren) und psychoakustischer Analyse (Lautheit, Rauigkeit) kombiniert mit einer empirischen Probandenbefragung eingesetzt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Zielsounds, der Auswahl und technischen Funktionsweise von drei verschiedenen Active-Sound-Design-Systemen sowie der systematischen Messung und Befragung zur Klangevaluation.
Wichtige Begriffe sind Active Sound Design, Psychoakustik (Lautheit/Rauigkeit), Fahrzeugsicherheit, Korrelation von physikalischen Daten mit dem subjektiven Empfinden und die Implementierung über CAN-Bus-Steuergeräte.
Für Fahrzeuge mit Frontmotor bietet die Anregung der Stirnwand durch Körperschallaktuatoren ein besonders gutes frontales Abstrahlverhalten in den Fahrgastraum, was für eine homogene Schallerzeugung vorteilhaft ist.
Die Ergebnisse zeigen eine klare Korrelation: Diejenigen Sounds, die von der Mehrheit der Probanden als „am besten klingend“ bewertet wurden, wiesen in den psychoakustischen Analysen (Lautheit und Rauigkeit) die höchsten Amplitudenwerte auf.
Die Motorordnung dient dazu, ein breitbandiges, maschinenähnliches Klangbild zu erzeugen. Durch die gezielte Betonung verschiedener Motorordnungen kann der Sound subjektiv "sportlicher" oder "kraftvoller" gestaltet werden.
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